Aktuell im Jänner 2010
Mauthausen besuchen – und dann?
Vortrag mit Diskussion
Wenn rechtsextreme Äußerungen oder Handlungen junger Menschen wieder einmal öffentliches Aufsehen erregen, wird besonders deutlich, was sich Politik, Medien und Pädagogik häufig als Gegenmaßnahme vorstellen: einen Besuch in einer Gedenkstätte, der die jungen Menschen ein für allemal von faschistischen Anwandlungen heilt.
Warum das zu kurz gedacht ist, soll am Beispiel der KZ-Gedenkstätte Mauthausen besprochen werden, wo seit zwei Jahren an pädagogischen Konzepten gearbeitet wird, die nicht von dieser vereinfachten Grundannahme ausgehen, sondern Möglichkeiten suchen, wie junge Menschen zu einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit dem Ort und mit der NS-Geschichte angeregt werden können.
Christian Angerer und Yarif Lapid (Gedenkstätte Mauthausen)
Dienstag, 26. Januar 2010, 19.00 Uhr
stadmuseumgraz / Sackstraße 18 / 8010 Graz
Eine Kooperation mit dem Centrum für Jüdische Studien der Uni Graz und erinnern.at
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Erinnern
Im gesamten Herbstprogramm 2009/10 setzen wir unseren Themenschwerpunkt des Jahres 2009 – Erinnern – fort. Erinnerung und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist vielfältig und spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab:
So geht es im Herbst unter anderem um Erinnern im öffentlichen Raum (wie beim Gedenk- und Versöhnungstreffen am Präbichl/Eisenerz) und im künstlerischen Bereich (wie bei der Installation von Karen Finley), aber auch um biographische Zugänge, welche ebenfalls unterschiedlich ausfallen können: von der klassischen Biographie (wie das Buch Gerhard Oberkoflers über den aus Graz stammenden jüdischen Historiker Samuel Steinherz) über autobiographische Erinnerungen (wie jene von Ernö Lazarovits) bis hin zur literarischen Fiktion (wie Karl Wimmlers „Notizen über Hanna“).
"Erinnern" bedeutet auch Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte – der „Verein BauKultur Steiermark“ gestaltet dazu ein eigenes Symposium („Vom ‚Heimatschutz’ zur ‚Baukultur'") das sich kritisch der Vergangenheit annimmt. Christian Gerlach widmet sich schließlich der Frage der "Täter"-Forschung im Kontext des Nationalsozialismus – diesem Thema hat sich auch der Regisseur Marcus J. Carney filmisch angenommen: er filmte die Auseinandersetzung seiner Familie mit ihrer NS-Vergangenheit.
"Erinnern" bedeutet auch Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte – der „Verein BauKultur Steiermark“ gestaltet dazu ein eigenes Symposium („Vom ‚Heimatschutz’ zur ‚Baukultur'") das sich kritisch der Vergangenheit annimmt. Christian Gerlach widmet sich schließlich der Frage der "Täter"-Forschung im Kontext des Nationalsozialismus – diesem Thema hat sich auch der Regisseur Marcus J. Carney filmisch angenommen: er filmte die Auseinandersetzung seiner Familie mit ihrer NS-Vergangenheit.
Auf wissenschaftlicher Ebene setzt sich Paul Levine mit der Frage der Erinnerung und der "historischen Wahrheit" auseinander; Christian Angerer und Yarif Lapid sprechen über Erinnern am Beispiel der Gedenkstätte Mauthausen, und die Tagung des Vereins XENOS zum Thema "Rechtsextremismus in Österreich" stellt Fragen an die Gegenwart.
CLIO wird unterstützt durch: Land Steiermark: Kultur, Land Steiermark: Soziales, Land Steiermark: Wissenschaft, Land Steiermark: Jugend, Zukunftsfonds der Republik Österreich, Stadt Graz: Kultur, Stadt Graz: Wissenschaft, Mitgliedsbeiträge und Spenden
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