CLIO Veranstaltungen April bis Juni 2018

 

Aktuell

CLIO erhält im Juni 2018 den diesjährigen Bruno-Kreisky-Preis für besondere verlegerische Leistungen.

 


 

Programm zum Download (pdf)

 

 


 

JUNI 2018

 

„Warum Frauen Berge besteigen sollten“

Film und Lesung

 

Die 1920 als Gerda Hedwig Kronstein in Wien in eine wohlhabende jüdische Familie geborene Gerda Lerner konnte 1938 in die USA fliehen. Dort wurden sie und ihr Mann im Zuge der Verfolgung der Kommunisten in den 1940er Jahren erneut bedroht. Mit 38 Jahren begann sie Geschichte zu studieren, engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung, war 1966 Gründungsmitglied der National Organization for Women, der heute größten feministischen Organisation in den USA, und schrieb schließlich 1972 die überfällige Studie „Schwarze Frauen im weißen Amerika“ und 1986 „Die Entstehung des Patriarchats“ und begründete so die Frauen-Geschichtsschreibung. Bereits 1955 verfasste sie in den USA den teils autobiografischen Roman No Farewell, der nun auf Deutsch erschienen ist.

Neben dem Roman stellen wir den Film von Renata Keller (2017, 90min) vor. Der Film wirft einen detaillierten Blick auf das persönliche, berufliche und politische Leben Gerda Lerners und geht der Frage nach: Wie kann uns das Wissen über unsere eigene Geschichte dazu inspirieren, eine bessere Zukunft zu gestalten? Ausgehend von den revolutionären Errungenschaften der Frauen im 20. Jahrhundert wirft der Film auch einen Blick in die Zukunft und geht der Frage nach: Wo stehen die Frauen heute?

 

Einführung und Moderation: Mag. Agnes Altziebler / Dr. Heimo Halbrainer

Lesung: Ninja Reichert

Dienstag, 5. Juni 2018, 19.00 Uhr

Literaturhaus Graz / Elisabethstraße 30 / 8010 Graz

 

Eine Veranstaltung von CLIO und Literaturhaus Graz


 

Verfolgt - verlobt - verheiratet. Scheinehen ins Exil

Ausstellungsführung

1938 war es für einige Jüdinnen aus Wien die letzte Rettung, eine Scheinehe mit einem ausländischen Staatsbürger einzugehen. Diese Ehen wurden pro-forma auf dem Papier geschlossen – gegen Bezahlung oder aus Solidarität. Anhand von 12 Frauenbiographien werden Chancen und Risiken einer Scheinehe als Überlebensstrategie beleuchtet. Diese brachte im Leben der meisten Frauen eine entscheidende Wende. Doch nur wenige Frauen erzählten später über ihre Scheinehe, nicht zuletzt deshalb stellte dieses Thema lange eine Forschungslücke dar.

Eine, die in ihren Lebenserinnerungen auch über ihre Scheinehe schrieb, war die Wiener Tänzerin Anita Bild, die 1939 fliehen konnte. Ihre Erinnerungen hat nun ihr Sohn Peter Bild gemeinsam mit Irene Messinger herausgegeben, die mit Sabine Bergler die Ausstellung kuratiert hat.

Die Kuratorin führt durch die Ausstellung und stellt das Buch „A Cherry Dress: Kommentierte Memoiren der exilierten Bühnen- und Lebenskünstlerin Anita Bild“ vor.

 

Dr.in Irene Messinger (Migrations- und Exilforscherin, Wien)

Sonntag, 10. Juni 2018, 12.00 Uhr

Jüdisches Museum am Judenplatz / Judenplatz 8 / 1010 Wien

Anmeldung bis 28. Mai erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

 


 

„Der unbekannte Peter Rosegger“


Buchvorstellung

2018 jährt sich zum 175sten Mal der Geburtstag und zum 100sten Mal der Todestag von Peter Rosegger. Das Leben und Nachleben des steirischen Schriftstellers bietet jenseits seiner aktuellen Stilisierung vom „Waldbauernbub“ zum „Universalgenie" zahlreiche unbekannte Aspekte, die nur durch Sichtung von Dokumenten in seinem Nachlass bzw. in zahlreichen Archiven dokumentiert werden können. Der Bogen spannt sich dabei über Texte zum Thema Emanzipation, Antisemitismus, Katholizismus über Schilderungen ländlicher Verhältnisse im Bereich Hygiene oder Kindererziehung bis zur selbstkritischen Lebensbilanz und Todessatire.

Briefe und Zeitungsartikel offenbaren aus heutiger Sicht überraschende Wertschätzungen, penibel geführte Kassabücher dokumentieren auch den wirtschaftlichen Aufstieg Roseggers, der penibel über Straßen-Benennungen und Rosegger-Produkte Buch führt und sich über seinen Tod hinaus als Meister in der Vermarktung seines Images erweist.

Zum Nachleben zählt der weitgehend unerforschte Weg seines Geburts- bzw. Sterbehauses zu offiziellen Museen, die Frage der Authentizität dieser Schauplätze und die Auseinandersetzungen um den Verbleib seines umfangreichen schriftlichen Nachlasses.

 

Hans-Peter Weingand (Graz)

Montag, 18. Juni 2018, 18.00 Uhr

GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

 

 


 

1948 – Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Rundgang

 

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde von der UNO-Generalversammlung am 10. Dezember 1948 nach den Verbrechen des Nationalsozialismus und den Gräueln des Zweiten Weltkrieges verabschiedet. Damit gab es erstmals eine globale, allgemein gültige Definition von Grund- und Freiheitsrechten des Menschen. Doch was bedeuten Menschenrechte im lokalen Zusammenhang? Im Rundgang werfen wir zu einigen der 30 Menschenrechtsartikel zum einen den Blick zurück in die Vergangenheit, zum anderen werden wir über aktuelle Fragen und Herausforderungen in der Menschenrechtsarbeit diskutieren. Wie war in Österreich der Kampf um das Wahlrecht und wer darf heute in Graz warum (nicht) wählen? Wie steht es um die Gleichberechtigung von Frauen? Was bedeutet Religionsfreiheit und wie wurde und wird sie gelebt? Was bedeutet Meinungsfreiheit und wo sind ihre Grenzen? Wieso braucht es eine Antidiskriminierungsstelle? Und schließlich: Inwiefern wird Graz seiner Rolle als Menschenrechtsstadt gerecht?

 

Mag. Joachim Hainzl (Sozialhistoriker, Graz)

Sonntag, 24. Juni 2018, 10.30 Uhr

Treffpunkt: Platz der Menschenrechte (Brunnen im Stadtpark) / 8010 Graz

 


Auf den Spuren der Familie Kurzweil in Graz und Montauban

Vorträge

 

Im Jahr 1994 wurden am Dachboden einer Polizeistation in Auvillar, 50 km nördlich von Toulouse, Koffer gefunden, die der Grazer jüdischen Familie Kurzweil gehört haben, die 1938 aus Graz haben fliehen müssen. Im Zuge der im August 1942 in ganz Frankreich durchgeführten Jagd auf Jüdinnen und Juden wurde auch die Familie Kurzweil verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert. Die für die Weiterreise in die USA gepackten Koffer blieben auf dem Dachboden unbemerkt liegen. Pascal Caïla hat in den 1990er-Jahren diese Koffer inventarisiert und so eine Spurensuche zu der Familie Kurzweil in Montauban ermöglicht. Gleichzeitig hat er damit aber auch eine Spur von Montauban zurück nach Graz gelegt.

Im Jänner 2018 wurde in Graz im Museum für Geschichte die Ausstellung „Bertl & Adele: Zwei Grazer Kinder im Holocaust“ eröffnet und der Jugendroman Der Koffer der Adele Kurzweil des deutschen Jugendbuchautors Manfred Theisen vorgestellt.

Pascal Caïla und Heimo Halbrainer berichten nun von ihrer Spurensuche zur Familie Kurzweil in Graz, Paris, Montauban und Auvillar. Dabei erzählen sie die Geschichte von Bruno Kurzweil, der bis zuletzt in Montauban führend in der Flüchtlingshilfe tätig war, wo er die Familien der geflohenen Sozialisten aus Österreich vor Ort unterstützte und versuchte, für sie Ausreisemöglichkeiten zu finden. Es ist aber auch eine Geschichte der gescheiterten eigenen Flucht, die 1942 in Auschwitz endete.

Pascal Caïla (Montauban, Frankreich) / Dr. Heimo Halbrainer (Graz)

Donnerstag, 28. Juni 2018, 19.00 Uhr

Joanneum: Museum für Geschichte / Sackstraße 16 / 8010 Graz

Eine Veranstaltung von CLIO und Museum für Geschichte

 

 


Neue CLIO Bücher November 2017 - April 2018


Bitte bestellen Sie per Email oder Fax (0316/72 00 51).

Heimo Halbrainer (Hg.): Fliehen, schleppen und schleusen. Flucht und Fluchthilfe in der Steiermark im 20. Jahrhundert.

Geb. 160 Seiten

ISBN 978-3-902542-53-3

Euro 18,00

Eines der zentralen Themen in Europa, mit denen seit Jahren auch politisches Kleingeld gewechselt wird, ist spätestens seit Sommer 2015 das des Schleppens und der Fluchthilfe. Was wir heute erleben, hat es aber im Kontext der Fluchtbewegungen des 20. Jahrhunderts immer schon gegeben. Bekannt sind dabei vor allem die Aktionen zur Rettung der von den Nationalsozialisten bedrohten Juden und Jüdinnen. Aber auch in der Zeit vor 1938 bzw. nach 1945 war das Thema der illegalen Grenzübertritte, des Schleusens und Schleppens von Bedeutung. So flohen etwa 1934 verfolgte Schutzbündler aus Österreich. Aber auch nach 1945 waren Fluchtbewegungen und das organisierte Schleusen von z.T. großen Bevölkerungsgruppen nicht vom Tisch. So organisierte etwa die jüdische Untergrundbewegung „Brichah“ die Auswanderung von jüdischen „Displaced Persons“ nach Palästina und die Durchwanderung durch die Steiermark resp. Österreich. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann aber auch eine Fluchtwelle aus den verschiedenen Ländern des Ostens und Südostens: Menschen aus Jugoslawien, Ungarn, der Tschechoslowakei usw. flohen teilweise mithilfe von Schleppern nach Österreich.
Dieses Buch widmet sich diesem organisierten bzw. individuellen Schleusen und Schleppen im 20. Jahrhundert in, aus und durch die Steiermark bzw. stellt einzelne Steirer als Fluchthelfer vor


Ljiljana Radonic: Die friedfertige Antisemitin reloaded. Weibliche Opfermythen und geschlechtsspezifische antisemitische „Schiefheilung“ (=Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien 12) Geb., 108 Seiten

ISBN 978-3-902542-69-4

Euro 12,00

Jahrzehntelang hat die „neue Frauenbewegung“ ein positives, auf den Opferstatus zentriertes Bild von „der Frau“ im Nationalsozialismus gezeichnet, was nicht selten zu einer den Holocaust verharmlosenden Argumentation führt(e). Entgegen der Tatsache, dass Frauen als KZ-Aufseherinnen oder Denunziantinnen an der antisemitischen Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden mitwirkten, wurden sie in feministischen Schriften oft nur als auf die Mutterrolle reduzierte „Gebärmaschinen“ dargestellt, die „wie die Juden“ gelitten hätten – ein feministischer Fall von Täter(innen)-Opfer-Umkehr. Handelt es sich um einen spezifisch feministischen Antisemitismus, wenn Matriarchatsforscherinnen dem Judentum und seinem historischen „Ausmordungsprogramm“ die Schuld an der Zerstörung des Matriarchats geben und es als besonders patriarchale Religion imaginieren? Ist dem weiblichen Opfermythos seine Grundlage entzogen, so lässt sich auf Basis einer kritischen Theorie des Antisemitismus die Frage stellen, ob der Antisemitismus bei Frauen und Männern die gleichen Bedürfnisse befriedigt oder ob entsprechend der verschiedenen Geschlechterrollen unterschiedliche Inhalte projiziert werden. Schließlich werden aktuelle Publikationen wie Judith Butlers antizionistisches Buch "Am Scheideweg" und die Debatte um den kontrovers diskutierten Band "Beißreflexe. Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten, Sprechverboten" diskutiert.


Hans-Peter Weingand: Der unbekannte Peter Rosegger, Geb., ca. 248 Seiten

ISBN 978-3-902542-65-6

Euro 19,00

2018 jährt sich zum 175sten Mal der Geburtstag und zum 100sten Mal der Todestag von Peter Rosegger. Das Leben und Nachleben des steirischen Schriftstellers bietet jenseits seiner aktuellen Stilisierung vom „Waldbauernbub“ zum „Universalgenie" zahlreiche unbekannte Aspekte, die nur durch Sichtung von Dokumenten in seinem Nachlass bzw. in zahlreichen Archiven dokumentiert werden können. Der Bogen spannt sich dabei über Texte zum Thema Emanzipation, Antisemitismus, Katholizismus über Schilderungen ländlicher Verhältnisse im Bereich Hygiene oder Kindererziehung bis zur selbstkritischen Lebensbilanz und Todessatire.

Briefe und Zeitungsartikel offenbaren aus heutiger Sicht überraschende Wertschätzungen, penibel geführte Kassabücher dokumentieren auch den wirtschaftlichen Aufstieg Roseggers, der penibel über Straßen-Benennungen und Rosegger-Produkte Buch führt und sich über seinen Tod hinaus als Meister in der Vermarktung seines Images erweist.

Zum Nachleben zählt der weitgehend unerforschte Weg seines Geburts- bzw. Sterbehauses zu offiziellen Museen, die Frage der Authentizität dieser Schauplätze und die Auseinandersetzungen um den Verbleib seines umfangreichen schriftlichen Nachlasses.


Markus Helmut Lenhart/Birgit Scholz (Hg.): Was bleibt? Bibliothekarische NS-Provenienzforschung und der Umgang mit ihren Ergebnissen.

Geb. 128 Seiten

ISBN: 978-3-902542-55-7

Euro 18,00

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden politisch und ‚rassisch‘ verfolgte BürgerInnen und Institutionen ihrer Besitztümer beraubt oder mussten diese fluchtbedingt zurücklassen. Darunter befanden sich nicht nur wertvolle Kunstobjekte, sondern auch Bücher und sogar ganze Bibliotheken, die auf verschiedenen Wegen – einerseits über die Gestapo, Oberfinanzprokuratur und so genannte ‚Judenauktionen‘, andererseits über Dublettentausch, ‚Geschenke‘ und Antiquariate – an öffentliche Bibliotheken gelangt sind und bis heute gelangen können.

Ziel der bibliothekarischen Provenienzforschung ist es, verfolgungsbedingt entzogenes Buchgut aus der Zeit des Nationalsozialismus ausfindig zu machen, zu dokumentieren und, wo dies möglich ist, an die Nachfahren der Enteigneten zurückzugeben.

Solange Bücher aus zweiter Hand in Umlauf sind, ist diese Arbeit niemals abgeschlossen. Doch viele bibliothekarische NS-Provenienzforschungsprojekte sind zeitlich begrenzt, so dass sich die Frage stellt, was von den sorgsam zusammengetragenen Ergebnissen übrig bleibt.

Im vorliegenden Band wird der Frage nachgegangen, wie die gewonnenen Erkenntnisse optimal bewahrt, zugänglich gehalten und verwertet werden können. Die Beiträge spannen dabei einen weiten Bogen vom Erinnerungsdiskurs über die Rekonstruktion von Sammlungen bis hin zu den technischen Dokumentations- und Recherchemöglichkeiten.



Bericht von der Gedenkfeier am 12. März 2018 im Landhaus mit Buchpräsentation

http://www.landtag.steiermark.at/cms/beitrag/12654674/28242427/

 

Heimo Halbrainer, Gerald Lamprecht, Georg Rigerl: Orte und Zeichen der Erinnerung. Erinnerungszeichen für die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg in der Steiermark. Herausgegeben vom Landtag Steiermark. Geb. 416 S. mit über 450 zahlr. Abb.

ISBN: 978-3-902542-64-9

Euro 25,00

 

Die Frage nach dem Umgang mit dem Nationalsozialismus sowie mit der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist bis in die Gegenwart zentral, wenn es darum geht, ein gesellschaftliches und politisches Selbstverständnis herzustellen und sich über grundsätzliche Werte und Haltungen im Zusammenleben zu verständigen. Dementsprechend ist die steirische Gedenk- und Erinnerungslandschaft ein Abbild für die politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse der letzten 73 Jahre. Das vorliegende Buch dokumentiert erstmals vollständig die vielfältigen Erinnerungszeichen für die Opfer von Nationalsozialismus und Krieg in der Steiermark. Es würdigt damit einerseits die Opfer und hält die Erinnerung an sie wach. Anderseits zeigt es die vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Wandlungen im Umgang mit dem Nationalsozialismus und seinem Erbe seit dem Ende des nationalsozialistischen Unrechtsregimes auf.

 


 


Manfred Theisen: Der Koffer der Adele Kurzweil. Roman. Geb., 230 Seiten

ISBN 978-3-902542-59-5

Euro 17,50

Im Jahr 1994 wurden am Dachboden einer Polizeistation in Auvillar, 50 km nördlich von Toulouse, Koffer gefunden, die der Grazer Familie Kurzweil gehört haben, die 1938 als Juden verfolgt aus Graz haben fliehen müssen. Im Zuge der im August 1942 in ganz Frankreich durchgeführten Jagd auf Juden wurde auch die Familie Kurzweil verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert. Die für die Weiterreise in die USA gepackten Koffer blieben auf dem Dachboden unbemerkt liegen. Die schließlich in den Koffern gefundenen Dokumente legten eine Spur von Montauban zurück nach Graz, wo wir uns im Jahr 2000 gemeinsam mit Grazer Jugendlichen auf Spurensuchen nach Montauban gemacht haben. Herausgekommen ist ein Buch, eine Ausstellung und ein Roman. In seinem Roman Der Koffer der Adele Kurzweil bettet der deutsche Jugendbuchautor Manfred Theisen die Geschichte der Adele in eine Rahmenhandlung ein: Die 15-jährige Mara, die gleich alt ist wie Adele, als sie nach Montauban kam, fährt in den Ferien mit ihren Eltern nach Frankreich in das kleine Dorf Auvillar. Dort wollen Maras Eltern ein verfallenes Haus kaufen und herrichten. Mara ist davon nur mäßig begeistert, doch als die Familie das Haus besichtigt, entdeckt Mara in einer Schublade ein altes Tagebuch. Wie sich herausstellt, enthält es die Aufzeichnungen eines Jungen aus dem Jahr 1942, der über seine Liebe zu Adele Kurzweil schreibt.

 


 

Ursula Vennemann im Gespräch mit Claudia Gigler: „Wir haben nur eine Welt, in der wir leben." Vorreiterin für Inklusion. Geb. 80 Seiten mit zahlr. Farbfotos.

ISBN 978-3-902542-70-0

Euro 9,50

Ein Interview mit Ursula Vennemann, Präsidentin der Lebenshilfe Graz und Umgebung – Voitsberg, über ihr Leben. Über das lebenslange Bemühen, ihrem Sohn Wolfgang den Schritt in die Selbständigkeit zu ebnen. Über stete Pionierarbeit, die in kleinen Schritten über die Grenzen von Institutionen hinaus zu großen Erfolgen führte. Und darüber, wie aus dem Ehrenamt Berufung und Beruf wurden.

 

 


 

Georg Pichler / Heimo Halbrainer (Hg.): Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939. 348 S. u. zahlr. Farbfotos und Dokumenten

ISBN 978-3-902542-56-4

Euro 25,00

 

80 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs unternimmt das Buch den Versuch, eine Leerstelle im sozialen Gedächtnis Österreichs zu füllen und aus einer interdisziplinären Perspektive über die Teilnahme der rund 1.400 Österreicher und Österreicherinnen nachzudenken. Neue Erkenntnisse in der internationalen Aufarbeitung des Themenbereichs, die Öffnung russischer Archive und die jüngsten Forschungsergebnisse zur österreichischen Geschichte der dreißiger und vierziger Jahre erlauben es, einen neuen Blick auf das Thema zu werfen. Im Rahmen der gedächtnispolitischen Debatte um den Stellenwert des Bürgerkriegs in der spanischen und europäischen Geschichte werden Themenkomplexe wie die künstlerische und literarische Verarbeitung, der Beitrag der Frauen, Übersetzen und Dolmetschen, ideologische Aspekte innerhalb der Internationalen Brigaden oder die Teilnahme von Österreichern auf Seiten der aufständischen Generäle behandelt.

Mit Beiträgen von Werner Abel, Benito Bermejo, Günter Eisenhut, Linda Erker, Irene Filip, Joachim Gatterer, André Getreuer-Kostrouch, Erich Hackl, Heimo Halbrainer, Ernest Kostrouch, Christoph Kugler, Jakob Matscheko, Barry McLoughlin, Reinhard Müller, Georg Pichler, Karl Wimmler, Michaela Wolf

 

 


Frank Stern: Filmische Visionen. Deutsch-österreichisch-jüdische Metamorphosen im israelischen Kino (=Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien. 11), Geb., 96 Seiten

ISBN 978-3-902542-60-1, CLIO: Graz 2017

Euro 12,00

Eine der ungeschriebenen Geschichten der zionistischen Migration und der Flucht aus dem Machtbereich der NS-Herrschaft ist die Entwicklung des jüdischen und israelischen Films seit den 1920er Jahren. Gab es seit dem Ersten Weltkrieg zahlreiche dokumentarische Versuche, den Aufbaus des Jishuvs, der jüdischen Ansiedlung in Palästina mit filmischen Mitteln festzuhalten und für ein jüdisches und nichtjüdisches Publikum in Europa und in Nordamerika sichtbar zu machen, so wurden erst seit den 1930er Jahren Spielfilme produziert.

Lange vor der Gründung des Staates Israel gab es einen jüdischen, einen israelischen Film, der sich mit den Erfahrungen der Pioniere, den Problemen im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit dem Verhältnis von Mensch und Natur, mit ethischen Fragen und den Erinnerungen der aus Europa Geflohenen befasste.

In diesen Filmproduktionen spielten hinter und vor der Kamera die Einwanderer aus Mitteleuropa, aus Deutschland und aus Österreich eine besondere Rolle. In der formativen Periode des israelischen Films waren es vor allem die filmischen Erfahrungen, insbesondere der vertriebenen FilmkünstlerInnen, die dazu führten, dass der Begriff Jeckenoa entstand – eine Verbindung von Jekkes, deutschsprachigen Juden, und Kolnoa – hebräisch für Kino.