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CLIO aktuell

Flucht sichtbar machen!

Esskultur und Fluchtgespräche

Esskultur

Vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Schon zuvor haben die Nationalsozialisten Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt, juristisch, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich marginalisiert und letztlich viele zur rettenden Flucht gezwungen. Die internationale Politik versagte damals wie heute: Bei der Konferenz von Evian 1938 gelang es nicht, die Quoten zur Einwanderung von Flüchtlingen in die westlichen Länder zu erhöhen. So verließen Menschen, die irgendwie konnten, das nationalsozialistische Deutschland und gelangten auf teils abenteuerlichen Routen auch nach Afrika und Asien. Heute ist die Fluchtrichtung eine andere.

Während wir die Erinnerungen von ÖsterreicherInnen, die während der NS-Zeit nach Asien und Afrika flohen, vorstellen, erzählen Menschen, die jüngst nach Österreich geflüchtet sind, von ihren Heimatländern in Asien und Afrika. Sie berichten von den Umständen und Gründen ihrer Flucht, ihren Fluchtwegen, ihren Aufnahme- und Asylbedingungen in Österreich, ihren Perspektiven und Hoffnungen.

HEUTE: Newton Ofenmengbele arbeitete als persönlicher Fahrer für einen oppositionellen Minister in Nigeria. Als der Minister in Anwesenheit Newtons bei einem Attentat ermordet wurde, musste Newton auch um sein Leben fürchten und das Land sofort verlassen. Mit Hilfe von Schleppern gelangte er auf einem Frachtschiff – unter Deck waren 60 Personen eingepfercht – nach Europa. Seit 2000 lebt Newton in Österreich, vor kurzem konnte er nach jahrelanger Trennung seine Frau und seine beiden Töchter nach Graz nachholen.

GESTERN: Im Mai 1939 wurde die Einwanderungsquote nach Palästina auf ein Minimum reduziert. Dennoch versuchten verschiedene Organisationen, jüdische Flüchtlinge auf Schiffen an die Küste Palästinas zu bringen und heimlich ins Land zu schleusen. Um die Deportation von Flüchtlingen nach Afrika zu verhindern, kam es am 24. November 1940 vom jüdischen Untergrundwiderstand zu einem Sprengstoffattentat, bei dem sie ein kleines Leck in die „Patria“ schlagen wollten, um das Auslaufen des Schiffes zu sabotieren. Die Sprengladung war falsch berechnet, das Schiff sank sofort, mit ihm 270 Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland, unter ihnen der kleine Richard Eisinger und seine Mutter aus Wien.

Gespräch: Newton Ofenmengbele (Nigeria)

Moderation: Margit Franz (CLIO, Moderation & historische Fluchtbiografie)
Küche: Jojo Emeka (Ghana)
Menü: Nigerianische Küche


Dienstag, 3. März 2015 /  15.00 Uhr Kochen _ 18.00 Uhr Gespräch _ 19.00 Uhr Essen


bei KiG! Kultur in Graz / Lagergasse 98 a / 8020 Graz

Eine Veranstaltung von CLIO in Kooperation mit KiG!/Küche im Volkshaus

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Boris Pahor – Kein Versöhnungsprediger

Lesung und Gespräch mit dem grandseigneur der zeitgenössischen slowenischen Literatur

 

Boris Pahor ist einer der international bekanntesten slowenischen Autoren. Mit seinen Tagebüchern, Essays und Erzählungen – darunter die autobiographischen Romane „Der Kampf mit dem Frühling“ und „Piazza Oberdan“ – wird er zum eigenwilligen Chronisten seiner Epoche, der politischen Geschichte Triests und seines Lebens. Sein Roman „Nekropolis“, in dem er seine Erfahrungen in den Konzentrationslagern Dachau, Natzweiler-Struthof, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen festhält, wird in einem Atemzug mit den Werken von Primo Levi, Robert Antèlme, Ruth Klüger, Jorge Semprún und Imre Kertész genannt. Pahor wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis nominiert.

Am 4. März kommt der 101-jährige nach Graz. Nach der Vorstellung durchProf. Tatjana Rojc (Triest) wird der Übersetzer und Dolmetscher Sebastian Walcher die deutschen Übersetzungen einiger Schlüsselwerke von Boris Pahor lesen. Das anschließende Gespräch mit dem Autor moderiert Andrej Mohar.



Mittwoch, 4. März 2015 /  18.30 Uhr
KPÖ-Bildungszentrum / Lagergasse 98 a / 8020 Graz


Eine Veranstaltung des Bildungsvereins der KPÖ Steiermark in Kooperation mit dem Institut für Slawistik (Uni Graz), dem Institut für Translationswissenschaft (Uni Graz), dem Artikel VII – Kulturverein, dem KZ-Verband und CLIO.

 

 


 

 

BÜCHER aktuell


NS Justiz

 

Heimo Halbrainer, „Sei nicht böse, dass ich im Kerker sterben muss.“ Die Opfer der NS-Justiz in Graz 1938 bis 1945. Ein Gedenkbuch. Geb. 384 Seiten mit rund 200 Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-14-4

Euro 25,00

Das Rechtsverständnis während der Zeit des Nationalsozialismus lautete „Recht ist, was dem Volke nützt“. Daher wurde jede Form der politischen Abweichung und Auflehnung, ja selbst die Solidarität mit den Familien von politisch Verfolgten von Sondergerichten geahndet. Weit mehr als 1.000 Urteile ergingen deshalb in Graz, über 200 davon waren Todesurteile. Allein zwischen August 1943 und März 1945 wurden im Landesgericht Graz 106 Männer und Frauen hingerichtet, da sie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren, nicht mehr an den „Endsieg“ geglaubt hatten oder desertiert waren, wie etwa der aus Maribor / Marburg stammende Franc Pen, für den derzeit ein Seligsprechungsverfahren läuft. Neben den in Graz Hingerichteten wurden noch weitere 70 Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt, von denen bis August 1943 61 in Wien exekutiert wurden.
Das Buch bietet nicht nur einen Überblick über die NS-Justiz in der Steiermark, es skizziert auch den Widerstand von jenen Männern und Frauen, die wegen ihres Kampfes gegen das Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. In über 170 Lebensgeschichten wird ein papierenes Denkmal für jene geschaffen, die aus politischen Gründen vom Regime ermordet wurden. Neben Fotos und Dokumenten finden sich auch zahlreiche Briefe, welche die Verurteilten wenige Minuten vor der Hinrichtung an ihre Angehörigen geschrieben haben. Das Buch schildert aber auch, wie nach der Befreiung mit den Opfern dieser NS-Justiz umgegangen wurde und es zeigt, wie an diese Opfer erinnert wird.

Bericht derStandard.at

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Herta Reich

Herta Reich: Zwei Tage Zeit. Flucht, Vertreibung und die Spuren jüdischen Lebens in Mürzzuschlag. Hg. v. Heimo Gruber und Heimo Halbrainer. Geb. 212 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-37-3


Euro 15,00

Herta Reich kam 1917 als Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Mürzzuschlag zur Welt. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie von der Gestapo gezwungen, Mürzzuschlag zu verlassen. Nach einem ersten Fluchtversuch nach Belgien verließ sie im Herbst 1939 mit etwa 1000 weiteren österreichischen Jüdinnen und Juden auf Donauschiffen Wien, um sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen. Das Ziel ihrer Flucht war Palästina. Doch der Transport erreichte im Dezember 1939 nur den kleinen serbischen Donauhafen Kladovo. Erst fast ein Jahr nach dem Beginn der Flucht konnte die Reise fortgesetzt werden. Doch die Fahrt ging wieder stromaufwärts nach Šabac, wo die Flüchtlinge nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien im April 1941 in die Hände der Nationalsozialisten fielen. Herta und ihr Mann Romek Reich gehörten zu den wenigen, die den Nationalsozialisten entkommen konnten, während alle Männer als Geisel für getötete Soldaten erschossen und die Frauen und Kinder in der Nähe von Belgrad vergast wurden. Nach einer abenteuerlichen Flucht über Italien gelangte sie sechs Jahre nach der Abreise in Wien nach Palästina. In „Zwei Tage Zeit“ schildert sie diese Flucht.
Daneben handelt dieses Buch aber auch vom bescheidenen jüdischen Leben in Mürzzuschlag im 19. und 20. Jahrhundert, vom Antisemitismus, den „Arisierungen“ und der Verfolgung der Mürzzuschlager Jüdinnen und Juden.

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Fritz Kolb

Fritz Kolb, Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern. Hg. v. Karl Wimmler und Margit Franz. Mit einem Geleitwort von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer. Geb. 280 Seiten mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-902542-42-7


Euro 18,00

Fritz Kolb (1902–1983) war ein engagierter Reformpädagoge, Psychologe, Lehrer und Erzieher des Roten Wien. Im Sommer 1939 brechen der Naturfreunde-Alpinist Kolb und sein Wiener Kollege Ludwig Krenek zusammen mit britischen Freunden zu einer Himalaya-Expedition auf. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vor 75 Jahren, werden sie von den Briten als „feindliche Ausländer“ in vier verschiedenen Internierungslagern festgehalten. In „Leben in der Retorte“ schildert der überzeugte Antifaschist Kolb diese viereinhalb Jahre im Kreise seiner meist nationalsozialistisch gesinnten Mitinternierten.
Mit diesen Erinnerungen liefert Fritz Kolb ein historisch, politikwissenschaftliches wie psychologisch einzigartiges Dokument, das die seelischen Auswirkungen jahrelanger Internierung bei ungewissem Kriegsverlauf unverblümt offenbart und dabei tiefst menschlich berührt.


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Erfolge 2014

LH Mag. Franz Voves und LH-Stv.Hermann Schützenhöfer überreichten am 20.11.2014 in der Alten Universität Dr. Heimo Halbrainer das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark für seine herausragenden Leistungen in der Erforschung von Widerstand und Verfolgung zur Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus.

In seiner Laudatio meinte Landeshauptmann Voves, dass sich Heimo Halbrainer die Kunst der Geschichtsvermittlung, der Geschichtswissenschaft und der Erinnerungsarbeit zur Aufgabe gemacht hat. „Das Sichtbarmachen der Menschen, die sich gegen den Nationalsozialismus gestellt haben, einen anderen Weg gegangen sind, für ihre Überzeugung eingestanden sind, an Österreich geglaubt haben, als es keines mehr gab, Menschen geblieben sind in einer unmenschlichen Zeit, war ihm stets ein Anliegen. Durch zahlreiche Ausstellungen, Symposien, Vortragsreihen und Publikationen zu diesen Themen hat sich Heimo Halbrainer seit fast 20 Jahren ausgezeichnet.“

Zur Presseaussendung des Landes Steiermark

 

Erfolge 2013

  • Das Jahr 2013 war für CLIO in mehrfacher Hinsicht ein sehr erfolgreiches.
  • Zu den Veranstaltungen im Frühjahr und Herbst kamen über 1.500 Personen.
  • Vier neue Bücher sind 2013 neu erschienen.
  • Victoria Kumar erhielt im März den Josef-Krainer-Förderungspreis.
  • Heimo Halbrainer erhielt für seine Arbeit im Dezember 2013 den Erzherzog Johann-Forschungspreis des Landes Steiermarks und den Menschenrechtspreis der Stadt Graz.

Erzherzog Johannpreis

Menschenrechtspreis

 

 


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