Gesamtverzeichnis

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Ali Özbas, Joachim Hainzl, Handan Özbas (Hg.): 50 Jahre jugoslawische Gastarbeit in Österreich. CLIO: Graz 2016, 240 Seiten.

ISBN 978-3-902542-50-2

EURO 18,00

Mit dem Anwerbeabkommen 1966 wurde damit begonnen, gezielt Arbeitskräfte aus Jugoslawien anzuwerben. Das Buch dokumentiert diese Geschichte und bettet sie ein in historische Analysen. Dabei werden Hintergründe und Diskurse, Strukturen, Akteurinnen/Akteure und deren Motive ebenso behandelt wie noch heute wirksame Zuschreibungen und Reduktionen etwa im Balkanismus in der Popularmusik oder in Ausstellungskonzepten. Zudem gewährt das Buch Einblicke in die Arbeits- und Lebensbedingungen der jugoslawischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten, wobei speziell die Migration von Frauen und die Schwierigkeiten bei der Betreuung und Bildung der Kinder behandelt wird. Indem dieses Buch einiges davon erzählt, was war, ist es ein Beitrag zur Anerkennung der Realitäten ehemaliger „Gastarbeiter“ und „Gastarbeiterinnen“ als integrativer Teil der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

 

 


 

 

Alice Penkala: Schokolade für das Afrika-Corps. Kommentiert und mit einer Einleitung von Nadine Dobler und einem biografischen Essay von Heimo Halbrainer. Hrsg.: Heimo Halbrainer, Ursula Seeber, Veronika Zwerger. 272 S. geb., CLIO: Graz 2016.

ISBN 978-3-902542-46-5

EURO 20,00

Tanger: Internationale Zone. Seit 1923 war die marokkanische Hafenstadt neutrales Territorium, berühmt-berüchtigt für den freizügigen Umgang mit Geld, Sex und Drogen.
Anfang der 1940er Jahre setzt die Romanhandlung ein. Vordergründig handelt es sich um eine Schiebergeschichte, die Beschaffung eines riesigen Postens Schokolade für das Deutsche Afrika-Corps, das an den benachbarten Kriegsschauplätzen im Einsatz war.
Die Personen, die an dem Coup „mitnaschen“ wollen, sind satirisch überzeichnete Prototypen der damaligen Gesellschaft Tangers: der jüdisch-marokkanische Händler; der stumpfsinnnige deutsche Generalkonsul, der pädophile preußische Beamte; die britische Konsulatssekretärin, die sich von einem polnischen Emigranten aushalten läßt; dessen nervige Mutter; der Geheimdienstoffizier, der selbst ein Geheimnis hat; der drogensüchtige spanische Informant; der französische Doppelagent; die schwedische Aussteigerin mit den zerplatzten Lebensträumen. Mitten in diesem Netzwerk aus Gier und Intrige steht ein Flüchtlingspaar aus Wien.
Die Geschichte entwickelt sich in 32 Momentaufnahmen, schwungvoll und ironisch erzählt, sie bleibt bis zum Schluß spannend. Alice Penkala gelingt ein psychologisch scharf gearbeitetes Gesellschaftsporträt ihres Zufluchtslandes Marokko. Erstmals erscheint jetzt dieses Exilwerk als Buch.

 

 


 

Ernst Fischer: Neue Kunst und neue Menschen. Literarische und essayistische Texte aus seinen Grazer Jahren (1918–1927). Hrsg. und mit einem Nachwort von Jürgen Egyptien. 400 S., geb., CLIO: Graz 2016

ISBN 978-3-902542-47-2

Euro 25,00

Der Band bietet eine Auswahl aus dem frühen Schaffen des österreichischen Politikers, Schriftstellers, Kultur- und Kunsttheoretikers Ernst Fischer (1899-1972) und stellt ihn als vielseitigen Autor vor, der sich in seinen Anfängen sowohl als Erzähler, Dramatiker und Lyriker wie auch als Kunstkritiker, Kulturtheoretiker und politischer Publizist zu profilieren versuchte. Die Textbeispiele dokumentieren den Prozess von einem antibürgerlichen, anarchischen Aufbegehren gegen die geistige Enge der Provinz, das noch ganz im Zeichen einer nietzscheanisch inspirierten Revolte steht, bis hin zur Entwicklung einer bewussten politischen Parteinahme für die Arbeiterklasse auf der Basis eines emphatisch interpretierten Marxismus. Die literarischen Texte bilden zugleich ein interessantes Beispiel für die spezifische Spielart eines österreichischen Expressionismus beziehungsweise der Kombination expressionistischer Schreibverfahren mit anderen (nationalliterarischen) Traditionslinien. Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Edition von umfangreichen Passagen aus Fischers ungedrucktem Drama Das Schwert des Attila und seinem von ihm selbst für verschollen erklärten Roman So kann man nicht leben zu. Gerade letzterer besitzt einen erheblichen zeitgeschichtlichen Wert, da er in hohem Maße als Schlüsselroman über das Graz der ersten Hälfte der 1920er Jahre gelesen werden kann. Er liefert zum einen die Diagnose der politisch-moralischen Krise der Nachkriegszeit und unterzieht zum anderen die eigene antibürgerliche Attitüde und das Milieu eines realitätsfernen Künstlertums einer scharfen Selbstkritik.

 

 


 

 

Heinz P. Wassermann (Hg.): Urnengänge. Analysen der steirischen Gemeinde- und Landtagswahlen 2015. (Studien zu Medien und Gesellschaft 3). 372 Seiten, CLIO: Graz 2016

ISBN: 978-3-902542-49-6

Euro 29,00

„Viel Steirisches“, so der Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“, „war nicht in dieser Wahl“, womit er sich auf das „politische Erdbeben“ (Hermann Schützenhöfer) bei den steirischen Landtagswahlen vom 31. Mai 2015 bezog. Die Parallelen zwischen den steirischen Gemeinderats- und Landtagswahlen 2015 sowie den Wahlgängen im Burgenland, in Oberösterreich und Wien bestehen darin, dass die jeweiligen Regierungsparteien in Summe verloren haben und die FPÖ bemerkenswerte Zuwächse verbuchen konnte. Das spezifisch Steirische dieses Wahljahres bestand unter anderem darin, dass die „Reformpartner“ überdurchschnittlich hohe Verluste hinnehmen mussten, die sich nicht allein mit einem allgemeinen Trend in Richtung FPÖ oder der Unzufriedenheit mit der Bundesregierung schlüssig erklären lassen. Der vorliegende Sammelband analysiert auf qualitativer und quantitativer Basis das „Steirische“ in den Wahlergebnissen.

 


 

Heimo Halbrainer/Eva Klein/Antje Senarclens de Grancy: Hilmteichstraße 24. Haus Albrecher-Leskoschek von Herbert Eichholzer. Geb., 160 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO:Graz 2016

ISBN:978-3-902542-25-0

Euro 24,00

Als modernes Gesamtkunstwerk und Ort eines „befreiten Wohnens“ wurde das Haus Hilmteichstraße 24 in Graz 1937 von Herbert Eichholzer entworfen und mit Stahlrohrmöbeln und Stoffen von Josef Frank eingerichtet. Im Wohnraum schuf Axl Leskoschek ein großformatiges Wandgemälde mit verschlüsselten Inhalten und Bezügen zur politischen Situation der Zeit. Das Haus war unter anderem auch ein Treffpunkt eines Kreises von Kulturschaffenden und Intellektuellen, die in Opposition zum Nationalsozialismus ihre Freiheit aufs Spiel setzten und – im Fall von Eichholzer – dafür mit ihrem Leben bezahlten.

Nach Umbauten und Renovierungen ist die ursprüngliche architektonische und künstlerische Gestalt des Hauses heute nicht mehr erkennbar. Vor dem bevorstehenden Abriss legt dieses Buch dessen architektur-, kunst- und zeithistorische Bedeutung frei.

 


 

Maria Bianca Fanta: Arbeiter der Feder. Journalistinnen und Journalisten der kommunistischen Tageszeitung „Österreichische Volksstimme“ und die Zäsuren ihrer Lebensgeschichten (1945 – 1956). 216 S., CLIO: Graz 2016

ISBN: 978-3-902542-48-9

Euro 19,00

Wer waren die Redakteurinnen und Redakteure der „Österreichischen Volksstimme“? – Die Lebensgeschichten jener österreichischen Journalistinnen und Journalisten, die die nationalsozialistische Herrschaft im Exil, im Widerstand oder in Gefangenschaft überlebt hatten und zurückkehrten um beim Aufbau der kommunistischen Presse mitzuarbeiten, sind bisher wenig bekannt. Die vorliegende Publikation erfasst und analysiert erstmals die vielfältigen Biographien jener Redaktionsmitglieder, die in der Phase zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der ersten Phase des Kalten Krieges beim Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs tätig gewesen sind. Die gruppenbiographische Studie untersucht sowohl qualitativ als auch quantitativ, welche Wendepunkte und Zäsuren das Leben der Redaktionsmitglieder beeinflussten und leistet damit einen zentralen Beitrag zur österreichischen Mediengeschichte.

 

 


 

Heimo Halbrainer/Victoria Kumar (Hg.): Kriegsende in der Steiermark 1945. Terror, Kapitulation, Besatzung, Neubeginn. 288 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2015

ISBN: 978-3-902542-45-8

Euro 22,00

Im Frühjahr 1945 war die Steiermark für die letzten Wochen Kriegsschauplatz sowie ein Ort zahlreicher sogenannter „Endphaseverbrechen“ im Hinterland. Unmittelbar vor dem Ende der NS-Herrschaft wurden Hunderte politische GegnerInnen, KZ-Häftlinge, Fremdarbeiter, Flieger und Jüdinnen und Juden ermordet. Neben all dem Terror gab es in diesen letzten Wochen aber auch Widerstand gegen diese Verbrechen, wobei Steirerinnen und Steirer nicht nur Zivilcourage zeigten und gefährdete Menschen aufnahmen und versteckten, sondern auch die Zerstörungspläne der Nationalsozialisten verhinderten und Sprengladungen an Industrieanlagen und Brücken entfernten. Der Sammelband dokumentiert diese Endphase in der Steiermark und zeigt darüber hinaus Aspekte der Befreiung, der Aufarbeitung und des Neubeginns.

 


 

 

Fred Ohenhen: Ein Leben. Zwei Welten. Gebunden 272 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2015

ISBN: 978-3-902542-44-1

Euro 23,90

 

Das Buch ist eine Geschichte der Flucht, des Ankommens und der Integration in Österreich. Dabei nimmt es uns mit auf eine Reise, die von der ersten Heimat in Nigeria erzählt, von der Familie und all den Menschen, die für das Leben von Fred Ohenhen wichtig waren und sind. Die Geschichte vom Verlassen des afrikanischen Kontinents und einer langen und oft schwierigen Reise nach Europa mündet in den Prozess des Ankommens in Österreich. Von bürokratischen Hürden, von Vorurteilen und Rassismen wird erzählt, insbesondere aber auch davon, sich nicht entmutigen zu lassen.

 


 

Margit Franz: Gateway India. Deutschsprachiges Exil in Indien zwischen britischer Kolonialherrschaft, Maharadschas und Gandhi. 468 Seiten, 136 Abbildungen, CLIO: Graz 2015.
ISBN: 978-3-902542-31-1

Euro 35,00


„Welch ein genialer Einfall war’s von Dir, nach Indien zu gehen!! Ich bin glücklich, Dich in Indien und damit in relativer Sicherheit zu wissen“, schrieb im Jänner 1941 Franz Werfel aus Hollywood an den Schriftsteller Willi Haas in Bombay.
Indien war zwischen 1933 und 1947 zum Exil für mehrere tausend Flüchtlinge vor dem Nationalsozialismus geworden. Das Buch Gateway India zeichnet Exilrouten und Fluchtnetzwerke sowie politische, soziale und wirtschaftliche Bedingungen für die Exilierten nach, öffnet einige wirkungsgeschichtliche Betrachtungsfelder und widmet sich der Erinnerungskultur dieses Exils.
Gateway India ist eine historische Entdeckungsreise in ein bisher unerforschtes Kapitel der Geschichte des Exils und öffnet gleichzeitig eine neue Perspektive auf den indischen Subkontinent.

Inhaltsverzeichnis

 


 

 

Heinz P. Wassermann (Hg.), Schnittflächen und Trennlinien. Politik und Medien am Beispiel Steiermark. 494 Seiten, CLIO: Graz 2015.

ISBN 978-3-902542-43-4


Euro 29,00

„Schnittflächen und Trennlinien – Politik und Medien am Beispiel Steiermark“ analysiert erstmals für ein österreichisches Bundesland systematisch Selbst- und Fremdwahrnehmungen, Befindlichkeiten und Einschätzungen der zentralen politischen und medialen Akteure auf quantitativer und qualitativer Basis. Drei, zwischen Mai 2012 und Juli 2013 unter Landtagsabgeordneten, Politikjournalisten und Pressesprechern in Parteien, Klubs und Regierungsbüros durchgeführte und ausgewertete Online-Umfragen werden durch 27 Interviews mit derzeit aktiven (u. a. Claudia Klimt-Weithaler, Claudia Gigler und Josefa Umundum) sowie nicht mehr aktiven (u. a. Walter Kröpfl, Josef Riedler und Herwig Hösele) prominenten und profilierten Protagonisten aus Landespolitik, Politikjournalismus und Politik-PR ergänzt. Die in den Interviews behandelten Themen decken den Zeitraum seit Mitte der 1960er Jahre ab und leisten einen wesentlichen Beitrag für die steirische Zeitgeschichte aus einer Perspektive, die in einschlägigen Publikationen – wenn überhaupt – nur am Rande thematisiert wird.

 


 

Helmut Spielmann: Shanghai – Eine Jugend im Exil. Hg. v. Gerald Lamprecht und Ingeborg Radimsky. Geb. 240 Seiten, CLIO: Graz 2015
ISBN 978-3-902542-41-0

Euro 18,00

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland beginnen auch für die Grazer jüdische Familie Spielmann Jahre der Furcht, Verfolgung, Beraubung und Vertreibung. Nach dem Ausschluss aus der Gesellschaft und einer Inhaftierung in Dachau im November und Dezember 1938 wird im Frühjahr 1939 Shanghai zur letzten Zufluchtsstätte. Rudolf, Paula und der achtjährige Helmut treten im Februar 1939 von Genua aus die Schiffsreise ins „exotische“ Exil an.
Shanghai, eine internationale Millionenmetropole, stellt die Grazer Familie vor viele Herausforderungen: Die fremde Kultur schafft Unsicherheiten und die unwirtlichen und extremen Lebensbedingungen mit schlechter Versorgung und vielen Krankheiten stellen ebenso eine Bedrohung dar wie die sich verschärfende japanische Besatzungspolitik. Diese mündet 1943 in die Gründung eines Ghettos, in dem die jüdischen Flüchtlinge auf engstem Raum zusammengepfercht werden.
Helmut Spielmann, der all das als Kind erlebt hat und für den Shanghai lebensbestimmend wurde, schrieb 1988 seine Kindheits- und Jugenderinnerungen nieder. In diesem Buch sind sie nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und geben Einblick in das berührende Schicksal eines jüdischen Flüchtlingskindes in der asiatischen Metropole Shanghai.




 

Heimo Halbrainer: Lager Wagna 1914 – 1963. Die zeitweise drittgrößte Stadt der Steiermark. 160 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2015
ISBN: 978-3-902542-29-8

Euro 9,90

Im Jahr 1916 schrieb Peter Rosegger in seinem Heimgarten: „Die drittgrößte Stadt in der Steiermark ist kaum über ein Jahr alt. Aber sie hat an Einwohnerzahl Leoben, Bruck, Cilli bereits überflügelt. Sie steht nächst Leibnitz an der Sulm, in einer schönen, fruchtbaren Gegend. Sie wurde erbaut für fremde Kriegsflüchtlinge.“ Diese Lagerstadt war Wagna, wo zunächst rund 15.000 Flüchtlinge aus Galizien und ab Sommer 1915 über 20.000 Flüchtlinge aus Friaul und Istrien lebten. Mit dem Ende der Monarchie 1918 kamen neue Flüchtlinge nach Wagna – deutschsprachige Arbeiter, Angestellte und Beamte aus der Untersteiermark, das nun zu Jugoslawien gehörte.
Nachdem viele von ihnen in Wagna ein neues Zuhause gefunden hatten, musste 1940 erneut innerhalb kürzester Zeit auf dem ehemaligen Gelände der Lagerstadt ein Barackenlager aufgebaut werden, in das zunächst Umsiedler aus der Südbukowina und danach Kriegsgefangene kamen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und neuen Vertreibungen fanden sich hier wieder Flüchtlinge: Diesmal waren es jüdische Displaced Persons, jugoslawische Flüchtlinge und Volksdeutsche, die aus Jugoslawien vertrieben worden waren und die vielfach nach einem mühsamen Weg in Wagna und Umgebung integriert wurden.
Der wechselhaften Geschichte dieser Lagerstadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner geht das Buch „Lager Wagna 1914 – 1963. Die zeitweise drittgrößte Stadt der Steiermark“ nach.



 


Heimo Halbrainer, „Sei nicht böse, dass ich im Kerker sterben muss.“ Die Opfer der NS-Justiz in Graz 1938 bis 1945. Ein Gedenkbuch. Geb. 384 Seiten mit rund 200 Abb., CLIO: Graz 2014


ISBN 978-3-902542-14-4

Euro 25,00

Das Rechtsverständnis während der Zeit des Nationalsozialismus lautete „Recht ist, was dem Volke nützt“. Daher wurde jede Form der politischen Abweichung und Auflehnung, ja selbst die Solidarität mit den Familien von politisch Verfolgten von Sondergerichten geahndet. Weit mehr als 1.000 Urteile ergingen deshalb in Graz, über 200 davon waren Todesurteile. Allein zwischen August 1943 und März 1945 wurden im Landesgericht Graz 106 Männer und Frauen hingerichtet, da sie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren, nicht mehr an den „Endsieg“ geglaubt hatten oder desertiert waren, wie etwa der aus Maribor / Marburg stammende Franc Pen, für den derzeit ein Seligsprechungsverfahren läuft. Neben den in Graz Hingerichteten wurden noch weitere 70 Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt, von denen bis August 1943 61 in Wien exekutiert wurden.
Das Buch bietet nicht nur einen Überblick über die NS-Justiz in der Steiermark, es skizziert auch den Widerstand von jenen Männern und Frauen, die wegen ihres Kampfes gegen das Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. In über 170 Lebensgeschichten wird ein papierenes Denkmal für jene geschaffen, die aus politischen Gründen vom Regime ermordet wurden. Neben Fotos und Dokumenten finden sich auch zahlreiche Briefe, welche die Verurteilten wenige Minuten vor der Hinrichtung an ihre Angehörigen geschrieben haben. Das Buch schildert aber auch, wie nach der Befreiung mit den Opfern dieser NS-Justiz umgegangen wurde und es zeigt, wie an diese Opfer erinnert wird.

 


 

Herta Reich: Zwei Tage Zeit. Flucht, Vertreibung und die Spuren jüdischen Lebens in Mürzzuschlag. Hg. v. Heimo Gruber und Heimo Halbrainer. Geb. 212 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-37-3


Euro 15,00

Herta Reich kam 1917 als Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Mürzzuschlag zur Welt. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie von der Gestapo gezwungen, Mürzzuschlag zu verlassen. Nach einem ersten Fluchtversuch nach Belgien verließ sie im Herbst 1939 mit etwa 1000 weiteren österreichischen Jüdinnen und Juden auf Donauschiffen Wien, um sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen. Das Ziel ihrer Flucht war Palästina. Doch der Transport erreichte im Dezember 1939 nur den kleinen serbischen Donauhafen Kladovo. Erst fast ein Jahr nach dem Beginn der Flucht konnte die Reise fortgesetzt werden. Doch die Fahrt ging wieder stromaufwärts nach Šabac, wo die Flüchtlinge nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien im April 1941 in die Hände der Nationalsozialisten fielen. Herta und ihr Mann Romek Reich gehörten zu den wenigen, die den Nationalsozialisten entkommen konnten, während alle Männer als Geisel für getötete Soldaten erschossen und die Frauen und Kinder in der Nähe von Belgrad vergast wurden. Nach einer abenteuerlichen Flucht über Italien gelangte sie sechs Jahre nach der Abreise in Wien nach Palästina. In „Zwei Tage Zeit“ schildert sie diese Flucht.
Daneben handelt dieses Buch aber auch vom bescheidenen jüdischen Leben in Mürzzuschlag im 19. und 20. Jahrhundert, vom Antisemitismus, den „Arisierungen“ und der Verfolgung der Mürzzuschlager Jüdinnen und Juden.

 


 

Fritz Kolb, Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern. Hg. v. Karl Wimmler und Margit Franz. Mit einem Geleitwort von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer. Geb. 280 Seiten mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-902542-42-7


Euro 18,00

Fritz Kolb (1902–1983) war ein engagierter Reformpädagoge, Psychologe, Lehrer und Erzieher des Roten Wien. Im Sommer 1939 brechen der Naturfreunde-Alpinist Kolb und sein Wiener Kollege Ludwig Krenek zusammen mit britischen Freunden zu einer Himalaya-Expedition auf. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vor 75 Jahren, werden sie von den Briten als „feindliche Ausländer“ in vier verschiedenen Internierungslagern festgehalten. In „Leben in der Retorte“ schildert der überzeugte Antifaschist Kolb diese viereinhalb Jahre im Kreise seiner meist nationalsozialistisch gesinnten Mitinternierten.
Mit diesen Erinnerungen liefert Fritz Kolb ein historisch, politikwissenschaftliches wie psychologisch einzigartiges Dokument, das die seelischen Auswirkungen jahrelanger Internierung bei ungewissem Kriegsverlauf unverblümt offenbart und dabei tiefst menschlich berührt.

 


 

Werner Anzenberger / Heimo Halbrainer (Hg.), „Unrecht im Sinne des Rechtsstaates“ – Die Steiermark im Austrofaschismus. 304 Seiten, CLIO: Graz 2014

ISBN 978-3-902542-14-1

Euro 15,00

Die österreichische Diktatur 1933 bis 1938 ist in den letzten Jahren wieder vermehrt in den Blickpunkt der zeitgeschichtlichen Forschung gerückt. Anlässlich des 80. Jahrestages der Februarkämpfe 1934 fand in Graz und Bruck an der Mur eine Tagung statt, bei der neueste Arbeiten zu unterschiedlichen Aspekten des austrofaschistischen Regimes diskutiert wurden. Neben allgemeinen Fragen, finden sich in diesem Sammelband vor allem regionalgeschichtliche Aspekt zum Austrofaschismus in der Steiermark und dem Umgang damit nach 1945.

 

 


 

 

Margit Franz / Heimo Halbrainer (Hg.), Going East - Going South. Österreichisches Exil in Asien und Afrika, 704 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2014

ISBN: 978-3-902542-34-2

Euro 39,00

Wenn wir heute die Worte Flucht, Vertreibung, Asien und Afrika hören, haben wir zumeist ein sehr klares Bild vor Augen. Menschen aus diesen beiden Kontinenten müssen auf Grund von Bürgerkriegen, Vertreibungen und menschenunwürdigen Lebensbedingungen fliehen und versuchen nach Europa zu gelangen. Vor über 75 Jahren war die Fluchtrichtung noch eine andere: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 waren zehntausende Österreicherinnen und Österreicher gezwungen, das Land zu verlassen. Dabei scheiterten viele an den Ausreisebedingungen des Deutschen Reiches sowie an den Visa- und Einreisebestimmungen vieler westlicher Staaten. So wurden vielfach Destinationen in Afrika und Asien zu den letztmöglichen Zufluchtsorten für die Verfolgten aus dem Deutschen Reich.
Das Buch zeichnet eine neue Landkarte des Exils. Über kontinentale und ideologische Grenzen hinweg wird das Exil in Afrika und Asien von unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: wissenschaftliche Analysen, Biografien, Erfahrungsberichte, autobiografische Erinnerungen, Karten, ein flüchtlingspolitischer Überblick über die Aufnahmegesellschaften, historische Fotos, Dokumente und zeitgenössische Einschätzungen.

 


 

Heimo Halbrainer, Ursula Vennemann (Hg.) Es war nicht immer so. Leben mit Behinderung in der Steiermark zwischen Vernichtung und Selbstbestimmung 1938 bis heute. 240 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2014

ISBN: 978-3-902542-40-3

Euro 15,00

Über 2.000 Steirerinnen und Steirer wurden während der NS-Zeit ermordet, weil sie psychisch krank oder behindert waren, als aufsässig, erblich belastet oder einfach verrückt galten. Sie wurden von der Grazer Anstalt „Am Feldhof“ und seinen Zweigstellen sowie den Siechenanstalten in Knittelfeld oder Kindberg ins oberösterreichische Schloss Hartheim transportiert und dort ermordet. Nach dem Ende der NS-Herrschaft wurden diese Verbrechen rasch vergessen, verdrängt und tabuisiert. Die ideologischen Grundlagen für diese Morde, die ihren Ursprung bereits im 19. Jahrhundert hatten, die Rassenhygiene und die Höherzüchtungsphantasien, sind aber mit dem Untergang des Regimes nicht einfach verschwunden.
Der Umgang mit Menschen mit Behinderung unterlag in der Zweiten Republik einem Wandel, der von der „Verwahrung“ in oft abseits gelegenen Anstalten sich hin zu einem selbstbestimmten Leben entwickelt hat und zur heute angestrebten gesellschaftlichen Teilhabe führen soll.

 


 

Victoria Kumar: In Graz und andernorts: Lebenswege und Erinnerungen vertriebener Jüdinnen und Juden. 228 Seiten mit zahlreichen Abb., CLIO: Graz 2013

ISBN: 978-3-902542-38-0

Euro 19,00

 

Mit dem 12. März 1938, dem Tag des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich, setzte auch in Graz die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein. Das Leben der Jüdinnen und Juden war fortan gekennzeichnet von nationalsozialistischem Terror, von Entrechtung, Misshandlung und Beraubung sowie den Bemühungen, sich durch Flucht zu retten. Die Historikerin Victoria Kumar lässt über 30 Jüdinnen und Juden, die vor 1938 in Graz gelebt haben, in diesem Buch zu Wort kommen. Dabei erzählen sie vom Leben in Graz in den 1930er Jahren, ihren Erfahrungen nach dem „Anschluss“, ihrer Flucht, dem Leben in der neuen „Heimat“ und teilweise auch vom schwierigen Weg zurück.

 

 


 

Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Andreas Schweiger (Hg.) Meine Lebenswege. Die persönlichen Aufzeichnungen des Grazer Rabbiners David Herzog, CLIO: Graz 2013

ISBN: 978-3-902542-39-7

Euro 25,00

Unmittelbar nach seiner Vertreibung aus Graz begann der letzte Rabbiner der Steiermark, David Herzog, mit dem Verfassen seiner Erinnerungen. Herzog, der 1908 nach Graz gekommen und in der Folge für die Steiermark, Kärnten und bis 1918 auch für Krain zuständig war, wirkte hier nicht nur als Rabbiner und Religionslehrer, sondern auch als Professor an der Universität Graz. Er verfasste eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten u.a. zum mittelalterlichen jüdischen Leben in der Steiermark.

Herzog war aber auch – wie seine Erinnerungen zeigen – ein Chronist seiner Zeit, der als 70-Jähriger im Londoner Exil die Jahre der Radikalisierung des politischen Klimas in Graz vor dem „Anschluss“ 1938 sowie den Terror, der ihm sowie den anderen Grazer Jüdinnen und Juden entgegenschlug, niederschrieb.

 

 


Werner Anzenberger/Christian Ehetreiber/Heimo Halbrainer (Hg.)

Die Eisenstraße 1938–1945: NS-Terror – Widerstand – Neues Erinnern. 360 Seiten. CLIO: Graz 2013.

Heimo Halbrainer, Archiv der Namen. Ein papierenes Denkmal der NS-Opfer aus dem Bezirk Leoben. 130 Seiten. CLIO: Graz 2013.

ISBN: 978-3-902542-33-5

vergriffen

Entlang der Eisenstraße sedimentierte sich der NS-Staat gewissermaßen exemplarisch auf regionalpolitischer Ebene. So gab es hier vor 1938 eine kleine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder verfolgt, vertrieben und vielfach ermordet wurden. Hier schufteten zigtausende Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter für die Kriegsproduktion, hier wurde noch fünf vor 12 gemordet, als ungarische Jüdinnen und Juden den Präbichl passierten. Auf der anderen Seite war die Region ein Zentrum des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, wo ab 1943 zwischen Leoben und Hieflau eine Partisanengruppe für die Wiederherstellung eines freien und unabhängigen Österreichs kämpfte. Zwischen den Polaritäten „Massenmord versus Widerstand“ findet man entlang der Eisenstraße die gesamte Bandbreite des menschlichen Handelns unter Zwangsbedingungen, vom Widerstand gegen das Regime sowie Hilfeleistungen für Opfer über Zivilcourage bis zum Mitläufertum mit der Nazi-Obrigkeit.
Neueste Forschungen dokumentieren die Vorgeschichte der Region vor 1938, Aspekte jüdischen Lebens in der Region, den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, die Verfolgungen und das Massaker am Präbichl. Sie geben aber auch Auskunft, wie nach 1945 mit den Ereignissen umgangen wurde, wie erinnert wurde und ob und wie die NS-Verbrechen geahndet wurden. Zudem wird nach den „Handlungsspielräumen“ für bzw. gegen Menschenrechte, Menschenwürde und Demokratie gefragt. In einem Ergänzungsband werden darüber hinaus die Opfer des NS-Regimes (Widerstandskämpfer und -kämpferinnen, Jüdinnen und Juden, Deserteure, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter) biografisch vorgestellt.

 


 

Thomas Stoppacher, Jüdische Sommerfrische in Bad Gleichenberg. Eine Spurensuche, 160 Seiten mit zahlr. Abb., Graz: CLIO 2013

ISBN: 978-3-902542-35-9

Euro 15,00


Im südoststeirischen Kurort Bad Gleichenberg stellten jüdische Besucher zur Zeit der Habsburgermonarchie und der Ersten Republik über Jahrzehnte hinweg einen Großteil der jährlichen Gäste. Beginnend mit der rechtlichen Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung 1867 entwickelte sich eine speziell für die jüdischen Gäste ausgerichtete Infrastruktur. Die Besucher kamen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen sozialen Milieus. Nach dem „Anschluss“ von Österreich an das „Deutsche Reich“ 1938 wurde das jüdische Leben in Bad Gleichenberg abrupt beendet. Nach 1945 kämpften die Erben der vertriebenen jüdischen Besitzer von Liegenschaften in Bad Gleichenberg um die Rückstellung der „arisierten“ Gebäude und Vermögen.

 


 

Kurt Neumann Gefangen zwischen zwei Kriegen. Herausgegeben und eingeleitet von Heimo Halbrainer und Christian Teissl. Geb., 496 Seiten,  Graz: CLIO 2012

ISBN: 978-3-902542-30-4

Euro 27,00

Nach seiner Flucht aus Österreich begann Kurt Neumann an einem Buch zu schreiben, das die steirische Gesellschaft der Zwischenkriegszeit in Romanform porträtiert und facettenreich schildert, ihren Weg in die Katastrophe von 1938 anhand einzelner zentraler Stationen und exemplarischer Episoden nachzeichnet und aus sozialdemokratischer Sicht reflektiert.

Die kulturellen Umbrüche und geistigen Aufbrüche nach dem Ersten Weltkrieg werden darin ebenso thematisiert wie der Wunsch seines stark autobiographisch gefärbten Protagonisten, am Aufbau einer gerechteren, besseren Welt mitzuwirken bzw. nach der Niederlage der Demokratie im Februar 1934 gegen autoritäre und antidemokratische Tendenzen Widerstand zu leisten.

Neumann war bis zum 12. Februar 1934 Chefredakteur der in Graz ansässigen sozialdemokratischen Tageszeitung Arbeiterwille, ehe er erstmals nach Frankreich fliehen musste. Mitte der 1930er Jahre kehrte er, wie der Protagonist seines Romans, wieder nach Österreich zurück, wo er 1938 u.a. mit Otto Basil und Herbert Eichholzer an der Wiener Kulturzeitschrift PLAN mitwirkte und gemeinsam mit Josef Dobretsberger und Alexander Sacher-Masoch die Zeitung Neue Österreichische Blätter herausgab. Nach dem „Anschluss“ 1938 musste er erneut flüchten, wobei er über Frankreich schließlich in die USA gelangte, wo er für den Rest seines Lebens ansässig wurde.

 


 

Maruša Krese, Meta Krese, Robert Reithofer Wir sind da. MigrantInnen in der Mitte unserer Gesellschaft,  42 Seiten, Graz 2011

ISBN: 978-3-902542-27-4

Euro 15,00

„Wir sind da, wir sind längst Teil der österreichischen Gesellschaft“, sagen uns die aus der Türkei zugewanderten Frauen, Männer und Jugendlichen. Dasein als Frage nach neuen Heimaten, die doch brüchig sind; sie beinhalten immer auch Erinnerungen an türkische Landschaften, die neben den Portraits gezeigt werden. Das Buch dokumentiert eine Ausstellung im Grazer Landhaushof, dem Sitz der Steiermärkischen Regierung. Ein Doppel-Leporello zeigt die Portraits der Menschen und die Landschaften mit einfühlsamen Texten von Maruša Krese.

 


 

Claudia Kuretsidis-Haider, Irmgard Nöbauer, Winfried R. Garscha, Siegfried Sanwald, Andrzej Selerowicz (Hrsg.) Das KZ Lublin-Majdanek und die Justiz. Strafverfolgung und verweigerte Gerechtigkeit: Polen, Deutschland und Österreich im Vergleich. Graz: CLIO 2011, 480 Seiten

ISBN: 978-3-902542-26-7

Euro 38,00

 

Vor 30 Jahren – am 30. Juni 1981 – endete der größte Strafprozess der deutschen Rechtsgeschichte – das Majdanek-Verfahren in Düsseldorf.

Das im Herbst 1941 auf dem Majdanek-Hügel südlich von Lublin errichtete Konzentrationslager Lublin-Majdanek war das erste Konzentrationslager, das die Alliierten befreiten. Als am 23. Juli 1944 sowjetische und polnische Soldaten das Lagergelände betraten, fanden sie Beweise für einen Massenmord von bis dahin unvorstellbarem Ausmaß vor. Noch im August 1944 wurde eine Kommission zur Untersuchung nationalsozialistischer Verbrechen eingerichtet. Ebenfalls noch im August erließ die polnische Übergangsregierung das erste Gesetz zur Ahndung von NS-Verbrechen. Der erste KZ-Prozess fand schließlich von 27. November bis 2. Dezember 1944 vor dem Sonderstrafgericht Lublin statt. Ein in Graz vorbereiteter österreichischer Majdanek-Prozess fand hingegen nicht statt. Nach fast zehnjährigen Ermittlungen gegen 64 Tatverdächtige beantragte die Staatsanwaltschaft Graz im Oktober 1972 die Einstellung des Verfahrens. Erst im Jahr 2007 sah sich die österreichische Justiz veranlasst, die Mittäterschaft österreichischer Verdächtiger an Verbrechen in Majdanek zu untersuchen. Doch auch hier scheiterte eine Anklageerhebung am Tod der Beschuldigten Erna Wallisch.

In dem anlässlich des 30. Jahrestags des Urteils im Düsseldorfer Majdanek-Prozess erschienenen Buch wird unter anderem der Frage nachgegangen, in welchem Ausmaß Staatsanwaltschaften und Gerichte in Österreich, Deutschland und Polen dazu beigetragen haben, die Verbrechen im KZ Lublin-Majdanek aufzuklären.


Samuel Stuhlpfarrer, Martin Behr (Hg.), CAMPINGBUS, NIE! Portraits, Positionen, Perspektiven zur Krise. Geb. 80 Seiten, Graz 2011

ISBN: 978-3-902542-22-9

Euro 19,00

Die Krise hat viele Gesichter. Viele Ursachen, viele Protagonisten, Drahtzieher und Opfer. Während der mediale Mainstream sich meist in der Anonymisierung erschöpft, gibt „Campingbus, nie!“ der Armut konkrete Gesichter. Die in diesem Buch versammelten Portraits von Männern und Frauen, die im Zuge der in der zweiten Jahreshälfte 2008 einsetzenden Wirtschaftskrise an den Rand ihrer Existenzen gedrängt worden sind, beleuchten die Krise von unten. Sichtbar wird ein Bild von Menschen, die funktionierten, wie es das System verlangte bis das System selbst zu funktionieren aufhörte. Zerplatzte Träume, rundum. „Campingbus, nie“ analysiert aber auch die Strukturen der Krise und zeigt potenzielle Auswege auf. Und: Ein fotografisches Reenactment von G.R.A.M. thematisiert die Posen der (inter-)nationalen Finanzjongleure: gänzlich andere Gesichter der Krise.
Beiträge von Wolfgang Gulis, Edith Meinhart, Karl Heinz Roth, Colette M. Schmidt, Johannes Schrettle, Josef Schützenhöfer, Samuel Stuhlpfarrer, Anselm Wagner, Fritz Weber

 


 

Heimo Halbrainer, Michael Georg Schiestl (Hrsg.): „Adolfburg statt Judenburg“ – NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Region Aichfeld-Murboden. 300 Seiten mit zahlr. Abb., Graz 2011

ISBN: 978-3-902542-28-1

Euro 20,00


Bereits wenige Tage nach dem „Anschluss“ 1938 wurden aus der Bevölkerung Vorschläge eingebracht, den Namen der Stadt Judenburg zu ändern, um alles, was an Juden erinnert, zu löschen. Einer der Vorschläge war, „den bisherigen Namen der Stadt Judenburg in Adolfburg umzubenennen“.
Wenngleich diese symbolische „Entjudung“ in der Folge nicht umgesetzt wurde, so begannen die tatsächlichen Vertreibungen, Verfolgungen und Vernichtungen in der Region Aichfeld-Murboden mit dem März 1938 und endeten erst durch die Befreiung im Mai 1945.
Das Buch dokumentiert erstmals die NS-Herrschaft, die Verfolgung und den Widerstand in der Region Aichfeld-Murboden. Es geht auch auf die Zeit nach 1945 ein und zeigt, wie die Justiz und die Öffentlichkeit mit dem Nationalsozialismus umgegangen sind.

 


 

Josef Martin Presterl, Im Schatten des Hochschwab. Skizzen aus dem steirischen Widerstand. Hrsg. und eingeleitet von Heimo Halbrainer und Karl Wimmler. Geb. 376 Seiten, Graz 2011

ISBN: 978-3-902542-09-0

 

Euro 18,00

Am 26. April 1948 wurde in Ljubljana der Steirer Josef Martin Presterl im so genannten „Dachauer Prozess“ – einem titoistischen Schauprozess – zum Tode verurteilt und hingerichtet. Dieser war in den 1930er Jahren in Graz angehender Lehrer, ehe er 1935 wegen verbotener politischer Betätigung aus der Lehrerbildungsanstalt ausgeschlossen wurde.

Selbst Schriftsteller war er für Richard Zach sowohl politischer als auch literarischer Mentor. Presterl ging Ende des Jahres 1936 nach Spanien, wo er auf der Seite der Republik gegen Franco kämpfte, kam nach der Niederlage des republikanischen Spaniens in französische Lager und letztlich ins KZ Dachau.
Nach der Befreiung 1945 kehrte Presterl nach Graz zurück, um hier kulturpolitisch, publizistisch und letztlich auch verlegerisch tätig zu werden. Seine Verhaftung in Jugoslawien im Herbst 1947 hat dazu geführt, dass seine Arbeit mit dem Titel Im Schatten des Hochschwab, die bereits für den Druck vorgesehen war, nicht mehr erscheinen konnte. Darin hat Presterl anhand von Berichten ehemaliger WiderstandskämpferInnen erstmals die Geschichte des steirischen Widerstands von 1938 bis 1945 darzustellen versucht und diese um Flugblätter und Gedichte von Richard Zach ergänzt.

Lesen Sie dazu die Rezension:

Ereignis und Entdeckung: „Im Schatten des Hochschwab“– der verschollen geglaubte Widerstandsroman des Steirers Josef Martin Presterl (Erich Hackl in Presse-Spectrum, 16.4.2011)

 

Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, „So dass uns Kindern eine durchwegs christliche Umgebung geschaffen war.“ Die Heilandskirche und ihre „Judenchristen“ zwischen 1880 und 1955. 224 Seiten, Graz 2010

ISBN: 978-3-902542-24-3

 

Euro 18,00

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurde der bis dahin vor allem medial präsente Antisemitismus zur grausamen Alltagsrealität. Juden und Jüdinnen waren einer Vielzahl von Repressions- und Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten ausgesetzt und standen einer weitgehend feindlichen Öffentlichkeit gegenüber.

Wer als „Jude“ galt, war keine Frage der Selbstbestimmung mehr, sondern wurde auf Grundlage rassistischer Kriterien durch die Nürnberger Rassengesetze geregelt.
Mit dem „Anschluss“ wurden so viele Grazerinnen und Grazer, deren Eltern oder die selbst aus der jüdischen Gemeinschaft ausgetreten und zum Christentum konvertiert waren, für die Nationalsozialisten zu „Juden“ und somit zu Verfolgten.
Das Buch macht erstmals für eine evangelische Gemeinde in Österreich diese bislang nicht beachtete Opfergruppe der „Judenchristen“ sichtbar und schildert u. a. Einzelschicksale von verfolgten Grazerinnen und Grazern.

 


 

Robert Reithofer (Hrsg.), Grenzenlos. Basisbildung zwischen Empowerment und Antidiskriminierung. Mit Fotos von Maryam Mohammadi, 176 Seiten, Graz 2010

ISBN: 978-3-902542-23-6

Euro 10,00

„Bildung ist wichtig, aber nutzlos, wenn die Chancen nicht fair verteilt sind“, konstatiert der Soziologe August Gächter. Wie vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheit und struktureller gesellschaftlicher Diskriminierung Projekte im Feld der Basisbildung erfolgreich durchgeführt werden können, dieser Frage geht der Sammelband „Grenzenlos – Basisbildung zwischen Empowerment und Antidiskriminierung“ nach. Ob in Basisbildungs- und Alphabetisierungskursen oder beim Nachholen des Hauptschulabschlusses, immer steht Lernen als Erziehung zur Selbstbefreiung im Fokus. Empowerment und Antidiskriminierung stellen dabei die Leitlinien dar, die eine Gratwanderung zwischen Scheitern und Gelingen sichtbar machen.

Mit Beiträgen von August Gächter, Joachim Hainzl, Michael Kern, Eva Reithofer-Haidacher, Robert Reithofer, Mark Terkessidis, ….

 


 

Claudia Kuretsidis-Haider, Winfried R. Garscha (Hrsg.), Gerechtigkeit nach Diktatur und Krieg. Transitional Justice 1945 bis heute: Strafverfahren und ihre Quellen. 220 Seiten, Graz 2010

ISBN: 978-3-902542-17-5

 

Euro 22,00

 

Die Frage, wie Gesellschaften mit Verbrechen umgehen, die zur Zeit ihrer Begehung staatlich angeordnet oder geduldet wurden, sowie die Frage, ob es heute noch Sinn macht, Gerichtsprozesse wegen NS-Verbrechen zu führen, waren die beiden zentralen Themen einer Tagung der Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz. Die in diesem Sammelband nun vorliegenden Beiträge behandeln zum einen juristische und politische Modelle im Umgang mit den staatlich geduldeten oder angeordneten Verbrechen in Europa und im asiatischen Raum. Zum anderen beantworten die Beiträge auch die Frage, warum heute noch NS-Prozesse geführt werden sollen. Da diese mit oder ohne Urteile abgeschlossenen Verfahren wertvolle Quellen für die Forschung liefern, wird von mehreren Beiträgern auch der Frage, wie mit diesen Quellen umzugehen ist, nachgegangen.

 

Mit Beiträgen von Wolfgang Form, Stefan Klemp, Witold Kulesza, Klaus Marxen, Hermann Frank Meyer, Roland Miklau, Lorenz Mikoletzky, Dick de Mildt, Martin F. Polaschek, Wolfram Pyta, Astrid Reisinger Coracini, Joachim Riedel, Peter Steinbach, Otto Triffterer, Efraim Zuroff

 



Paolo Caneppele, Die Republik der Träume. Bruno Schulz und seine Bilderwelt, 186 Seiten gebunden, Graz 2009

ISBN: 978-3-902542-13-7

 

Euro 18,00

 

Der 1892 im galizischen Drohobytsch geborene Bruno Schulz, ein – wie Karl-Markus Gauß festhielt, „zwergwüchsiger Zeichenlehrer und Künstler von überragender Größe, hat ein literarisches Werk hinterlassen so schmal, dass ein Buch es zu fassen vermag, so eigentümlich, dass keine Lesart allein ihm angemessen wäre und bedeutend genug, dass sein Autor mit ihm in die Weltliteratur eingegangen ist.“

Schulz verbrachte, so die gängige Meinung, sein Leben fast ausschließlich in seinem Heimatort, wo er in den 1930er Jahren die Erzählungen „Die Zimtläden“ oder „Das Sanatorium zur Todesanzeige“ schuf. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurde Schulz im Ghetto von Drohobytsch interniert. Dort wurde er 1942 auf offener Straße erschossen.

 

Der Filmhistoriker Paolo Caneppele nähert sich in „Republik der Träume. Bruno Schulz und seine Bilderwelt“ den Arbeiten Schulz’ nicht literaturwissenschaftlich sondern schlägt eine visuelle Lektüre und Interpretation des Werkes vor. Zudem rollt er die Biographie des Künstlers neu auf und weist lange und entscheidende Aufenthalte von Schulz in Wien nach, die sein Werk prägten.

 


 

Gerald Lamprecht (Hrsg.), „So wirkt Ihr lieb und hilfsbereit.“ Jüdische Frauen in der Geschichte, 154 Seiten, Graz 2009

ISBN: 978-3-902542-06-9

 

Euro 12,00

 

Die Rollen der Frau im Judentum, das Geschlechterverhältnis und dessen Wandlungen blieben innerhalb der historischen Forschung lange Zeit unberücksichtigt. Erst in den letzten Jahrzehnten fanden genderspezifische Ansätze Eingang in die Geschichtswissenschaften und mit etwas Verspätung auch in die Jüdische Geschichte. Der vom Leiter des Centrums für Jüdische Studien der Universität Graz Gerald Lamprecht herausgegebene Sammelband mit Beiträgen von Kirsten Heinsohn (Hamburg), Martha Keil (Wien / St. Pölten), Dieter Hecht (Wien), Michaela Raggam-Blesch (Wien), Eleonore Lappin (Wien / St. Pölten), Andreas Brämer (Hamburg) und Roberta Maierhofer (Graz) gibt einen Ein- und Überblick über „Geschlechtergeschichte und Jüdische Geschichte“, „Jüdische Frauen im Mittelalter“, „Jüdische Frauen und Frauenvereine in Österreich bis 1938“, „Mädchen in der jüdischen Jugendbewegung“, „Jüdische Frauen zwischen Ost und West“, „Jüdische Frauen im niederen Schulwesen“ und „Jüdische Frauengestalten, die gestalten am Beispiel von Kim Chernin“.


 

Maruša Krese, Meta Krese, Robert Reithofer, Neue Heimaten? Ein Versuch 96 Seiten, Graz 2010

ISBN 978-3-902542-21-3

 

Euro 8,00

 

In den Diskussionen um Migration und Integration werden die sozialen Alltagsrealitäten von zugewanderten Menschen kaum ernsthaft thematisiert. Die Arbeiten von Maruša Krese und Meta Krese setzen dazu einen Kontrapunkt. Die beiden Künstlerinnen haben das Gespräch mit MigrantInnen aus der Türkei gesucht. Sichtbar gemacht werden verborgene Lebensgeschichten, die keinem geschönten, aber immer respektvollen Blick geschuldet sind.

Gewollt oder nicht gewollt: Migration ist unwiderruflich Alltag. Das können wir aus den Alltagsgeschichten, die uns erzählt werden, lernen, vor allem die Aufnahmegesellschaft sollte dies lernen. Immerhin steht damit die Frage der Menschenrechte, der Zugehörigkeit jenseits nationalistischer Grenzziehungen an, in den Worten Maruša Kreses die Frage danach, was Menschen gerecht wird, in all ihrer Verschiedenheit, konkret und alltäglich.

 


 

Karl Wimmler

Karl Wimmler, Notizen über Hanna. Eine Erzählung, CLIO: Graz 2009, 320 Seiten.

ISBN: 978-3-902542-20-5

21,00 Euro

 

Karl Wimmler legt, unter einem denkbar bescheidenen Titel, sein erstes Buch vor, einen umfangreichen, formal vielschichtigen zeithistorischen Romanessay. Die titelgebende Figur – von einer „Hauptfigur“ zu sprechen verbietet die zutiefst demokratische Erzählweise – ist Hanna Kindler. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend (die Mutter früh an der Spanischen Grippe gestorben, der Vater vor der Zeit gealtert und kränkelnd, die Stiefmutter ein einziger wandelnder Vorwurf), gelingt es ihr bereits als Jugendliche, den Schritt hinaus zu machen: aus dem Angestammten ins Fremde, aus der obersteirischen Provinz in die Hauptstadt, in das heftig angefeindete Rote Wien der späten zwanziger Jahre. Vornehmlich jüdische Familien aus dem Wiener Bürgertum sind es, bei denen Hanna Anstellung als Hausgehilfin findet und bei denen sie lernt, frei zu atmen und sich frei zu bewegen. Von einer Familie wird sie zur anderen weitergereicht und gelangt so Mitte der dreißiger Jahre nach Antwerpen, um von dort kurz vor dem so genannten „Anschluss“ im Spätwinter 1938 nach Österreich zurückzukehren und ihren Jugendfreund, den aus ähnlich beengenden familiären Verhältnissen stammenden Josef Schanitz, zu heiraten, einen ehrgeizigen jungen Techniker und bedingungslosen Anhänger der Nazis. Diese Rückkehr in die befremdliche, entstellte Heimat erweist sich bald als ein Fehler, der ihr den Weg ins Offene, in ein selbstbestimmtes Leben für immer versperrt...

Wimmlers vielfarbiger und vielstimmiger Text bemüht sich keine Zeile lang darum, die Illusion eines in sich geschlossenen, leicht konsumierbaren Epochenbildes zu erzeugen, sondern leistet es sich, voller Brüche zu sein, lässt die Innensicht der Figuren und die Außensicht des Erzählers, der immer wieder Einspruch erhebt und seinen Widerspruch anmeldet, nebeneinander bestehen.

Christian Teissl in Korso (September 2009)



Christian Ehetreiber, Bettina Ramp, Sarah Ulrych (Hrsg.), “… und Adele Kurzweil und …“ Fluchtgeschichte(n) 1938 bis 2008, 208 Seiten, CLIO: Graz 2009

ISBN: 978-3-902542-19-9

 

Euro 19,00


Ein Kofferfund verbindet das Jahr 1938 mit der Gegenwart. Die im Koffer gefundenen Dokumente führen nach Graz, Paris, Montauban in Südfrankreich und nach Auschwitz, wo die Fluchtgeschichte der Familie Kurzweil im August 1942 tödlich endete. Die Erinnerung an die ermordete Familie Kurzweil endet indes nicht in den Gaskammern der Nazis. Denn der zufällige Kofferfund inspirierte vor einigen Jahren Jugendliche zu einem zeitgeschichtlichen Projekt, das in Form einer Wanderausstellung und des gleichnamigen Buches „Der Koffer der Adele Kurzweil“ publiziert wurde. Im Erinnerungsjahr 2008 machte sich abermals eine Grazer Jugendgruppe auf die Spurensuche nach „Flucht und Migration“ zwischen 1938 und 2008. Das Buch „… und Adele Kurzweil und …“ ist Zeichen einer neuen Erinnerungskultur, die auf den intergenerativen Dialog setzt.


 

Mit Beiträgen von

 

 

Heimo Halbrainer, Bettina Ramp, Sarah Ulrych, Julian Ausserhofer, Peter Gstettner, Franz Stangl, Mario Liftenegger, Herbert Langthaler, Christian Ehetreiber



 


Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Ursula Mindler, unsichtbar – NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Steiermark, 314 Seiten, mit zahlreichen tw. farbigen Abbildungen, CLIO: Graz 2008

ISBN 978-3-902542-11-3

Euro 25,00

"Davon haben wir nichts gewusst!" kann wohl als einer jener Stehsätze gesehen werden, die prägend für die Gedächtnislandschaft der Zweiten Republik waren. Er war Ausdruck für den Umgang vieler ÖsterreicherInnen mit den Erfahrungen und Ereignissen des Nationalsozialismus.

Zudem bestimmte er nicht nur über viele Jahre das öffentliche Gedenken an die NS-Zeit, sondern hatte auch konkrete Auswirkungen auf Fragen der Übernahme von Verantwortung durch den Staat wie auch durch die österreichische Gesellschaft für das, was zwischen 1938 und 1945 geschehen ist und Menschen angetan wurde.

Das Buch greift diesen Satz auf, um ihn auf mehreren Ebenen in Frage zu stellen. Dabei zeigt sich, dass die Nationalsozialisten die Mittel, die sie zur Schaffung der "Volksgemeinschaft" und des "Tausendjährigen Reiches" ergriffen, publizierten und lauthals verkündeten.

Erstmals wir mit einer Vielzahl an Dokumenten ausführlich die un-/sichtbare Ausgrenzung, Verfolgung, Beraubung und der NS-Terror in der Steiermark dargestellt. Zudem werden der sich weitgehend im Verborgenen vollziehende Widerstand gegen den Nationalsozialismus, die WiderstandskämpferInnen, ihre ideologischen Wurzeln und Taten ins Blickfeld gerückt und damit der Unsichtbarkeit entrissen.

 



 

Robert Reithofer (Hrsg.), Korrektur der Bilder. Lokale Herausforderungen von Migration im internationalen Kontext. ISOP zur regionale08, CLIO: Graz 2009, 124 Seiten

ISBN 978-3-902542-18-2

Euro 9,00


Im Rahmen der regionale08 hat ISOP mehrere Projekte durchgeführt. Die einzelnen Beiträge des Buches fordern eine Korrektur der Bilder von Migration, sowohl was Klischeevorstellungen über „den“ Islam anlangt als auch die Migrationspolitik der EU.




Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht / Ursula Mindler, NS-Herrschaft. Verfolgung und Widerstand in der Steiermark. Unterrichtsmaterialien, CLIO: Graz 2009, 22 Blätter

ISBN: 978-3-902542-10-6

Euro 10,00

Ziel dieser Mappe ist es, PädagogInnen Materialien zum Thema „NS-Herrschaft. Verfolgung und Widerstand“ mit einem ganz konkreten Steiermarkbezug zur Verfügung zu stellen. Dabei werden nicht nur die so genannten großen Erzählungen präsentiert, sondern es wird versucht, die konkreten Auswirkungen nationalsozialistischer Herrschaft auf die einzelnen Menschen durch Einzelschicksale sichtbar zu machen.



Claudia Kuretsidis-Haider, Heimo Halbrainer, Elisabeth Ebner (Hrsg.), Mit dem Tode bestraft. Historische und rechtspolitische Aspekte zur Todesstrafe in Österreich im 20. Jahrhundert und der Kampf um ihre weltweite Abschaffung, CLIO: Graz 2008, 204 Seiten

 

ISBN: 978-3-902542-16-8

Euro 22,00

Anlässlich des 40. Jahrestages der endgültigen Abschaffung der Todesstrafe in Österreich fand in Wien ein internationales Symposion statt, bei dem neben der internationalen Situation vor allem die Geschichte der Anwendung der Todesstrafe aber auch deren Ablehnung in Österreich im Mittelpunkt standen, wobei der Bogen vom Ende der Monarchie und dem Ersten Weltkrieg über die Zwischenkriegszeit und die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Nachkriegszeit gespannt wurde.

 

 



 

Erich Herbert Schneider, Erbauungsbuch für den deutschen Spießer. Herausgegeben und und mit einem Nachwort versehen v. Gerhard Fuchs, Clio: Graz 2008,  180 Seiten, Hardcover.

ISBN 978-3-902542-07-6

Euro 18,00

Soldat, Vagabund, dann Landwirt und Schriftsteller - der seit Anfang der 30er Jahre in Thal bei Graz ansässige gebürtige Dresdner Erich Herbert Schneider ist innerhalb der steirischen Literatur dieser Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Das 1937 erstmals erschienene und nun wieder aufgelegte Erbauungsbuch für den deutschen Spießer ist ein erstaunlicher, bislang kaum wahrgenommener Solitär, eine beunruhigend Tour d`Horizon über das politische und kulturelle Wetterleuchten kurz vor dem "Anschluss", eine betont subjektive, ironische Stellungnahme zu den Zeitläufen - dem Nationalismus, dem Antisemitismus, der Rassenideologie, der bornierten Dummheit, eine Proklamation von Europäertum, Pazifismus, Lebenszugewandtheit und Individualismus.

 

 



 

Erich Herbert Schneider, Gedichte aus dem Paulustor. Herausgegeben und eingeleitet v. Heimo Halbrainer und Christian Teissl, CLIO: Graz 2008, 90 Seiten

ISBN 978-3-902542-08-3

Euro 16,00

1938. Zahlreiche Gegner des NS-Regimes werden verhaftet und eingekerkert. Unter ihnen: Erich Herbert Schneider. Hinter den kalten Mauern des Gestapo-Gefängnisses beim Paulustor schreibt der gebürtige Dresdner seine zwischen hoffnungsfroher Zuversicht und quälender Verzweiflung pendelnden Gedanken und Gefühle nieder – erst mit einem rostigen nagel in das Leder seines Reisekoffers, dann mit einem Bleistiftstummel auf Papierfetzen.

 

 



DOKU Graz (Hrsg.), frauen. leben. vielfalt. Zeitzeuginnen- und Zukunftsarchiv, CLIO: Graz 2008, 120 Seiten

ISBN 978-3-902542-03-8

Euro 9,90

Die zweite Frauenbewegung zählt zu den prägendsten und lebendigsten Bewegungen der letzten Jahrhunderthälfte – umso wichtiger ist es, dass sie den ihr gebührenden Platz in der Geschichtsschreiberhält.

 

 

 

 



 


 

 

Michaela Strapatsas (Hrsg.), „Region der Vielfalt/Regija raznolikosti“ Kulturelle Vielfalt ohne Diskriminierung – Kulturna raznolikost brez diskriminacije. (= CLIO Historische und gesellschaftspolitische Schriften. Bd 6), CLIO: Graz 2008, ISBN 978-3-9500971-8-4, 220 Seiten.

Euro 19,00

Die Gleichbehandlungsrichtlinie und die Antirassismusrichtlinie der Europäischen Union definieren zwar den Umgang mit kultureller Vielfalt als zentralen Auftrag für die Mitgliedstaaten und schreiben diesen die Umsetzung von Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierungen aus Gründen „des Geschlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung“ vor, ihre praktische Umsetzung stellt die Mitgliedstaaten jedoch vor enorme Herausforderungen.

 

 

 

 


 

 

Heimo Halbrainer, „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“ Denunziation in der Steiermark 1938-1945 und der Umgang mit den Denunzianten in der Zweiten Republik, CLIO: Graz 2007, 324 Seiten, Hardcover

ISBN: 978-3-902542-02-1

Euro 29,00

 

 

„Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste schon Hoffmann von Fallersleben, als er diesen Satz Mitte des 19. Jahrhunderts niederschrieb. Seit damals hat sich der üble Beigeschmack, der dem Denunzianten anhaftet, nicht geändert.

 

 

 




Maria Cäsar / Heimo Halbrainer (Hrsg.), „Die im Dunkeln sieht man doch“ Frauen im Widerstand – Verfolgung von Frauen in der Steiermark, CLIO: Graz 2007, 224 Seiten, Broschur

ISBN 978-3-902542-05-2

Euro 19,00

Mehr als 60 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus gibt es für die Steiermark noch immer keine größere Studie über den gegen das NS-Regime gerichteten Widerstand. Dass daher Frauen im steirischen Widerstand ausgeblendet blieben, ist genauso evident, wie die Tatsache, dass ohne den Anteil der Frauen ein großer Teil des Widerstands in der Steiermark gar nicht möglich gewesen wäre.

 


 

Gerald Lamprecht (Hrsg.), Antisemitismus, Antizionismus und Israelfeindschaft, CLIO: Graz 2007, 124 Seiten, Broschur

ISBN 978-3-902542-01-4

Euro 12,00

Seit mehreren Jahren sind in Europa und einigen arabisch-muslimischen Ländern vermehrt antisemitische Ausschreitungen und Aktivitäten feststellbar. In diesem Zusammenhang ist seit dem September 2001 auch immer wieder von einem so genannten neuen Antisemitismus die Rede.

 

 

 



Heimo Halbrainer / Claudia Kuretsidis-Haider (Hrsg.), Kriegsverbrechen, NS-Gewaltverbrechen und die europäische Strafjustiz von Nürnberg bis Den Haag, CLIO: Graz 2007, 316 Seiten, Broschur

ISBN 978-3-902542-04-5

Euro 25,00

Völkermord und staatlichen Gewaltverbrechen prägten das „kurze 20. Jahrhundert“ (Eric Hobsbawm), wobei die Shoa, die Ermordung der europäischen Juden und Jüdinnen, in ihrer Dimension und Intensität alles vorher Gekannte übertraf.

 

 

 

 



 

Maria Cäsar, „Ich bin immer schon eine politische Frau gewesen“ – Widerstandskämpferin und Zeitzeugin. Herausgegeben von Heimo Halbrainer, CLIO: Graz 2006,  162 Seiten mit zahlreichen Abb., Broschur

ISBN 978-3-902542-00-7

Euro 12,00

Aus Anlass ihres Geburtstages erschien eine Festschrift für Maria Cäsar, die – wie sie selbst einmal meinte – „immer schon eine politische Frau gewesen“ ist. Der Weg, den sie gegangen ist und der in dieser Schrift auch skizziert wird, war zumeist einer, der nicht immer leicht war.

 

 

 

 


 

 

Heimo Halbrainer / Christian Ehetreiber (Hrsg.), Todesmarsch Eisenstraße 1945. Terror, Handlungsspielräume, Erinnerung: Menschliches Handeln unter Zwangsbedingungen, CLIO: Graz 2005,  250 Seiten mit zahlreichen Abb., Broschur

ISBN 3-9500971-9-8

Euro 22,00 (vergriffen!)

Am 7. April 1945 verübte der Eisenerzer Volkssturm einen Massenmord am Präbichl an über 200 ungarischen Juden, die vom so genannten „Südostwall-Bau“ nach Mauthausen getrieben wurden. Im Oktober 2000 haben die Stadt Eisenerz, ein ehrenamtliches Eisenerzer Personenkomitee und die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus ein mehrjähriges Gedenkprojekt begonnen.

 


Herbert Eichholzer, Abessinische Reise 1925/26. Herausgegeben und mit eine Nachwort versehen von Heimo Halbrainer und Gabriele Anderl, CLIO: Graz 2004. , 122 Seiten mit zahlr. Abb., Broschur

ISBN 3-9500971-7-1

Euro 12,00

Der Grazer Architekt Herbert Eichholzer war gemeinsam mit Ferdinand Bilger, Walter Ritter, Wilhelm Ronnicke, Franz Stolba und Franz Wulz am 25. Juli 1925 von Graz aus aufgebrochen, um bis Mitte Februar 1926 Eritrea und Abessinien zu durchqueren.

 

 


Anita Farkas, Geschichte(n) ins Leben. Die Bibelforscherinnen des Frauenkonzentrationslagers St. Lambrecht, CLIO: Graz 2004, 256 Seiten mit zahlreichen Abb., Broschur

ISBN 3-9500971-6-3

Euro 18,00

Im Mai 1943 wurde im beschlagnahmten Benediktinerstift St. Lambrecht ein Frauenkonzentrationslager errichtet. In diesem Nebenlager des KZ Ravensbrück und Mauthausen wurden dreiundzwanzig Bibelforscherinnen zur Zwangsarbeit gezwungen.

 

 



 

Werner Anzenberger / Heimo Halbrainer / Gabriela Stieber, Konflikt und Integration. Die Lager Trofaiach 1915-1960, CLIO: Graz 2003,  104 Seiten mit zahlreichen Abb., Broschur

ISBN 3-9500971-4-7

Euro 8,00

Fast ein halbes Jahrhundert lang prägten Lager unterschiedlicher Größe und Bestimmung in Trofaiach und Gai zu einem nicht unbeträchtlichen Teil das soziale Leben der Gemeinden. Gleichzeitig spiegelten diese Lager die Brüche und Verwerfungen wider, die Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert erfahren hatte.

 

 


 

Heimo Halbrainer (Hrsg.), „Feindbild Jude“ – Zur Geschichte des Antisemitismus, CLIO: Graz 2003, 116 Seiten, Broschur

ISBN 3-9500971-3-9

Euro 9,00

Der erste Band der „Historischen und gesellschaftspolitischen Schriften“ ist das Ergebnis einer Vortragsreihe, die CLIO 2003 durchgeführt hat. Die am Institut für Geschichte der Juden in Österreich in St. Pölten tätige Historikerin Eleonore Lappin bietet darin einen Längsschnitt des Antisemitismus von der Antike bis heute, wobei sie auf die Kontinuität von antisemitischen Feindbildern ebenso eingeht wie sie den Wandel dieser antisemitischen Stereotype im historischen Kontext beleuchtet.

 


Heimo Halbrainer (Hrsg.), "In der Gewißheit, daß Ihr den Kampf weiterführen werdet" Briefe steirischer Widerstandskämpfer aus Todeszelle und KZ, CLIO: Graz 2000, 244 Seiten mit zahlr. Abb., Broschur

ISBN 3-9500971-1-2

Euro 16,00 (vergriffen)

 

Zwischen 1938 und 1945 wurden in der Steiermark über 20.000 Menschen aus politischen Gründen von der Gestapo verhaftet. Tausende kamen in Konzentrationslager oder wurden vor ein nationalsozialistisches Sondergericht – den Volksgerichtshof – gestellt.

 

 

 


 

Herta Reich, Zwei Tage Zeit. Herta Reich und die Spuren jüdischen Lebens in Mürzzuschlag, CLIO: Graz 1999,  120 Seiten mit zahlreichen Abb., Broschur

ISBN 3-9500971-0-4

Euro 10,00 (vergriffen!)

Im Herbst 1939 verließ die Mürzzuschlagerin Herta Eisler-Reich mit weiteren 1000 Jüdinnen und Juden auf einem Donauschiff Wien, um sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen.

 

 


 

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