CLIO Programm April bis Juni 2017

 

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Rückblick auf die Lesung mit Christian Teissl

RICHARD ZACH: DEN ANDERN WEG GEGANGEN (10. Mai 2017)

 

 

Wir wünschen einen erholsamen Sommer und hoffen, dass wir uns im Herbst wiedersehen.

 

 

Neuerscheinungen Frühjahr 2017  - Neuerscheinungen Frühjahr 2017

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Kurt Schubert: Erlebte Geschichte. Mit Beiträgen von Bernhard Dolna und Eva Schubert. Geb. 200 Seiten mit zahlreichen Abb.

ISBN: 978-3-902542-36-6

Graz: CLIO 2017

Euro 19,90

Im Jahr 2000 brachte Kurt Schubert seine Erinnerungen zu Papier. Sie erstrecken sich über sein gesamtes Leben, von der Kindheit bis zu seinen Aktivitäten zum Zeitpunkt der Niederschrift; Schwerpunkte der Erzählung sind Schuberts Studienzeit während des Zweiten Weltkrieges, die Wiedereröffnung der Universitäten Wien im Jahr 1945, Graz und Leoben in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die Etablierung der Judaistik als selbständige Wissenschaft in Österreich und der jüdisch-christliche Dialog, den Schubert Zeit seines Lebens aktiv förderte und forderte.

Die Erinnerungen dieses bedeutenden österreichischen Judaisten, der „das Fach in Forschung und Lehre in einer umfassenden Breite vertreten hat, die heute nicht mehr erreichbar ist“, sind nicht nur für die Zeitgeschichte von großer Bedeutung, sondern auch für Judaistik und Theologie.

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Auch als eBOOK erhältlich:

Kurt Schubert: Erlebte Geschichte. Mit Beiträgen von Bernhard Dolna und Eva Schubert. Geb. 200 Seiten mit zahlreichen Abb.

ISBN: 978-3-902542-54-0

Graz: CLIO 2017

Euro 13,90

 

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Gerda Eisler: „Alles, woran ich glaube, ist der Zufall.“ Eine Jugend in Graz und Tel Aviv. Hg. von Inga Fischer und mit einem Beitrag von Heimo Halbrainer. Geb. 156 Seiten

ISBN 978-3-902542-51-9

CLIO: Graz 2017

Euro 18,00

 

Gerda Eislers Erinnerungen spannen den Bogen von ihrer ersten Auswanderung nach Palästina 1933 bis in die jüngste Vergangenheit. So erlebt man aus der Perspektive der sechsjährigen Gerda, wie sie 1933 mit ihren Eltern und ihrem Bruder von Graz nach Tel Aviv zieht und die Familie versucht, in der Fremde Fuß zu fassen. Als 1936 der arabische Aufstand beginnt und Gerdas Schule angegriffen wird, entschließt sich die Familie, wieder nach Graz zurückzukehren. Hier erlebt Gerda die Machtübernahme der Nazis. Von den Nationalsozialisten zur Ausreise gezwungen, flieht Gerda mit ihren Eltern und ihrem Bruder 1939 erneut nach Palästina. Andere Teile der Familie können in die USA, nach Schweden oder Großbritannien fliehen. Einige Familienmitglieder wollen oder können Graz nicht verlassen und werden schließlich in die Vernichtungslager deportiert.

In Palästina heiratet Gerda einen Grazer, dient im Unabhängigkeitskrieg und beginnt ein neues Leben, ehe sie mit ihrem Mann 1969 nach Deutschland zieht. Immer wieder kehrt sie in den folgenden Jahren nach Graz und Tel Aviv zurück, zwei Orte, die ganz wesentlich ihr Leben bestimmten.

Neben der autobiografischen Geschichte von Gerda Eisler werden auch die Geschichten der jüdischen Familien Engel, Silber und Eisler in Graz vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Verfolgung, „Arisierung“, Vertreibung und Ermordung einzelner Familienangehöriger nachgezeichnet.


 

Richard Zach: Den anderen Weg gegangen. Ausgewählte Gedichte. Hg. und mit einem Nachwort von Karl Wimmler. Geb. 168 Seiten

ISBN 978-3-902542-52-6).

CLIO: Graz 2017

Euro 19,00

In einem aus der Haft geschmuggelten Kassiber schrieb der Grazer Lehrer und Autor Richard Zach im Jänner 1942: Ich bin den anderen Weg gegangen. / Verzeiht – es tut mir gar nicht leid, /obwohl es elend steht zur Zeit. – / Wird keiner um sein Leben bangen, // der weiß, wozu er es verwendet, / bedachte, was sein Glaube wiegt. / Er hat am Ende doch gesiegt, / und wenn er auf der Richtstatt endet! Der 1919 in Graz geborene Richard Zach besuchte zwischen 1934 und 1938 die Bundeslehrerbildungsanstalt am Hasnerplatz. In diese Jahre fielen auch seine ersten literarischen Texte und Widerstandsaktivitäten. Ab Herbst 1940 gab die Widerstandsgruppe um ihn die Flugschrift „Der Rote Stoßtrupp“ heraus. Am 31. Oktober 1941 wurde er gemeinsam mit anderen „wegen Verdachts, kommunistische Parolen angeschmiert zu haben“ festgenommen und am 17. August 1942 im Alter von nur 23 Jahren vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt. In Haft verfasste Zach Hunderte Gedichte, die teilweise auf abenteuerliche Weise aus der Zelle geschmuggelt wurden. 75 Jahre nach der Verurteilung zum Tode bringen wir ihn mit einer Auswahl an Gedichten wieder in Erinnerung.

"Richard Zachs Gedichte sind unerlässlich, weil sich in ihnen die Umrisse eines anderen Österreich abzeichnen, eines tapferen, großherzigen, das um Zusammenschluss bemüht ist, nicht um Vereinzelung, wo auch Platz ist für Verzweiflung, die sich nicht mit dem Gefühl von Vergeblichkeit paart. Das ist auch der Grund, warum wir Richard Zachs Gedichte lesen sollen: uns zu stärken, nicht aufzugeben." Erich Hackl

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Erscheint im Sommer 2017)

Heimo Halbrainer: Das kurze Leben des Karl Drews zwischen Kunst, Literatur und Politik. Geb., ca. 280 Seiten

ISBN 978-3-902542-12-0

CLIO: Graz 2017

Euro 25,00

 


 

Weitere Neuerscheinungen des CLIO Verlags

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Ali Özbas, Joachim Hainzl, Handan Özbas (Hg.): 50 Jahre jugoslawische Gastarbeit in Österreich. CLIO: Graz 2016, 240 Seiten.

ISBN 978-3-902542-50-2

EURO 18,00

Mit dem Anwerbeabkommen 1966 wurde damit begonnen, gezielt Arbeitskräfte aus Jugoslawien anzuwerben. Das Buch dokumentiert diese Geschichte und bettet sie ein in historische Analysen. Dabei werden Hintergründe und Diskurse, Strukturen, Akteurinnen/Akteure und deren Motive ebenso behandelt wie noch heute wirksame Zuschreibungen und Reduktionen etwa im Balkanismus in der Popularmusik oder in Ausstellungskonzepten. Zudem gewährt das Buch Einblicke in die Arbeits- und Lebensbedingungen der jugoslawischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten, wobei speziell die Migration von Frauen und die Schwierigkeiten bei der Betreuung und Bildung der Kinder behandelt wird. Indem dieses Buch einiges davon erzählt, was war, ist es ein Beitrag zur Anerkennung der Realitäten ehemaliger „Gastarbeiter“ und „Gastarbeiterinnen“ als integrativer Teil der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

 

 


 

 

Alice Penkala: Schokolade für das Afrika-Corps. Kommentiert und mit einer Einleitung von Nadine Dobler und einem biografischen Essay von Heimo Halbrainer. Hrsg.: Heimo Halbrainer, Ursula Seeber, Veronika Zwerger. 272 S. geb., CLIO: Graz 2016.

ISBN 978-3-902542-46-5

EURO 20,00

Tanger: Internationale Zone. Seit 1923 war die marokkanische Hafenstadt neutrales Territorium, berühmt-berüchtigt für den freizügigen Umgang mit Geld, Sex und Drogen. 
Anfang der 1940er Jahre setzt die Romanhandlung ein. Vordergründig handelt es sich um eine Schiebergeschichte, die Beschaffung eines riesigen Postens Schokolade für das Deutsche Afrika-Corps, das an den benachbarten Kriegsschauplätzen im Einsatz war.  
Die Personen, die an dem Coup „mitnaschen“ wollen, sind satirisch überzeichnete Prototypen der damaligen Gesellschaft Tangers: der jüdisch-marokkanische Händler; der stumpfsinnnige deutsche Generalkonsul, der pädophile preußische Beamte; die britische Konsulatssekretärin, die sich von einem polnischen Emigranten aushalten läßt; dessen nervige Mutter; der Geheimdienstoffizier, der selbst ein Geheimnis hat; der drogensüchtige spanische Informant; der französische Doppelagent; die schwedische Aussteigerin mit den zerplatzten Lebensträumen. Mitten in diesem Netzwerk aus Gier und Intrige steht ein Flüchtlingspaar aus Wien.
Die Geschichte entwickelt sich in 32 Momentaufnahmen, schwungvoll und ironisch erzählt, sie bleibt bis zum Schluß spannend. Alice Penkala gelingt ein psychologisch scharf gearbeitetes Gesellschaftsporträt ihres Zufluchtslandes Marokko. Erstmals erscheint jetzt dieses Exilwerk als Buch.

Rezension: http://www.literaturhaus.at/index.php?id=11255

 


 

 

Ernst Fischer: Neue Kunst und neue Menschen. Literarische und essayistische Texte aus seinen Grazer Jahren (1918–1927). Hrsg. und mit einem Nachwort von Jürgen Egyptien. 400 S., geb., CLIO: Graz 2016

ISBN 978-3-902542-47-2

Euro 25,00

Der Band bietet eine Auswahl aus dem frühen Schaffen des österreichischen Politikers, Schriftstellers, Kultur- und Kunsttheoretikers Ernst Fischer (1899-1972) und stellt ihn als vielseitigen Autor vor, der sich in seinen Anfängen sowohl als Erzähler, Dramatiker und Lyriker wie auch als Kunstkritiker, Kulturtheoretiker und politischer Publizist zu profilieren versuchte. Die Textbeispiele dokumentieren den Prozess von einem antibürgerlichen, anarchischen Aufbegehren gegen die geistige Enge der Provinz, das noch ganz im Zeichen einer nietzscheanisch inspirierten Revolte steht, bis hin zur Entwicklung einer bewussten politischen Parteinahme für die Arbeiterklasse auf der Basis eines emphatisch interpretierten Marxismus. Die literarischen Texte bilden zugleich ein interessantes Beispiel für die spezifische Spielart eines österreichischen Expressionismus beziehungsweise der Kombination expressionistischer Schreibverfahren mit anderen (nationalliterarischen) Traditionslinien.

Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Edition von umfangreichen Passagen aus Fischers ungedrucktem Drama Das Schwert des Attila und seinem von ihm selbst für verschollen erklärten Roman So kann man nicht leben zu. Gerade letzterer besitzt einen erheblichen zeitgeschichtlichen Wert, da er in hohem Maße als Schlüsselroman über das Graz der ersten Hälfte der 1920er Jahre gelesen werden kann. Er liefert zum einen die Diagnose der politisch-moralischen Krise der Nachkriegszeit und unterzieht zum anderen die eigene antibürgerliche Attitüde und das Milieu eines realitätsfernen Künstlertums einer scharfen Selbstkritik.