CLIO Veranstaltungen November 2017 bis März 2018

 

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Veranstaltungen November, Dezember 2017


 

„Rosen für den Mörder“ – Die zwei Leben des NS-Täters Franz Murer

Buchpräsentation und Diskussion

Wer Lebensmittel ins Wilnaer Ghetto schmuggelte, wurde eingesperrt oder sofort erschossen. In einem Schmuggler-Lied im Ghetto von Wilna wurde der für seine strengen Kontrollen am Ghettotor bekannte Franz Murer so besungen: „Mir ducht sich, as ess schtejt do Murer – Undser besster guter frajnt.“ Der steirische Bauernsohn Franz Murer errichtete im Ghetto von Wilna eine wahre Herrschaft des Schreckens. Seine Brutalität und sein Sadismus waren gefürchtet. Der Mann, der Tausende Juden in den Tod schickte, wollte nach dem Krieg von diesen Verbrechen nichts mehr wissen, der Staatsvertrag rettete ihn vor 25 Jahren Zwangsarbeit, zu der ihn 1948 ein Militärgericht in Wilna verurteilt hatte. Ein Grazer Geschworenengericht sprach ihn 1963 von neu erhobenen Anschuldigungen frei.

Johannes Sachslehner schildert in seinem Buch „Rosen für den Mörder“ die „zwei Leben des NS-Täters Franz Murer.

 

Diskussion mit Dr. Johannes Sachslehner (Historiker, Wien) und Dr. Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)

Mittwoch, 29. November 2017, 18.00 Uhr

GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

Eine Veranstaltung von Styria und CLIO

 

 


 

Camaradas: ÖsterreicherInnen im Spanischen Bürgerkrieg

Ausstellungseröffnung und Buchpräsentationen

Am 17. Juli 1936 putschten spanische Generäle gegen ihre demokratisch gewählte Regierung und traten damit den Spanischen Bürgerkrieg los. Drei Monate später wurden die Internationalen Brigaden gegründet, denen sich in den kommenden zwei Jahren an die 35.000 Männer und Frauen aus vielen Ländern anschlossen, unter ihnen 1.400 ÖsterreicherInnen. Die Ausstellung möchte das Schicksal dieser österreichischen Interbrigadisten vor Augen führen und ihre Lebenswege nachzeichnen.

Das gleichnamige Buch unternimmt den Versuch, eine Leerstelle im sozialen Gedächtnis Österreichs zu füllen und aus einer interdisziplinären Perspektive über die Teilnahme der rund 1.400 ÖsterreicherInnen nachzudenken. Neue Erkenntnisse in der internationalen Aufarbeitung des Themenbereichs, die Öffnung russischer Archive und die jüngsten Forschungsergebnisse zur österreichischen Geschichte der dreißiger und vierziger Jahre erlauben es, einen neuen Blick auf das Thema zu werfen

 

Einleitende Worte: Univ. Prof. Dr. Oliver Rathkolb (Uni Wien), Miguel Alonso Berrio (Spanische Botschaft), Dr. Gerhard Baumgartner (DÖW), Dr. Eva Friedler (Vereinigung österreichischer Freiwilliger), DI Eugen Gross (prenninger gespräche)

Zur Ausstellungund Buchpräsentation: Dr. Georg Pichler (Universidad de Alcalá, Madrid)

Mittwoch, 6. Dezember 2017, 18.30 Uhr

Universität Wien: Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte / Spitalgasse 2-4, Hof 1.12 / 1090 Wien

Die Ausstellung ist vom 7. Dezember 2017 bis 9. Mai 2018 zu sehen.

 

Eine Veranstaltung der Universität Wien (Institut für Zeitgeschichte, Universitätsbibliothek Wien), dem Verein „prenninger gespräche“, CLIO, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Vereinigung österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1936-1939, Asociación de Amigos de las Brigadas Internacionales Fundación Pablo Iglesias, Foro Cultural de Austria en Madrid

 


 

Camaradas: ÖsterreicherInnen im Spanischen Bürgerkrieg

Buchpräsentation und Lesung aus Berichten steirischer SpanienkämpferInnen

Unter den österreichischen Interbrigadisten waren auch 172 Steirer und zwei Steirerinnen. Einige von ihnen haben ihre Erinnerungen niedergeschrieben oder in Interviews ausführlich dazu Stellung genommen. Wir bringen Auszüge daraus und stellen zudem das Buch vor, in dem in mehreren Beiträgen auf den Betrag der steirischen SpanienkämpferInnen eingegangen wird.

 

Dr. Georg Pichler (Universidad de Alcalá, Madrid) und Dr. Heimo Halbrainer (CLIO Graz)

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 18.00 Uhr

GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

Eine Veranstaltung von CLIO und dem Verein „prenninger gespräche“

 


 

Neue CLIO Bücher im Herbst 2017


Bitte bestellen Sie per Mail oder Fax (0316/72 00 51).

 

Georg Pichler / Heimo Halbrainer (Hg.): Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939. 348 S. u. zahlr. Farbfotos und Dokumenten

ISBN 978-3-902542-56-4

Euro 25,00

 

80 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs unternimmt das Buch den Versuch, eine Leerstelle im sozialen Gedächtnis Österreichs zu füllen und aus einer interdisziplinären Perspektive über die Teilnahme der rund 1.400 Österreicher und Österreicherinnen nachzudenken. Neue Erkenntnisse in der internationalen Aufarbeitung des Themenbereichs, die Öffnung russischer Archive und die jüngsten Forschungsergebnisse zur österreichischen Geschichte der dreißiger und vierziger Jahre erlauben es, einen neuen Blick auf das Thema zu werfen. Im Rahmen der gedächtnispolitischen Debatte um den Stellenwert des Bürgerkriegs in der spanischen und europäischen Geschichte werden Themenkomplexe wie die künstlerische und literarische Verarbeitung, der Beitrag der Frauen, Übersetzen und Dolmetschen, ideologische Aspekte innerhalb der Internationalen Brigaden oder die Teilnahme von Österreichern auf Seiten der aufständischen Generäle behandelt.

Mit Beiträgen von Werner Abel, Benito Bermejo, Günter Eisenhut, Linda Erker, Irene Filip, Joachim Gatterer, André Getreuer-Kostrouch, Erich Hackl, Heimo Halbrainer, Ernest Kostrouch, Christoph Kugler, Jakob Matscheko, Barry McLoughlin, Reinhard Müller, Georg Pichler, Karl Wimmler, Michaela Wolf

 

 


Frank Stern: Filmische Visionen. Deutsch-österreichisch-jüdische Metamorphosen im israelischen Kino (=Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien. 11), Geb., 96 Seiten

ISBN 978-3-902542-60-1, CLIO: Graz 2017

Euro 12,00

Eine der ungeschriebenen Geschichten der zionistischen Migration und der Flucht aus dem Machtbereich der NS-Herrschaft ist die Entwicklung des jüdischen und israelischen Films seit den 1920er Jahren. Gab es seit dem Ersten Weltkrieg zahlreiche dokumentarische Versuche, den Aufbaus des Jishuvs, der jüdischen Ansiedlung in Palästina mit filmischen Mitteln festzuhalten und für ein jüdisches und nichtjüdisches Publikum in Europa und in Nordamerika sichtbar zu machen, so wurden erst seit den 1930er Jahren Spielfilme produziert.

Lange vor der Gründung des Staates Israel gab es einen jüdischen, einen israelischen Film, der sich mit den Erfahrungen der Pioniere, den Problemen im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit dem Verhältnis von Mensch und Natur, mit ethischen Fragen und den Erinnerungen der aus Europa Geflohenen befasste.

In diesen Filmproduktionen spielten hinter und vor der Kamera die Einwanderer aus Mitteleuropa, aus Deutschland und aus Österreich eine besondere Rolle. In der formativen Periode des israelischen Films waren es vor allem die filmischen Erfahrungen, insbesondere der vertriebenen FilmkünstlerInnen, die dazu führten, dass der Begriff Jeckenoa entstand – eine Verbindung von Jekkes, deutschsprachigen Juden, und Kolnoa – hebräisch für Kino.