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CLIO aktuell

„Sei nicht böse, dass ich im Kerker sterben muss.“ – NS-Justiz und Widerstand in Graz

Vortrag und Buchpräsentation

NS Justiz

Inhaltsverzeichnis als pdf

Das Rechtsverständnis während der Zeit des Nationalsozialismus lautete „Recht ist, was dem Volke nützt“. Daher wurde jede Form der politischen Abweichung und Auflehnung, ja selbst die Solidarität mit den Familien von politisch Verfolgten von Sondergerichten geahndet. Weit mehr als 1.000 Urteile ergingen deshalb in Graz, über 200 davon waren Todesurteile. Allein zwischen August 1943 und März 1945 wurden im Landesgericht Graz 106 Männer und Frauen hingerichtet, da sie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren, nicht mehr an den „Endsieg“ geglaubt hatten oder desertiert waren, wie etwa der aus Maribor / Marburg stammende Franc Pen, für den derzeit ein Seligsprechungsverfahren läuft. Neben den in Graz Hingerichteten wurden noch weitere 70 Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt, von denen bis August 1943 61 in Wien exekutiert wurden.
Das Buch bietet nicht nur einen Überblick über die NS-Justiz in der Steiermark, es skizziert auch den Widerstand von jenen Männern und Frauen, die wegen ihres Kampfes gegen das Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. In über 170 Lebensgeschichten wird ein papierenes Denkmal für jene geschaffen, die aus politischen Gründen vom Regime ermordet wurden. Neben Fotos und Dokumenten finden sich auch zahlreiche Briefe, welche die Verurteilten wenige Minuten vor der Hinrichtung an ihre Angehörigen geschrieben haben. Das Buch schildert aber auch, wie nach der Befreiung mit den Opfern dieser NS-Justiz umgegangen wurde und es zeigt, wie an diese Opfer erinnert wird.


Begrüßung:
Univ. Prof. Dr. Martin Polaschek (Vizerektor der Universität Graz)
Dr. Manfred Scaria (Präsident des Oberlandesgerichts Graz)

Dr. Heimo Halbrainer (Historiker)

Mittwoch, 26. November 2014, 19.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

Veranstaltungsflyer als pdf

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Fritz Kolb: Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern

Buchpräsentation und Lesung in Wien

Fritz Kolb

Fritz Kolb (1902–1983) war ein engagierter Reformpädagoge, Psychologe, Lehrer und Erzieher des Roten Wien. Im Sommer 1939 brechen der Naturfreunde-Alpinist Kolb und sein Wiener Kollege Ludwig Krenek zusammen mit britischen Freunden zu einer Himalaya-Expedition auf. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vor 75 Jahren, werden sie von den Briten als „feindliche Ausländer“ in vier verschiedenen Internierungslagern festgehalten. In „Leben in der Retorte“ schildert der überzeugte Antifaschist Kolb diese viereinhalb Jahre im Kreise seiner meist nationalsozialistisch gesinnten Mitinternierten.
Mit diesen Erinnerungen liefert Fritz Kolb ein historisch, politikwissenschaftliches wie psychologisch einzigartiges Dokument, das die seelischen Auswirkungen jahrelanger Internierung bei ungewissem Kriegsverlauf unverblümt offenbart und dabei tiefst menschlich berührt.


Christian Morawek (Kinderfreunde Wien): Begrüßung
Helga Kromp-Kolb: Mein Vater Fritz Kolb
Margit Franz: Fritz Kolb: ein foto-biografischer Streifzug
Heinz Weiss: Fritz Kolb in der Kinderfreunde-Bewegung der Zwischenkriegszeit
Karl Wimmler: Fritz Kolb: Leben in der Retorte. Lesung

Freitag, 28. November 2014, 17.00 Uhr
Kinderfreunde-Bildungszentrum / Ballgasse 2/Ecke Rauhensteingasse 5 / 1010 Wien

Eine Veranstaltung von CLIO in Kooperation mit Naturfreunde Wien, Österreichische Gesellschaft für Exilforschung (öge), Universität Wien, Institut für Zeitgeschichte

 

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Fritz Kolb: Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern

Buchpräsentation und Lesung in Graz


Fritz Kolb (1902–1983) war ein engagierter Reformpädagoge, Psychologe, Lehrer und Erzieher des Roten Wien. Im Sommer 1939 brechen der Naturfreunde-Alpinist Kolb und sein Wiener Kollege Ludwig Krenek zusammen mit britischen Freunden zu einer Himalaya-Expedition auf. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vor 75 Jahren, werden sie von den Briten als „feindliche Ausländer“ in vier verschiedenen Internierungslagern festgehalten. In „Leben in der Retorte“ schildert der überzeugte Antifaschist Kolb diese viereinhalb Jahre im Kreise seiner meist nationalsozialistisch gesinnten Mitinternierten.
Mit diesen Erinnerungen liefert Fritz Kolb ein historisch, politikwissenschaftliches wie psychologisch einzigartiges Dokument, das die seelischen Auswirkungen jahrelanger Internierung bei ungewissem Kriegsverlauf unverblümt offenbart und dabei tiefst menschlich berührt.



Begrüßung: Alexia Getzinger und Jürgen Dumpelnik
Einbegleitung: Margit Franz und Karl Wimmler
Lesung aus dem Buch: Alexia Getzinger

Mittwoch, 3. Dezember, 19.00 Uhr
Kinderfreunde Steiermark / Schlossergasse 4/Tummelplatz / 8010 Graz


Eine Veranstaltung von CLIO in Kooperation mit Naturfreunde und Kinderfreunde Steiermark.

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Erfolge 2014

LH Mag. Franz Voves und LH-Stv.Hermann Schützenhöfer überreichten am 20.11.2014 in der Alten Universität Dr. Heimo Halbrainer das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark für seine herausragenden Leistungen in der Erforschung von Widerstand und Verfolgung zur Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus.

In seiner Laudatio meinte Landeshauptmann Voves, dass sich Heimo Halbrainer die Kunst der Geschichtsvermittlung, der Geschichtswissenschaft und der Erinnerungsarbeit zur Aufgabe gemacht hat. „Das Sichtbarmachen der Menschen, die sich gegen den Nationalsozialismus gestellt haben, einen anderen Weg gegangen sind, für ihre Überzeugung eingestanden sind, an Österreich geglaubt haben, als es keines mehr gab, Menschen geblieben sind in einer unmenschlichen Zeit, war ihm stets ein Anliegen. Durch zahlreiche Ausstellungen, Symposien, Vortragsreihen und Publikationen zu diesen Themen hat sich Heimo Halbrainer seit fast 20 Jahren ausgezeichnet.“


Erfolge 2013

  • Das Jahr 2013 war für CLIO in mehrfacher Hinsicht ein sehr erfolgreiches.
  • Zu den Veranstaltungen im Frühjahr und Herbst kamen über 1.500 Personen.
  • Vier neue Bücher sind 2013 neu erschienen.
  • Victoria Kumar erhielt im März den Josef-Krainer-Förderungspreis.
  • Heimo Halbrainer erhielt für seine Arbeit im Dezember 2013 den Erzherzog Johann-Forschungspreis des Landes Steiermarks und den Menschenrechtspreis der Stadt Graz.

Erzherzog Johannpreis

Menschenrechtspreis

LINK zur Berichterstattung im Standard
LINK zur Berichterstattung in der Kleinen Zeitung

 

Victoria Kumar

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Neuerscheinungen

 

Jüdische Sommerfrische in Bad Gleichenberg. Eine Spurensuche.

Thomas Stoppacher

ISBN: 978-3-902542-35-9, Graz: CLIO 2013

Bad Gleichenberg

Euro 15,00

Im südoststeirischen Kurort Bad Gleichenberg stellten jüdische Besucher zur Zeit der Habsburgermonarchie und der Ersten Republik über Jahrzehnte hinweg einen Großteil der jährlichen Gäste. Beginnend mit der rechtlichen Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung 1867 entwickelte sich eine speziell für die jüdischen Gäste ausgerichtete Infrastruktur.

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Meine Lebenswege. Die persönlichen Aufzeichnungen des Grazer Rabbiners David Herzog.

Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Andreas Schweiger (Hg.)

CLIO: Graz 2013 (ISBN: 978-3-902542-39-7)


Euro 25,00

Unmittelbar nach seiner Vertreibung aus Graz begann der letzte Rabbiner der Steiermark, David Herzog, mit dem Verfassen seiner Erinnerungen. Herzog, der 1908 nach Graz gekommen und in der Folge für die Steiermark, Kärnten und bis 1918 auch für Krain zuständig war, wirkte hier nicht nur als Rabbiner und Religionslehrer, sondern auch als Professor an der Universität Graz. Er verfasste eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten u.a. zum mittelalterlichen jüdischen Leben in der Steiermark.

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Es war nicht immer so. Leben mit Behinderung in der Steiermark zwischen Vernichtung und Selbstbestimmung 1938 bis heute

Heimo Halbrainer, Ursula Vennemann (Hg.)

CLIO: Graz 2014 (ISBN: 978-3-902542-40-3)

Euthanasie

Euro 15,00

Über 2.000 Steirerinnen und Steirer wurden während der NS-Zeit ermordet, weil sie psychisch krank oder behindert waren, als aufsässig, erblich belastet oder einfach verrückt galten.Sie wurden von der Grazer Anstalt „Am Feldhof“ und seinen Zweigstellen sowie den Siechenanstalten in Knittelfeld oder Kindberg ins oberösterreichische Schloss Hartheim transportiert und dort ermordet.

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In Graz und andernorts: Lebenswege und Erinnerungen vertriebener Jüdinnen und Juden

Victoria Kumar

CLIO: Graz 2013 (ISBN: 978-3-902542-38-0)

Euro 19,00


Mit dem 12. März 1938, dem Tag des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich, setzte auch in Graz die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein. Das Leben der Jüdinnen und Juden war fortan gekennzeichnet von nationalsozialistischem Terror, von Entrechtung, Misshandlung und Beraubung sowie den Bemühungen, sich durch Flucht zu retten.

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