Herbstprogramm 2020

 

 

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ACHTUNG: Auf Grund der aktuellen Coronamaßnahmen müssen wir leider alle Veranstaltungen im November absagen!

 

Das Programm für den Herbst 2020 ist fertig. Sie finden es unten in chronologischer Auflistung. Wenn Sie es durchschauen, denken Sie sich jetzt vielleicht: „Habe ich diese Veranstaltungen nicht schon angekündigt gesehen?“ Und tatsächlich: Einige der Veranstaltungen waren bereits für das Frühjahr – für unseren Schwerpunkt 75 Jahre Befreiung Österreichs vom NS-Regime – vorgesehen, ehe COVID 19 einen Strich durch unser Frühjahrsprogramm gemacht hat.

Daher nun auf ein Neues mit Rundgängen, Vorträgen, Diskussionen und Lesungen. Zudem gibt es auch zahlreiche Präsentationen von CLIO Büchern, die wir im heurigen Jahr herausgeben. Dabei reicht die Bandbreite von einem Gedichtband von Peter Veran über einen Rundgangführer durch das Jüdische Geidorf oder dem ersten Band der Publikationsreihe der Multimedialen Sammlungen des Universalmuseums Joanneum (Graz-Fotos von Uto Laur) bis hin zu zeitgeschichtlichen Büchern etwa über den Widerstandskämpfer Sepp Filz und autobiografischen Texten von Franz Mikusch oder Trude Philippsohn-Lang.

 

Am 28. September wird zudem noch die Ausstellung Was bewegt die Jugend? Kann die Jugend was bewegen? im Landhaushof eröffnet. Diese Ausstellung über „Jugendbewegungen in Diktatur und Demokratie“ wurde im letzten Schuljahr von Schülerinnen und Schülern von vier steirischen Schulen erarbeitet und ist bis Anfang November 2020 zu sehen.

 

Die im Rahmen des Kulturjahrs Graz 2020 im Frühjahr geplant gewesenen Geschichtswerkstätten unter dem Motto Geschichte erlebt und erzählt – Zukunft denken und gestalten“ in Andritz und Gösting versuchen im Herbst in Gösting auch einen Neustart. Dazu gibt es noch eine eigene Einladung. Die Geschichtswerkstatt in Andritz wird dann im Jahr 2021 erfolgen.

 

Alle Veranstaltungen finden unter den aktuellen Anforderungen und Richtlinien gegen die COVID-19 Pandemie statt.



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Gösting einst und jetzt - Geschichtswerkstätte im Kulturjahr 2020

Gösting reicht vom dörflichen Raach bis zu ehemaligen Industriebetrieben am Mühlgang. Vom Fürstenstand am Plabutsch bis zum einstigen Exerzierplatz in der Fischerau. Seit der Römerzeit verlaufen hier wichtige Nord-Süd-Verbindungen, lange Zeit beschützt durch die Burg Gösting. Vieles ist inzwischen verschwunden. Grünbereiche wurden verbaut, ehemalige Vorzeige-Betriebe wie Kleinoscheg oder Zankl, sind mit neuem Leben erfüllt, und wo einst das Militär-Monturdepot stand, wächst die BULME weiter. Auch manch aktuelle Vorhaben haben eine Vorgeschichte, etwa die Straßenbahnlinie zum Schlossplatz oder der Sessellift auf den Plabutsch.

Sie als Bewohner/innen von Gösting sind eingeladen, mit uns in die Alltagsgeschichte ihres vielfältigen Bezirkes einzutauchen. Bringen Sie uns ihre Geschichten, ihre alten Fotoalben, Dokumente und Zeitungsausschnitte. Gemeinsam lassen wir die Vergangenheit aufleben, um so heutigefi Entwicklungen und Veränderungen besser zu verstehen.

 

Leitung: Joachim Hainzl und Christine Lackner

Montag, 19. Oktober 2020, 18.00 Uhr (mit einem einleitenden Vortrag von Dr. Karl Albrecht Kubinzky)
Montag, 9. November 2020, 18.00 Uhr
Montag, 16. November 2020, 18.00 Uhr
Montag, 23. November 2020, 18.00 Uhr
Montag, 30. November 2020, 18.00 Uhr
Montag, 7. Dezember 2020, 18.00 Uhr
Montag, 18. Jänner 2021, 18.00 Uhr

Jeweils Lehrsaal E-Werk Franz, Viktor-
Franz-Straße 15, 8051 Graz

Montag, 14. Dezember 2020, 18.00 Uhr
Pfarrsaal Raach, Swikerstraße 45, 8051 Graz

 

Für Fragen: Mag. Joachim Hainzl, CLIO, Elisabethinergasse 20 a, 8020 Graz, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , mobil: 0699 10390453

 

Eine Veranstaltung im Rahmen des "KULTURJAHRES GRAZ 2020"


 

SEPTEMBER

Comrade Conrade – Ein Name für eine Straße

Buchpräsentation und Gesprächsrunde

 

Ein interdisziplinäres Kunst-, Forschungs- und Friedensprojekt zum 100jährigen Gedenken an den Beginn des demokratischen Staates Österreich in Graz 2016–2019. Ein loses Netzwerk an Personen, Vereinen, Institutionen untersuchte den Zustand von Demokratie und Frieden auf der Straße anhand der Conrad-von-Hötzendorf-Straße. Wie sieht Geschichtsschreibung durch Zeichen des öffentlichen Raumes aktuell aus? Wie stellen wir uns eine Zukunft gemeinsam vor?

Die Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist einer der großen Boulevards von Graz. Die Straße ist einerseits durch die hohe Dichte sowohl an demokratiepolitisch wichtigen Institutionen als auch an populären Landmarken relevant. Andererseits ist sie auch durch ihre Benennung nach dem k.u.k. Feldmarschall Franz Conrad von Hötzendorf immer wieder im Fokus.

In Texten von 34 Autorinnen und Autoren beleuchtet der von Nicole Pruckermayr herausgegebene Sammelband die Straße aus unterschiedlichsten Perspektiven wie Erinnerungskultur, Intersektionalität, Stadtanthropologie und zeitgenössische Kunst.

 

Der Historiker Gerald Lamprecht, die Kulturanthropologin Judith Laister, Direktor des GrazMuseums Otto Hochreiter sowie die Künstlerin und Kuratorin Nicole Pruckermayr diskutieren mit dem Historiker Heimo Halbrainer über das Projekt, seine Zugänge, Straßenbenennungen und Denkmalstürze.

 

Mittwoch, 16. September 2020, 18.00 Uhr

GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz

 

Eine Veranstaltung von CLIO, dem Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz, Institut für Kulturanthropologie und GrazMuseum

 


 

 

Vom Margaretenbad bis zur Villa Loewi – Jüdisches Leben in Geidorf

Rundgang

 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts konnten sich vermehrt auch Jüdinnen und Juden in Graz niederlassen und 1863 eine eigene Gemeinde gründen. Viele kamen aus den umliegenden Regionen der Habsburgermonarchie, vor allem aus Westungarn, und ließen sich zunächst in den traditionellen Zuwandererbezirken der Murvorstadt, in Lend und Gries nieder. Mit der Verankerung in Graz und dem sozialen Aufstieg setzte über die Jahre eine innerstädtische Migration von den „ärmlicheren“ Bezirken in die bürgerlichen Bezirke Geidorf und St. Leonhard ein.

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Karl-Franzens-Universität haben Studierende gemeinsam mit Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht einen Rundgang durch das „Jüdische Geidorf“ erarbeitet. Dieser Rundgang geht der Geschichte einiger der jüdischen BewohnerInnen von Geidorf nach und erzählt anhand einzelner Schicksale ihre Geschichte.

 

Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht (Historiker, Graz)

Donnerstag, 17. September 2020, 16.00 Uhr

Treffpunkt: Margaretenbad, Grillparzerstraße 10, 8010 Graz

 

Eine Veranstaltung von CLIO, Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz und der Grätzelinitiative Margaretenbad

 


 

„Schritte durch Graz“ – Orte der Opfer, Orte der Täter, Orte des Widerstands

Historischer Stadtspaziergang

 

Die Grazer Oper zeigt „Die Passagierin“, eine Oper von Mieczys?aw Weinberg nach dem gleichnamigen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz. Darin hat Zofia Posmysz ihre Erinnerungen durch den Blickwinkel einer Täterin im Jahr 1960 verarbeitet, die zurückführen ins Vernichtungslager nach Auschwitz.

Im Rahmenprogramm zur Oper „Die Passagierin“ führt der Rundgang zu den Spuren der Täter, Opfer und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 in Graz. Er führt aber auch zu Orten der Erinnerung und des Gedenkens und erzählt, wie auch hier bald schon nach der Befreiung die Zeit des Nationalsozialismus verdrängt wurde.

 

Heimo Halbrainer (Historiker)

Sonntag, 27. September 2020, 11.00 Uhr

Treffpunkt: vor der Oper Graz

Oper Graz in Kooperation mit CLIO

 

 


 

Für die Freiheit Österreichs! Bei den Partisanen und im Ersten Österreichischen Bataillon

Buchpräsentation

Als im Frühjahr 1944 Widerstandskämpfer in Kapfenberg verhaftet wurden, mussten in Graz Franz und Aurelia Mikusch untertauchen. Sie flohen zu den slowenischen Partisanen, in deren Reihen sie bis Mai 1944 kämpften, ehe Aurelia Mikusch als Krankenschwester ins Spital der 31. Partisanen-Division überstellt und Franz Mikusch in die Propagandaabteilung eingegliedert wurde, wo er u.a. Flugblätter schrieb, die sich an deutsche Soldaten richteten. Im März 1945 kamen beide in das Erste Österreichische Bataillon, in dessen Reihen sie an der Einnahme von Ko?evje (Gottschee) am 3. Mai und dem Einmarsch in Ljubljana am 9. Mai 1945 beteiligt waren. Franz Mikusch führte in dieser Zeit Tagebuch und schrieb nach seiner Rückkehr mehrere Texte über seine Tätigkeit im Widerstand. Diese Beiträge, wie auch die Texte, die er in der Zeitung der Partisanen geschrieben hat, werden mit dem Tagebuch veröffentlicht und mit einer Einleitung und weiteren historischen Informationen, Bildmaterial und Dokumenten über ein beinahe vergessenes Kapitel über Österreicher, die aktiv für die Befreiung vor 75 Jahren gekämpft haben, ergänzt.

Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Heimo Halbrainer (Historiker) und Alex Mikusch (Enkel von Franz Mikusch, Sozialpädagoge)

Mittwoch, 30. September 2020, 18.00 Uhr

GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz

 


 

 

OKTOBER

Graz zwischen 1930 und 1970 – oder „Uns gehört die Zukunft!“

Kuratorenführung

 

Die Ausstellung und der Katalog erinnern an Uto Laur, einen in Vergessenheit geratenen Grazer Amateurfotografen und -filmer. 1904 in einem Vorort von Kursk geboren, übersiedelte Uto Laurs Familie 1907 zu den Großeltern mütterlicherseits nach Graz. Der sonntägliche Besuch des 1906 gegründeten ersten Grazer Kinos gemeinsam mit seiner Mutter hat Laurs Lebensweg entscheidend beeinflusst. Nach einer beruflichen Odyssee als Praktikant bei der Großdeutschen Partei, in einer Bank und schließlich im Filmgeschäft begann er 1931, mit 27 Jahren, als Operateur im Ton-Kino zu arbeiten. Diesen Beruf übte er bis zu seiner Pensionierung aus.

Laur beschäftigte sich darüber hinaus auch selbst mit dem Medium Film und war zudem als Fotograf aktiv. Einige seiner Fotografien gehören zum Bildergedächtnis von Graz.

 

Führung durch die Ausstellung mit Heimo Hofgartner (Multimediale Sammlungen) und Heimo Halbrainer

Sonntag, 4. Oktober 2020, 11.00 Uhr

Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Oktober im Museum für Geschichte zu sehen.

 

Eine Veranstaltung der Multimediale Sammlungen/Universalmuseum Joanneum und CLIO

 


 

 

„Meine Mama war Widerstandskämpferin.“

Netzwerke des Widerstands und dessen Bedeutung für die nächste Generation

Buchpräsentation und Diskussion

Der organisierte Widerstand gegen den Nationalsozialismus wird zumeist männlich gedacht – doch auch Frauen betätigten sich: Wer waren diese Frauen? Wie waren sie organisiert?

Junge Frauen im Widerstand wurden nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus zu Müttern, die eine neue Generation prägten: Welchen Beitrag zur Demokratisierung haben sie geleistet?

In Interviews mit Söhnen und Töchtern der Widerstandskämpferinnen wurden nicht nur die Auswirkungen der Widerstandstätigkeit auf Mutter und Familie, sondern auch die innerfamiliäre Tradierung von Narrativen sowie politischem Bewusstsein ergründet.

 

Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr (Politikwissenschaftlerinnen, Wien)

Mittwoch, 7. Oktober 2020, 18.00 Uhr

Infocafé Palaver, Lendplatz 38, 8020 Graz

 

Eine Veranstaltung des Vereins Frauenservice und CLIO

 


 

 

Der Erste Weltkrieg aus jüdischer Perspektive

Buchpräsentation und Podiumsgespräch

 

Die 100. Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkrieges im Jahr 2014 lenkte weltweit großes Augenmerk auf die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Wissenschaftliche Projekte, Tagungen, Publikationen aber auch vielfältige mediale Beiträge von Sonderheften bis hin zu Fernsehdokumentationen und Radio-Featuren setzten sich mit den unterschiedlichsten Aspekten des Krieges und seinen Nachwirkungen auseinander.

Am Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz wurden in den letzten Jahren verschiedene Studien zu den spezifisch jüdischen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges durchgeführt. Die Präsentation von vier daraus hervorgegangenen Publikationen soll Anlass für eine Reflexion darüber sein, inwieweit sich die Forschungen zum Ersten Weltkrieg seit dem Jahr 2014 gewandelt haben und inwieweit der „Hype“ des Centenniums auch nachhaltig die Forschungen und Perspektiven verändert hat.

 

Moderation: Helmut Konrad (Graz)

DiskutantInnen: Dieter Hecht (Wien), Gerald Lamprecht (Graz), Eleonore Lappin-Eppel (Wien), Olaf Terpitz (Graz)

 

 

Dienstag, 13. Oktober 2020, 18.00 Uhr

Geänderter Veranstaltungsort GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz

 

Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Eine Veranstaltung des Centrums für Jüdische Studien der Universität Graz und CLIO

 

 


 

„Schritte durch Graz“ – Orte der Opfer, Orte der Täter, Orte des Widerstands

Historischer Stadtspaziergang

 

Die Grazer Oper zeigt „Die Passagierin“, eine Oper von Mieczys?aw Weinberg nach dem gleichnamigen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz. Darin hat Zofia Posmysz ihre Erinnerungen durch den Blickwinkel einer Täterin im Jahr 1960 verarbeitet, die zurückführen ins Vernichtungslager nach Auschwitz.

Im Rahmenprogramm zur Oper „Die Passagierin“ führt der Rundgang zu den Spuren der Täter, Opfer und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 in Graz. Er führt aber auch zu Orten der Erinnerung und des Gedenkens und erzählt, wie auch hier bald schon nach der Befreiung die Zeit des Nationalsozialismus verdrängt wurde.

 

Heimo Halbrainer (Historiker)

Sonntag, 18. Oktober 2020, 11.00 Uhr

Treffpunkt: vor der Oper Graz

 

Oper Graz in Kooperation mit CLIO

 


 

 

Widerstand in Kapfenberg

Vortrag

 

Zentren des Widerstands gegen den Nationalsozialismus befanden sich in der Obersteiermark, wo die organisierte Arbeiterbewegung und bewaffnete Gruppen der „Österreichischen Freiheitsfront“ aktiv waren. Gegen diese Organisationen ging der NS-Staat mit Härte und Terror vor. Die Gestapo nahm mehrere Tausend Mitglieder und Unterstützer dieser Widerstandsgruppen fest und überstellte sie in Konzentrationslager oder übergab sie dem Volksgerichtshof, der hunderte Steirer/innen zum Tode verurteilte. Bevor diese hingerichtet wurden, durften sie noch einen letzten Brief schreiben. So schrieb etwa der am 10. Juli 1941 in Berlin-Plötzensee hingerichtete Kapfenberger Anton Buchalka seinen Eltern: „Von Weitem klingt so ein Todesurteil viel schrecklicher als es von der Nähe aussieht. Die eine Gewißheit mag für Euch und auch für alle übrigen Familienmitglieder maßgebend sein: Ich habe Euch nie Schande bereitet und kann auch heute noch jedem offen und ehrlich ins Auge sehen und bin mir keiner gemeinen Schuld bewußt, also braucht Ihr Euch meiner nicht zu schämen. Daß ich immer offen und ehrlich für die Arbeiter und für den Sozialismus eingetreten bin, ist meine einzige Schuld, die ich mir selber beimesse, für die ich aber auch immer mit meiner Freiheit bezahlt habe.“

Neben einen Überblick über den Widerstand in Kapfenberg wird aus diesen Briefen gelesen und so einzelne Widerstandskämpfer mit ihren letzten Worten vorgestellt.

 

Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)

Mittwoch 21. Oktober 2020, 18.30 Uhr

Kulturzentrum Kapfenberg, Mürzgasse 3, 8605 Kapfenberg

 

Eine Veranstaltung der Stadtgemeinde Kapfenberg und CLIO

 

 


 

Europäische Lese

Lesung und Buchpräsentation

 

Nach seiner vielbeachteten Groteske um Engelbert Dollfuß, Plädoyer eines Märtyrers, legt der steirische Autor Peter Veran nun sein zweites Buch vor. Hier präsentiert er sich von einer völlig anderen, überraschenden Seite: als Lyriker jenseits aller lyrischen Moden und als passionierter Leser im mehrfachen Sinne des Wortes. Veran wandert durch die Haupt- und Seitentrakte einer imaginären Bibliothek, die den Geist Europas, seiner Rebellen und Außenseiter, aufbewahrt und lebendig erhält. Zugleich blättert er im Buch seines Lebens. Den Blick stets auf andere gerichtet – Zeitgenossen und Persönlichkeiten ferner Epochen, Berühmte und Verkannte, unruhige, schöpferische Geister allesamt –, schärft er sein eigenes Profil und zeichnet, in vielen Variationen, sein eigenes Bild: einmal überschwänglich, einmal melancholisch, einmal zornig, einmal zart, einmal polemisch und dann wieder leise und verhalten, einmal selbstbewusst und dann wieder voller Zweifel an sich selbst, immer aber von einer tiefen, ungebrochenen Freude am Dasein erfüllt.

 

Lesung: Peter Veran (Graz)

Moderation: Christian Teissl

 

Peter Veran ist das literarische Pseudonym des Juristen und Historikers Werner Anzenberger.

Dienstag, 27. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz

 


 

 

Der Koffer des Bruno Kurzweil

Vortrag

 

Anfang November zeigt Next Liberty das Stück „Der Koffer der Adele Kurzweil“ von Thilo Reffert und Manfred Theisen. Hintergrund des Stücks ist die Geschichte der Grazer Familie Kurzweil, die 1938 aus rassistischen Gründen von Graz nach Frankreich fliehen musste und die 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Während im Stück und im gleichnamigen Roman von Manfred Theisen das Leben der damals 17jährigen Adele im Mittelpunkt steht, wird im Vortrag die Geschichte des Grazer Juristen Bruno Kurzweil vom Rechtsanwalt der Kanzlei des Unterstaatssekretärs für Justiz und späteren Mitglieds des Verfassungsgerichtshofs Arnold Eisler über seine Tätigkeit als Anwalt der steirischen Sozialdemokratie bis hin zum „Verwalter der Hinterlassenschaft“ der österreichischen Sozialdemokratie in Frankreich nachgezeichnet, wo Bruno Kurzweil für die Betreuung der hier gestrandeten Familien der Sozialdemokratischen Partei zuständig war.

 

Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 18.30 Uhr

Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz

 

CLIO in Kooperation mit dem Museum für Geschichte/Universalmuseum Joanneum

 


 

NOVEMBER

 

„So ich noch lebe…“ Meine Annäherung an den Großvater.

Eine Geschichte von Mut und Denunziation

Lesung

 

Eine persönliche und bewegende Spurensuche: die Geschichte einer Denunziation im Dritten Reich. Lange vor der Geburt seines Enkels Wolfgang wird Hugo Paterno umgebracht. Der Zollbeamte aus Vorarlberg und streng gläubige Katholik wird Opfer der im Nationalsozialismus so alltäglichen wie folgenschweren und erbarmungslosen Praxis der Denunziation: Einer Aussage eines Arbeitskollegen gemäß habe er sich abfällig über das NS-Regime geäußert, was ihm eine Strafversetzung nach Innsbruck einbringt. Eine weitere Denunziation trennt ihn nicht nur räumlich von seiner Familie, sondern kostet ihn das Leben: 1944 wird Hugo Paterno in München-Stadelheim hingerichtet. Zurück bleiben eine alleinerziehende Mutter, vier Halbwaisen und viele offene Fragen.

 

Dienstag, 3. November 2020, 19.00 Uhr

Lesung: Wolfgang Paterno

Moderation: Agnes Altziebler, Heimo Halbrainer

 

Eine Veranstaltung des Literaturhauses Graz mit CLIO

 

 


 

 

„Ob Nord, Süd, Ost oder West, zu Haus ist´s am best“

Zu historischen und aktuellen Diskursen der Ab- und Ausgrenzung

Symposium

 

Zahlreich sind jene Ethnisierungen und Kulturalisierungen, die sich aus stereotypen Zuschreibungen entlang geographisch imaginierter Grenzlinien speisen. Seien es Klischees über sogenannte „Südländerinnen“, die angeblichen Gefahren aus dem „Osten“, das Klischee eines wilden „Balkans“ oder die erotisch aufgeladene Exotik des „Orients“ aus 1001 Nacht.

Die Verallgemeinerung der Anderen als gefährlich, minderwertiger, kulturell unbedeutend bzw. als naturnaher oder unverdorbener hat nicht nur in Österreich eine lange Geschichte.

Und es ist eine Geschichte, die bis heute unser Denken in vielfältiger Weise mitbestimmt. So ließen sich in Verbindung mit den Fluchtbewegungen in den letzten Jahren vermehrt Vereinfachungen und Teilungen der Welt beobachten, bei welchen Angehörigen aus so genannten „fremden Kulturkreisen“ pauschal die vermeintliche Kultiviertheit des „Westens“ abgesprochen wird, die es sodann in Wertekursen zu erlernen gibt.

In den Vorträgen konzentrieren wir uns aus verschiedenen Perspektiven auf jene Bilder über die vermeintlichen „Anderen“, damit verbundene Pauschalisierungen, ihre Funktionen und was sie auch über „Uns“ aussagen. Am Beispiel des Irans betrachten wir zudem, wie der „Westen“ bzw. „Europa“ als positiv verklärter Sehnsuchtsort eine große Faszination und Anziehungskraft ausübt.

 

 

Der Balkan als europäischer Mikrokosmos. Ideen Europas und seiner Grenzen

Florian Bieber (Politologe und Zeithistoriker)

 

Europas geteilter Himmel. Warum der Westen den Osten nicht versteht

Norbert-Mappes Niediek (Journalist und Fachautor)

 

Vom Sultan zum Cowboy oder: was uns die Zigarette über die Orient-Okzident-Beziehung erzählt

Joachim Hainzl (Sozialhistoriker)

 

Der Westen als Paradies. Über Projektionen und Wunschbilder von IranerInnen im Iran

Maryam Mohammadi (Fotokünstlerin und Kunsthistorikerin)

 

Freitag, 13. November, 14.00–18.00 Uhr

Afro-Asiatisches Institut, Leechgasse 22, 8010 Graz

 

Eine Veranstaltung von XENOS, in Kooperation mit CLIO und dem AAI

 


 

 

Opa, Rebell! Sepp Filz – Ein Donawitzer Arbeiter und Widerstandskämpfer

Theater und Buchvorstellung

Am 8. Mai 1945 übernahmen die Widerstandskämpfer rund um Sepp Filz die Macht im Bezirk Leoben. Sepp Filz war ein Schlosser aus Donawitz, der in den 1920er-Jahren jahrelang auf der Walz quer durch Europa und Nordafrika war, ehe er Anfang der 30er-Jahre wieder nach Donawitz zurückkehrte. Hier war er führend innerhalb der KPÖ aktiv, weshalb der bis 1938 mehrmals verhaftet wurde. Im Frühjahr 1943 floh er aus Donawitz und ging zu den slowenischen Partisanen. Als er Monate später wieder in die Obersteiermark zurückkehrte, baute er gemeinsam mit anderen in und um Leoben die Österreichische Freiheitsfront, eine Partisanenorganisation, auf, die gegen die Nationalsozialisten aktiv wurde. Nach der Befreiung 1945 galt es Zerstörungen durch die Nazis zu verhindern und das öffentliche Leben wieder in Schwung zu bringen. Diese Freiheitsfront bildeten Ausschüsse, die sowohl die Entnazifizierung als auch die Wiederaufnahme des öffentlichen Verkehrs, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln oder die Wiederinbetriebnahme der Alpine-Werke durchführte. Bis Ende Juni 1945 war sie die zentrale politische Kraft im Bezirk und Sepp Filz ihr Kopf.

 

Das Theaterstück und das Buch erzählen die Geschichte des steirischen Widerstandskämpfers Sepp Filz, der bis 1950 führend in Leoben aktiv war, ehe er in der Steiermark Berufsverbot erhielt.

 

Buchvorstellung: Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)

Theater: Geschichten im Ernst (Wien)

Freitag, 13. November 2020, 18.00 Uhr

Volkshaus Graz, 8020 Graz

 

Eine Veranstaltung von CLIO und dem KPÖ Bildungsverein

 

 


 

 

Trude Philippsohn-Lang: Erinnerungen einer Grazer Jüdin aus dem englischen Exil 1939-1942

Buchpräsentation

 

Im Herbst 1942 schreibt Trude Lang in Horwood House in England ihre Erfahrungen der Flucht vor den Nationalsozialisten aus Graz Anfang 1939 und der ersten Jahre in der Emigration in England nieder. Sie tut dies auf Englisch und der Titel ihres Textes On My Way to Adoption ist wie die Sprachwahl gleichsam programmatisch für ihren Willen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben in einer neuen Heimat zu beginnen.

Trude Lang wurde 1915 in eine großbürgerliche Grazer jüdische Familie hineingeboren. Sie maturierte in Graz und konnte nach dem „Anschluss“ 1938 ihr Geschichtestudium noch mit einer „stillen Promotion“ abschließen. Ihr Text ist ein eindringliches Zeugnis für die äußeren und inneren Schwierigkeiten, mit denen Jüdinnen und Juden auf ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten konfrontiert waren.

 

Dieter A. Binder (Graz) und Gerald Lamprecht (Graz)

Freitag, 20. November 2020, 18.00 Uhr

Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz

 

Eine Veranstaltung von CLIO, dem Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz und dem Museum für Geschichte/Universalmuseum Joanneum

 


 

Widerstand und Wiederaufbau: Der Donawitzer Arbeiter und Widerstandskämpfer Sepp Filz

Film und Buchvorstellung

 

Der Kurzfilm „Helden oder Verräter“ zeigt die ehemaligen Partisanen Sepp Filz und Max Muchitsch, wie sie in ihrem seinerzeitigen Partisanenlager in der Nähe von Eisenerz von einem vergessenen Kapitel des österreichischen Widerstands erzählen. Diese weithin unbekannte Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus steht auch im Mittelpunkt des Buches über Sepp Filz. Daneben gibt das Buch aber auch einen Überblick über die Geschichte von Leoben-Donawitz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: von den sozialen und politischen Kämpfen am Vorabend des Ersten Weltkriegs und 1918/19, dem Hunger und der Not, dem Aufschwung und den Krisen der Zwischenkriegszeit, den politischen Auseinandersetzungen Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre. Es handelt aber auch davon, wie nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 Sepp Filz im Zentrum des Neubeginns im Bezirk stand und vom beginnenden Kalten Krieges.

 

Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)

Donnerstag, 26. November 2020, 18.30 Uhr

Museumsturm Leoben, Kirchgasse 6, 8700 Leoben

 

Eine Veranstaltung von CLIO und der Stadtgemeinde Leoben

 

 


 

Neue CLIO Bücher 2020


Bitte bestellen Sie per Email oder Fax (0316/72 00 51).

 

Heimo Halbrainer

Sepp Filz. Walz, Widerstand, Wiederaufbau

Geb., 334 Seiten (ISBN 978-3-902542-80-9)

Euro 25,00

Am 8. Mai 1945 übernahmen die Widerstandskämpfer rund um Sepp Filz die Macht im Bezirk Leoben. Diese weithin unbekannte Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus steht auch im Mittelpunkt des Buches über Sepp Filz. Daneben gibt das Buch aber auch einen Überblick über die Geschichte von Leoben-Donawitz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: von den sozialen und politischen Kämpfen am Vorabend des Ersten Weltkriegs und 1918/19, dem Hunger und der Not, dem Aufschwung und den Krisen der Zwischenkriegszeit, den politischen Auseinandersetzungen Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre. Es handelt aber auch davon, wie nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 Sepp Filz im Zentrum des Neubeginns im Bezirk stand und vom beginnenden Kalten Krieges.

 


 

Franz Fauth

Fotograf, Musiker und Bauer aus Korbin in der Weststeiermark. Herausgegeben von Heimo Hofgartner. (Publikationsreihe der Multimedialen Sammlungen 2)

Geb. 180 Seiten (ISBN: 978-3-902542-87-8)

Euro 20,00

Der zweite Band der Publikationsreihe der Multimedialen Sammlungen des Universalmuseum Joanneum ist dem weststeirischen Fotografen Franz Fauth (1870–1947) gewidmet, einem der ersten Lichtbildner des Bezirks Deutschlandsberg.

Das von Franz Fauth hinterlassene fotografische Werk widerspiegelt die großen gesellschaftlichen Veränderungen und radikalen politischen Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seine Lebens- und Wirkungszeit fallen zwei Weltkriege, der Untergang der Monarchie, die Geburt der Ersten Republik, die umkämpfte Zwischenkriegszeit, der „Anschluss“ 1938 und letztlich die Befreiung im Mai 1945. Innerhalb von 30 Jahren verließen die wehrfähigen männlichen Familienmitglieder, Freunde und Bekannten das Sulmtal, um in den Krieg zu ziehen. Viele kehrten nicht mehr, kriegsversehrt oder nach monatelanger Gefangenschaft zurück. Die Militarisierung und Uniformierung der Gesellschaft spiegeln sich in den fotografischen Aufnahmen wider: Gesichter des Stolzes und voller Siegesgewissheit treffen auf jene voller Skepsis, Angst und Ernüchterung. Der Bilderbogen spannt sich von Soldaten der k. k. Armee bis hin zu Hitlerjungen, SA-Angehörigen und letztlich Soldaten der Deutschen Wehrmacht. Die Folgen der Kriege zeigten sich nicht nur in der Abwesenheit der wehrfähigen Männer und den im Laufe der Kriege zunehmenden wirtschaftlichen Folgen. Beide Weltkriege brachten fremde Soldaten in die Heimat. Um 1915/16 waren es russische, um 1941 französische Soldaten, die als Kriegsgefangene in der Region vor allem in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten mussten. Auch vom Balkan auf dem Rückzug befindliche deutsche Truppenteile machten im Bezirk Halt. 1945 kamen letztlich die Bulgaren und die jugoslawischen Partisanen bzw. Angehörige der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee als Befreier vom Hitler-Regime.

 


 

Daniel Hoffmann

Die Welt zerbirst!“ Ein Essay zu Uriel Birnbaums Sonettzyklus „In Gottes Krieg“, (Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien 14)

Geb., 178 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-902542-88-5)

Euro 12,00

Uriel Birnbaum, 1894 in Wien geboren, 1956 in Holland gestorben, Sohn des berühmten jüdischen Gelehrten Nathan Birnbaum, veröffentlichte 1921 den Sonettzyklus „In Gottes Krieg“, in dem er sein literarisches und zeichnerisches Talent in einem ausdrucksvollen Kunstwerk verwirklichte.

„In Gottes Krieg“ ist eine Art Tagebuch, in dem Birnbaum seine Kriegserlebnisse in der klassischen Form des Sonetts verarbeitete. Die zahlreichen Zeichnungen des Autors im Buch erinnern in der surrealen Weise, in der sie Schrecken und Ängste des Menschen im Krieg aufzeigen, an Alfred Kubins Kunst.

Daniel Hoffmanns Studie stellt in kritischer Analyse zum einen die Verbindungen zur jüdischen Tradition und zum zeitgenössischen jüdischen Diskurs über den Weltkrieg her, zum anderen deutet er „In Gottes Krieg“ als religiös-ästhetisches Programm eines eigenwilligen Künstlers.

 


 

Trude Philippsohn-Lang

On My Way to Adoption. My Story, Written for Elly. Erinnerungen einer Grazerin im englischen Exil 1939–1942. Hg. v. Dieter A. Binder und Gerald Lamprecht.

Geb. 332 Seiten (ISBN: 978-3-902542-81-6)

Euro 25,00

 

Im Herbst 1942 schreibt Trude Lang in Horwood House in England ihre Erfahrungen der Flucht vor den Nationalsozialisten aus Graz Anfang 1939 und der ersten Jahre in der Emigration in England nieder. Sie tut dies auf Englisch und der Titel ihres Textes On My Way to Adoption ist wie die Sprachwahl gleichsam programmatisch für ihren Willen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben in einer neuen Heimat zu beginnen.

Trude Lang wurde 1915 in eine großbürgerliche Grazer jüdische Familie hineingeboren. Sie maturierte in Graz und konnte nach dem „Anschluss“ 1938 ihr Geschichtestudium noch mit einer „stillen Promotion“ abschließen. Ihr Text ist ein eindringliches Zeugnis für die äußeren und inneren Schwierigkeiten, mit denen Jüdinnen und Juden auf ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten konfrontiert waren.

 


 

Peter Veran

Europäische Lese. Einhundertsechzig Gedichte. Und eines. Und ein letztes. Mit Illustrationen von Denise Lackner

Geb., 274 S. (ISBN 978-3-902542-89-2)

Euro 28,00

Nach seiner vielbeachteten Groteske um Engelbert Dollfuß, Plädoyer eines Märtyrers, legt der steirische Autor Peter Veran nun sein zweites Buch vor. Hier präsentiert er sich von einer völlig anderen, überraschenden Seite: als Lyriker jenseits aller lyrischen Moden und als passionierter Leser im mehrfachen Sinne des Wortes. Veran wandert durch die Haupt- und Seitentrakte einer imaginären Bibliothek, die den Geist Europas, seiner Rebellen und Außenseiter, aufbewahrt und lebendig erhält. Zugleich blättert er im Buch seines Lebens. Den Blick stets auf andere gerichtet – Zeitgenossen und Persönlichkeiten ferner Epochen, Berühmte und Verkannte, unruhige, schöpferische Geister allesamt –, schärft er sein eigenes Profil und zeichnet, in vielen Variationen, sein eigenes Bild: einmal überschwänglich, einmal melancholisch, einmal zornig, einmal zart, einmal polemisch und dann wieder leise und verhalten, einmal selbstbewusst und dann wieder voller Zweifel an sich selbst, immer aber von einer tiefen, ungebrochenen Freude am Dasein erfüllt.

Peter Veran ist das literarische Pseudonym des Juristen und Historikers Werner Anzenberger.

 


 

Franz Mikusch:

Für die Freiheit Österreichs! Bei den slowenischen Partisanen und im Ersten Österreichischen Bataillon. Herausgegeben und mit einer Einleitung sowie einem Nachwort versehen von Heimo Halbrainer und Alex Mikusch.

Geb., 184 Seiten mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-76-2

Euro 18,00

Als im Frühjahr 1944 Widerstandskämpfer in Kapfenberg verhaftet wurden, mussten in Graz Franz und Aurelia Mikusch untertauchen. Sie flohen zu den slowenischen Partisanen, in deren Reihen sie kämpften, ehe Aurelia Mikusch als Krankenschwester ins Spital der 31. Partisanen-Division überstellt und Franz Mikusch in die Propagandaabteilung eingegliedert wurde, wo er u.a. Flugblätter schrieb, die sich an deutsche Soldaten richteten. 1945 kamen beide in das Erste Österreichische Bataillon, in dessen Reihen sie an der Einnahme von Kocevje (Gottschee) am 3. Mai und dem Einmarsch in Ljubljana am 9. Mai 1945 beteiligt waren. Franz Mikusch führte in dieser Zeit Tagebuch und schrieb nach seiner Rückkehr mehrere Texte über seine Tätigkeit im Widerstand. Diese Beiträge, wie auch die Texte, die er in der Zeitung der Partisanen geschrieben hat, werden mit dem Tagebuch veröffentlicht und mit einer Einleitung und weiteren historischen Informationen, Bildmaterial und Dokumenten über ein beinahe vergessenes Kapitel über Österreicher, die aktiv für die Befreiung vor 75 Jahren gekämpft haben, ergänzt.

 


 

Was bewegt die Jugend? Kann die Jugend was bewegen? Jugendbewegungen in Diktatur und Demokratie. Hg. v. CLIO und erinnern.at Steiermark

70 Seiten (ISBN 978-3-902542-90-8)

Euro 5,00

Im Projekt „Was bewegt die Jugend? Kann die Jugend was bewegen?“ setzten sich steirische Schülerinnen und Schüler in einem offenen Dialog mit WissenschafterInnen, ExpertInnen und LehrerInnen mit Fragen auseinander, was die Jugend in diesem Jahrhundert bewegt hat bzw. was Jugendliche bewegen konnten und kann. Die Themenpalette reicht von Fragen, welche Formen des Widerstands Jugendliche während der Zeit des Nationalsozialismus ausübten, über Fragen, welche Rolle sie bei den Protesten gegen Umweltzerstörung oder in verschiedenen Demokratiebewegungen in den letzten Jahrzehnten spielten, bis hin zur Frage, welche Bedeutung unterschiedliche Musikrichtungen für Jugendbewegungen hatte und hat.


 

Hans-Peter Weingand:

Die KPÖ und der Februar 1934. Mit den internen Berichten der KP-Bezirksgruppen und Karten des Bundesheeres.

Geb. 256 Seiten mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-83-0,

Euro 24,00

Über 85 Jahre nach den Kämpfen im Februar 1934 und dem Übertritt von zigtausenden SozialdemokratInnen zur KPÖ dokumentiert dieses Buch diesen Wandel und präsentiert darüber hinaus einen bisher praktisch unbekannten Quellenbestand. Diese erlauben Einblicke in die illegale KPÖ, liefern weiterführende Informationen zu lokalen Ereignissen oder zu sozialgeschichtlich interessanten Fragen.

 


 

Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht / Michaela Wolf (Hg.):

„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Bücherverbrennungen in der Vergangenheit, Gegenwart und in der Erinnerung.

Geb. 190 Seiten, ISBN: 978-3-902542-72-4

Euro 24,00

 

Im Mai 1933 initiierten nationalsozialistische Studierende die „Aktion wider den undeutschen Geist“. Massen folgten dem Aufruf und verbrannten über 20.000 Bücher. Nach dem „Anschluss“ fanden auch in Salzburg und einigen anderen Orten Bücherverbrennungen statt. Allerorts wurde zudem zur „Säuberung der Bibliotheken“ aufgerufen; nur Universitätsbibliotheken sollten das „Gift“ aufbewahren, um die Kenntnis um dieses nicht zu verlieren. Doch „Bücher, das wissen wir, kann man nicht verbrennen“, lautete das Fazit einer Gedenkrede von Erich Kästner, der 1933 Zeuge der Bücherverbrennung in Berlin war, im Jahr 1947.

Der vorliegende Band setzt sich mit dem nationalsozialistischen Büchermord und den Säuberungen von Bibliotheken in Österreich auseinander und bettet diese sowohl in eine Vor- als auch Nachgeschichte ein.

 


Jüdisches Geidorf? Eine historische Spurensuche.

Hg. v. Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht. Brosch., 92 Seiten ISBN: 978-3-902542-85-4

Euro 7,50

 

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts konnten sich vermehrt auch Jüdinnen und Juden in Graz niederlassen und ab 1863/69 eine eigene Gemeinde gründen. Viele kamen aus den umliegenden Regionen der Habsburgermonarchie, vor allem aus Westungarn, und ließen sich zunächst in den traditionellen Zuwandererbezirken der Murvorstadt, in Lend und Gries nieder. Mit der Verankerung in Graz und dem sozialen Aufstieg setzte über die Jahre eine innerstädtische Migration von den ärmlicheren Bezirken in die bürgerlichen Bezirke Geidorf und St. Leonhard ein.

Das Buch - von Studierenden der Karl-Franzens-Universität gemeinsam mit Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht erarbeitet – geht der Geschichte der jüdischen BewohnerInnen von Geidorf nach und erzählt anhand einzelner Schicksale ihre Geschichte.

 


Uto Laur: Amateurfotografien zwischen 1930 und 1970.

Herausgegeben von Bettina Habsburg-Lothringen und Heimo Hofgartner. Geb. 120 Seiten ISBN: 978-3-902542-82-3

Euro 20,00

Das Buch widmet sich Uto Laur, einem in Vergessenheit geratenen Grazer Amateurfotografen und -filmer. 1904 in einem Vorort von Kursk geboren, übersiedelte Uto Laurs Familie 1907 zu den Großeltern mütterlicherseits nach Graz. Der sonntägliche Besuch des 1906 gegründeten ersten Grazer Kinos gemeinsam mit seiner Mutter hat Laurs Lebensweg entscheidend beeinflusst.

Nach einer beruflichen Odyssee als Praktikant bei der Großdeutschen Partei, in einer Bank und schließlich im Filmgeschäft begann er 1931, mit 27 Jahren, als Operateur im Ton-Kino zu arbeiten. Diesen Beruf übte er bis zu seiner Pensionierung aus. Laur beschäftigte sich darüber hinaus auch selbst mit dem Medium Film und war zudem als Amateurfotograf aktiv. Einige seiner Fotografien fanden sich ab Mitte der 1930er-Jahre auch in verschiedenen Tageszeitungen abgebildet.

 


Louise an Egon Zweig. Briefe einer jüdischen Frau im Ersten Weltkrieg.

Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Dieter J. Hecht

Geb. 324 Seiten (ISBN: 978-3-902542-67-0) CLIO: Graz 2019

Euro 25,00

 

Die Briefe von Louise Zweig an ihren Ehemann Egon geben Einblicke in das Leben einer Wiener jüdischen Familie während des Ersten Weltkrieges. Eine Rarität, denn Briefe von Frauen aus dem Ersten Weltkrieg blieben im Gegensatz zu jenen von Männern selten erhalten; die meisten gingen bereits während des Kriegs verloren. Louises Briefe thematisieren die Erziehung der Kinder, die Lebensmittelversorgung und Politik sowie das Verhältnis zwischen Frau und Mann. Eine zentrale Funktion der Briefe war die Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen Heimat und Front. Mittels Feldpostbriefe und Postkarten ließ Louise ihren Mann am Familienalltag teilhaben. Sie teilte mit ihm die Sorgen über kranke Kinder und die Glücksmomente beim Zwetschkenknödelessen genauso wie ihre Meinungen zur Russischen Revolution und zum Zionismus.

 


CLIO Bücher 2019

 

Karl Wimmler: Menschen, Bücher, Katastrophen. Erzählungen, Anmerkungen, Einsprüche.

Geb., 194 Seiten (ISBN 978-3-902542-78-6) CLIO: Graz 2019

Euro 18,00

Wie schon bei seinem 2017 bei CLIO erschienenen Band „Mein Graz“ interessieren Karl Wimmler auch in seinem neuen Buch die Zusammenhänge von Geschichte, Kunst, Kultur, Politik – allerdings nicht in theoretischen Abhandlungen. Die zwei Duzend „Erzählungen, Anmerkungen, Einsprüche“, so der Untertitel, verbinden Persönliches mit Allgemeinem, Lokales mit Globalem, Historisches mit Aktuellem. Unterschiedliche Ausgangspunkte führen den Autor beispielsweise von seinem Kindheitsort nach Auschwitz oder zu einem Oberlandesgerichtsrat nach Graz, von aufständischen k.&k.-Matrosen zu einem aktuellen steirischen Landesrat oder über Stalingrad bis zu einem rebellischen Jugendsommer im Wien des Jahres 1976.

 


 


Nicole Pruckermayr (Hg.)

Demokratie und Frieden auf der Straße: Comrade Conrade. Ein Kunst-, Forschungs- und Friedensprojekt in Graz 2016–2019.

Geb., 256 Seiten (ISBN 978-3-902542-79-3) CLIO: Graz 2019

Euro 21,00

 

Die Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist eine der großen Boulevards von Graz. Die Straße ist einerseits durch die hohe Dichte sowohl an demokratiepolitisch wichtigen Institutionen als auch an populären Landmarken relevant. Andererseits ist sie auch durch ihre Benennung nach dem umstrittenen k.u.k. Feldmarschall Franz Conrad von Hötzendorf immer wieder im Fokus. Der von Nicole Pruckermayr herausgegebene Sammelband ist die fünfte und abschließende Diskursplattform des interdisziplinären Kunst-, Forschungs- und Friedensprojektes „COMRADE CONRADE. Demokratie und Frieden auf der Straße“. In Texten von 34 Autor_innen beleuchtet er die Straße aus unterschiedlichsten theoretischen Perspektiven wie Erinnerungskultur, Intersektionalität, Stadtanthropologie und zeitgenössischer Kunst.

 


Georg Monogioudis: Der Vorrat. Das Wirtschaften der Menschen von der Steinzeit bis heute und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Brosch. 366 Seiten (ISBN: 978-3-902542-77-9), CLIO: Graz 2019,

Euro 22,00

Am Anfang war der Vorrat. Er war die Folge einer günstigen Konstellation im natürlichen Umfeld des Menschen und schickte die Menschheit auf eine Reise, die noch andauert. Der Vorrat änderte die Art der menschlichen Gesellschaft und bekam in ihrer Existenz und ihrer Entwicklung eine zentrale Stellung, aus der er bisher nicht wegzudenken wäre. Er trat gemeinsam mit der Menschheit in die Geschichte ein und nahm maßgeblich Einfluss auf die gesellschaftlichen Strukturen. Die Wandlungen des Vorrats betrafen seine Art, seinen Träger, die gesellschaftlichen Schichten, die über ihn verfügten – was das „Gesicht“ der jeweiligen Gesellschaft gestaltete –, und vor allem sein Ausmaß, seine Größenordnung in der Relation mit den sonstigen Daten einer Gesellschaft. Letztere, seine Größenordnung, überschritt zu unserer Zeit alle Grenzen. Eine Gesetzmäßigkeit der Natur sorgte als Folge dieser Überschreitung dafür, dass der Vorrat seine Art verlor. Seine Vorratsfunktion wuchs ins Absurde. So endete der gesellschaftliche Vorrat als pervertiertes Ergebnis einer allumfassenden Ritualisierung und steht einer dringend notwendigen weiteren Entfaltung der menschlichen Gesellschaft im Wege.

 

 


 

 

Widerstand und Verfolgung in der Steiermark. ArbeiterInnenbewegung und PartisanInnen 1938–1945.

Hg. vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Mit einer Einführung von Heimo Halbrainer. Bearbeitet von Elisabeth Holzinger, Manfred Mugrauer und Wolfgang Neugebauer.

Geb. 760 S., mit 150 Abb., ISBN: 978-3-902542-61-8

Euro 25,00

Das vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) herausgegebene Buch – der insgesamt 14. Band der Bundesländer-Edition – umfasst zwei große Teilbereiche des antifaschistischen Widerstands in der Steiermark: zum einen den Widerstand der organisierten ArbeiterInnenbewegung, also jenen von sozialistischen und kommunistischen Widerstandsgruppen, zum anderen den bewaffneten Widerstand, also jenen von PartisanInnengruppen. Im Mittelpunkt stehen hier die bewaffneten Gruppen der „Österreichischen Freiheitsfront“, dann die österreichischen Freiheitsbataillone, die 1944/45 im Rahmen der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee im Einsatz waren und denen zahlreiche steirische Kämpfer angehörten, sowie die Kampfeinsätze im Rahmen der alliierten Armeen. Ein Sonderfall des antifaschistischen Widerstands und Exils ist die Rolle von Steirerinnen und Steirern im Spanischen Bürgerkrieg. Ein dritter, kleinerer Teilbereich hat überparteiliche Widerstandsgruppen zum Gegenstand, die sich unter Einschluss von VertreterInnen der ArbeiterInnenbewegung formierten und im lokalen Rahmen agierten.

 


 

Heimo Halbrainer: „Wenn einmal die Saat aufgegangen, …“ Letzte Briefe steirischer Widerstandskämpferinnen und -kämpfer aus Todeszelle und Konzentrationslager

Geb. 360 S., mit zahl. Abb., ISBN: 978-3-902542-75-5

Euro 20,00

Zwischen 1938 und 1945 wurden in der Steiermark über 20.000 Menschen aus politischen Gründen von der Gestapo verhaftet. Tausende kamen in Konzentrationslager oder wurden vor ein nationalsozialistisches Gericht gestellt und hingerichtet. Bevor sie hingerichtet wurden, durften sie noch einen letzten Brief schreiben. So beendete etwa am 6. Dezember 1942 der Graz Architekt Herbert Eichholzer seinen Abschiedsbrief an den ehemaligen Sekretär der Sezession Graz, Gustav Scheiger, mit den Worten: „Wenn einmal die Saat aufgegangen, wenn unser damaliges Wollen sichtbare Früchte tragen wird, wenn das Verständnis für unsere Art auch da bei uns unten einmal anklingt, dann Gustav und Ihr anderen, denkt an Euren Herbert!“ Eichholzers Brief ist einer von über 70 Briefen und Kassibern, in denen die zum Tode verurteilten WiderstandskämpferInnen Abschied von Familie und Freunden nehmen und ihnen nicht selten bis zuletzt Trost zusprechen.

 

 


 

 

Ágnes Havas: Mit meiner Zwillingsschwester in Auschwitz. Aus dem Ungarischen von Lukas Markl. Mit einem Nachwort von Heimo Halbrainer.


Geb., 198 S. mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-62-5

Euro 19,00

Àgnes Havas wurde mit ihrer Schwester Judit 1928 in Budapest als Töchter einer Angestellten und eines Lehrers für Französisch und Ungarisch geboren. Die Zwillinge wuchsen in einem Haushalt auf, in dem sie schon sehr früh mit Büchern und Bildung in Berührung kamen, übersetzte doch ihr Vater fremdsprachige Romane für den Dante Verlag aus dem Französischen, Englischen und Russischen. Ab ihrem vierten Lebensjahr lebte die Familie in einer damals kleinen westlich von Budapest gelegenen Ortschaft, in Rákosszentmihály, die heute zu Budapest gehört und ein Teil des 16. Bezirks ist. Unmittelbar nach dem Einmarsch deutscher Truppen setzte die Verfolgung der ungarischen Juden ein. Auch die Familie Havas wurde nach Auschwitz deportiert, wo die Zwillinge in die Station von Dr. Josef Mengele landeten, während der Vater und die Großmutter zu den Alten kamen und sofort ermordet wurden. Im November 1944 wurden Àgnes und Judit mit einem Transport in ein kleines Lager nach Mährisch Weißwasser überstellt, wo sie gemeinsam mit rund 300 Frauen, v.a. ungarische Jüdinnen, im Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen für Telefunken arbeiten mussten. Da die beiden Zwillingsschwestern Deutsch sprechen und schreiben konnten, wurden sie der Qualitätskontrolle zugeteilt. Anfang Mai 1945 von sowjetischen Truppen befreit, machten sie sich gemeinsam auf den Heimweg nach Budapest, wo sie Ende Mai nach einer mehrwöchigen Odyssee ankamen, noch im Sommer 1945 maturierten und im Herbst mit dem Studium begannen.

 


Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht / Bettina Ramp (Hg.): Wie geht Widerstand? Widerständisches Verhalten im 20. und 21. Jahrhundert

80 Seiten, ISBN: 978-3-902542-12-0

Euro 6,00

Sechs steirische SchülerInnengruppen haben sich in einem offenen Dialog mit WissenschafterInnen, ExpertInnen und LehrerInnen mit Aspekten widerständischen Verhaltens gegen Unrecht, Gewalt und Diktatur im 20. und 21. Jahrhundert auseinandergesetzt. Dabei wurde den Fragen nachgegangen, was denn Widerstand sein könne, welche Handlungsspielräume der/die Einzelne in diktatorischen ebenso wie demokratischen Systemen hatte/hat, welche Formen von Widerstand es gegeben hat und gibt. Die Themenpalette reicht hierbei vom Widerstand durch Hilfe für Verfolgte des Nationalsozialismus bis hin zu BürgerInnenprotesten gegen gegenwärtige Bauvorhaben und für den Umweltschutz.

 


 

CLIO Bücher 2018 (Auswahl)

 

Heribert Macher-Kroisenbrunner: We hope to go to Palestine. Das jüdische DP-Lager Admont 1946–1949.

Geb., 176 S. mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-63-2

Euro 22,00

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren hunderttausende von Menschen zu Flüchtlingen geworden und auf der Suche nach einer neuen Heimat. Darunter auch viele Jüdinnen und Juden, die die nationalsozialistische Vernichtungspolitik überlebt hatten und in ihre ursprüngliche Heimat nicht mehr zurückkehren konnten oder wollten, da ihnen ihre kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen zerstört worden waren. Die Alliierten subsummierten sie alle unter dem Begriff Displaced Persons (DP´s) und kümmerten sich gemeinsam mit unterschiedlichen Hilfsorganisationen um ihre Versorgung. Tausende dieser jüdischen DP´s kamen auch in die Steiermark und wurden hier in mehreren Lagern – das größte in Admont – zwischen 1946 und 1949 betreut, ehe viele von ihnen auf Grund der Veränderungen der weltpolitischen Lage ihre Weiterreise antreten konnten.

Auf Basis von umfangreichen bislang noch nicht ausgewerteten Quellen aus österreichischen, englischen und amerikanischen Archiven konnte nun eine Lücke der steirischen Zeitgeschichtsforschung geschlossen werden. Dieses Buch wirft einen umfassenden und zugleich detaillierten Blick auf die Geschichte des DP-Lagers in Admont, seine Bewohner und Bewohnerinnen sowie auf die Interaktion mit der Umgebungsgesellschaft.

 



Mathias Lichtenwagner / Ilse Reiter-Zatloukal (Hg.): „... um alle nazistische Tätigkeit und Propaganda in Österreich zu verhindern“. NS-Wiederbetätigung im Spiegel von Verbotsgesetz und Verwaltungsstrafrecht

Geb. 108 S. (ISBN 978-3-902542-68-7)

Euro 18,00

Mit Artikel 9 des Österreichischen Staatsvertrages von 1955, dem auch der Titel des Buches entnommen ist, hat sich Österreich verpflichtet, Gesetze gegen faschistische und nationalsozialistische Betätigung zu erlassen. Zu diesem Zweck ergingen das Verbotsgesetz und zwei, dieses flankierende Verwaltungsgesetze, das Abzeichengesetz und das Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen. Die Anwendung dieser Gesetze wirft in der Praxis aber immer wieder Fragen hinsichtlich von Zuständigkeiten, konkreter Auslegung, Abgrenzung untereinander und Doppelverfolgung auf. Auch politisch stehen diese Gesetze aufgrund der Strafhöhe, Beschränkung auf den Nationalsozialismus und Einschränkung der Meinungsfreiheit in der Öffentlichkeit zur Debatte.

Mit diesen Problemfeldern in Praxis und Theorie beschäftigte sich Anfang 2018 eine interdisziplinäre Tagung an der Wiener Rechtswissenschaftlichen Fakultät, deren Ergebnisse nun in diesem Band zusammengeführt wurden. Damit wird ein Beitrag zum besseren Verständnis jener gesetzlichen Regelungen geleistet, die einer Nachwirkung des Nationalsozialismus in Österreich Einhalt gebieten wollen.

 

 


 

 

Martin Amschl: Das Rote Graz. 150 Jahre Grazer Sozialdemokratie.

Geb., 328 S. mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-73-1

Euro 22,00

 

„Das Rote Graz“ von Martin Amschl befasst sich als erstes Buch mit der gesamten Geschichte der Grazer Sozialdemokratie. Von der Gründung des Arbeiterbildungsvereins im Jahr 1868 bis zur Gegenwart wird die sozialdemokratische Bewegung in der steirischen Landeshauptstadt untersucht. Dabei stehen sowohl parteiinterne Entwicklungen, als auch der Einfluss, den die Partei auf die Stadt Graz hatte, im Vordergrund. Die historischen Stationen beinhalten den Kampf der behördlich verfolgten sozialdemokratischen Bewegung im 19. Jahrhundert, den Aufstieg zur dominierenden Partei in der Ersten Republik, die Verfolgung durch Ständestaat und Nationalsozialismus sowie die Geschichte der Grazer SPÖ in der Zweiten Republik. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die führenden Genossinnen und Genossen gelegt. Zu diesem Zweck enthält das Buch eine umfassende Beschreibung der wichtigsten aus Graz stammenden sozialdemokratischen Mandatarinnen und Mandatare. Ergänzend zur sozialdemokratischen Geschichte bietet das Buch auch einen kompakten Überblick zur ereignisreichen Grazer Historie der letzten 150 Jahre.