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CLIO aktuell

Programm 2015 NEU

Programm 2015

 

Keep Smiling – Humor als Waffe

Kuratorenführung mit Emil Gruber


Schon früh wurde dem wachsenden Nationalsozialismus in Deutschland mit Spott und Witz begegnet. Mit dem gescheiterten Putsch von 1923 rückten Adolf Hitler und seine Gefolgschaft ins Zentrum von Karikaturen und scharfzüngigen  Kommentaren. Spätestens nach der Machtübernahme Hitlers 1933 arbeiteten im Ausland Grafiker, Schriftsteller, Musiker und Filmemacher daran, das System des Nationalsozialismus lächerlich zu machen. Humor wurde im Zweiten Weltkrieg zu einem Teil von Propaganda und psychologischer Kriegsführung aber auch Instrument des Widerstands. Selbst nach Kriegsende wurde gezielt Satire in  Entnazifizierungs- und Wiederdemokratisierungsprogramme der Alliierten integriert.
„Keep Smiling“ legt seinen Schwerpunkt auf diese, hierzulande kaum bekannte Sicht von außen auf das nationalsozialistische Regime. Die Ausstellung zeigt anhand von überwiegend aus nicht deutschsprachigen Ländern stammender Exponate, wie facettenreich Humor als Waffe gegen das nationalsozialistische Regime weltweit eingesetzt wurde.

Samstag, 14. März 2015, 15.00 Uhr
Multimediale Sammlungen / Joanneumsviertel / 8010 Graz

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Flüchtlingslager Wagna: Vor 100 Jahren die drittgrößte Stadt in der Steiermark

Vortrag und Buchpräsentation


Im Jahr 1916 schrieb Peter Rosegger in seinem Heimgarten: „Die drittgrößte Stadt in der Steiermark ist kaum über ein Jahr alt. Aber sie hat an Einwohnerzahl Leoben, Bruck, Cilli bereits überflügelt. Sie steht nächst Leibnitz an der Sulm, in einer schönen, fruchtbaren Gegend. Sie wurde erbaut für fremde Kriegsflüchtlinge.“ Diese Lagerstadt war Wagna, wo zunächst rund 15.000 Flüchtlinge aus Galizien und ab Sommer 1915 über 20.000 Flüchtlinge aus Friaul und Istrien lebten. Mit dem Ende der Monarchie 1918 kamen neue Flüchtlinge nach Wagna – deutschsprachige Arbeiter, Angestellte und Beamte aus der Untersteiermark, das nun zu Jugoslawien gehörte.
Nachdem viele von ihnen in Wagna ein neues Zuhause gefunden hatten, musste 1940 erneut innerhalb kürzester Zeit auf dem ehemaligen Gelände der Lagerstadt ein Barackenlager aufgebaut werden, in das zunächst Umsiedler aus der Südbukowina und danach Kriegsgefangene kamen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und neuen Vertreibungen fanden sich hier wieder Flüchtlinge: Diesmal waren es jüdische Displaced Persons, jugoslawische Flüchtlinge und Volksdeutsche, die aus Jugoslawien vertrieben worden waren und die vielfach nach einem mühsamen Weg in Wagna und Umgebung integriert wurden.


Dr. Heimo Halbrainer (Historiker, Graz)
Mittwoch, 25. März 2015, 18.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

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No pasaran!

Filmvorführung


Im Zentrum dieses multinationalen Dokumentarfilms stehen die Lebenswege und persönlichen Schicksale von Menschen, die im Spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg gegen den Faschismus gekämpft haben. Als sie sich als Freiwillige gemeldet hatten, waren sie fast alle noch Jugendliche, die nicht ahnen konnten, dass sie erst nach einer oft 10-jährigen Odyssee über die Schlachtfelder Europas und durch Konzentrations- oder Vernichtungslager nach Hause zurückkehren werden. Die ZeitzeugInnen aus Österreich, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und der Niederlande erzählen ohne Pathos, aber eindrucksvoll und bewegend, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Sie berichten aus der Perspektive von Menschen, die in den Strudel epochaler Ereignisse, für deren Anlässe und Bedingungen sie nicht verantwortlich waren, hineingezogen wurden.


Dokumentarfilm
Regie: Daniel Burkholz
Deutschland 2014 (73 Min.)

Donnerstag, 26. März 2015, 18.30 Uhr
Grüne Akademie / Kaiser-Franz-Josef-Kai 70 / 8010 Graz

Eine Kooperationsveranstaltung der Grünen Akademie Steiermark und CLIO

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„... diese idiotischen Untergangsjahre“

Wilhelm Thöny als Regimentsmaler im Ersten Weltkrieg

 

Kuratorinführung mit Annette Rainer


Im Zentrum der Ausstellung stehen die Werke Wilhelm Thönys (1888–1949), die in seiner Zeit als Regimentsmaler entstanden sind. Diese werden Fotografien und Waffen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges gegenübergestellt. Annette Rainer entschlüsselt diese Bilder und Objekte nach kunsthistorischen Aspekten und eröffnet den BesucherInnen dadurch neue Sichtweisen auf Leben und Wirken des Künstlers.


Samstag, 28. März 2015, 15.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

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„Ich hatte nie die Idee, dass ich für immer auswandere.“

Fluchtgespräch


Heuer jährt sich zum zwanzigsten Mal das Ende des in Bosnien-Herzegowina von 1992 bis 1995 dauernden Krieges, an den im Land immer noch viele Spuren erinnern. Für viele BosnierInnen wurde Österreich zum Fluchtort und vollkommen ungeplant zur neuen Heimat. An diesem Abend erzählen drei Frauen, die alle aus Bosnien in die Steiermark geflüchtet und hier geblieben sind, über ihre Erinnerungen an die Zeit in Jugoslawien und wie der Krieg ihr Leben verändert hat.


Moderation: Mag. Joachim Hainzl
Mittwoch, 8. April 2015, 18.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

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Night will fall

Filmvorführung und Diskussion


Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ein Kamerateam machte Bilder und sammelte damit Beweise für die Verbrechen des NS-Regimes. Der Londoner Produzent Sidney Bernstein plante aus diesem Material sowie weiteren Aufnahmen der Alliierten einen Film zusammenzustellen, der die Größenordnung der NS-Vernichtungspolitik belegen und so den Kampf gegen Deutschland auch psychologisch unterstützen sollte. Alfred Hitchcock wurde gebeten, den Film zu montieren. Doch nach dem Ende des Krieges änderte sich die Politik der Besatzungsmächte: Statt die Deutschen mit ihrer Schuld zu konfrontieren, galt es angesichts der Anforderungen des Wiederaufbaus, neue Zuversicht zu verbreiten. Die authentischen Szenen unsagbaren Grauens wurden den Archiven übergeben. „Night will fall“ rekonstruiert die Geschichte des unvollendeten Films, der über Jahrzehnte als „missing Hitchcock“ gehandelt wurde.


Dokumentarfilm
Regie: André Singer
Großbritannien/USA/Israel 2014 (80 Min.)

Im Anschluss Filmgespräch und Diskussion mit ExpertInnen

Montag, 13. April 2015, 20.00 Uhr
Forum Stadtpark / Stadtpark 1 / 8010 Graz


Eine Kooperationsveranstaltung von Agit.Doc und CLIO

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Lesungen

René Freund – Mein Vater, der Deserteur


Gerhard Freund ist achtzehn, als er zur Wehrmacht eingezogen wird; Mitte August 1944 soll seine Einheit an der Schlacht um Paris teilnehmen. Der junge Soldat erlebt die sinnlose Brutalität des Kampfes und desertiert. Er wird von der Résistance festgenommen und von amerikanischen Soldaten vor der Erschießung gerettet. Mehr als sechzig Jahre später liest René Freund das Kriegstagebuch seines verstorbenen Vaters, stöbert in Archiven, spricht mit Zeitzeugen und fährt nach Paris, auf der Suche nach einem schärferen Bild von seinem Vater – und der eigenen Familiengeschichte.


Max Kübeck – Die blaue Brosche


Was passiert, wenn in einer alten und angesehenen Adelsfamilie Tabubrüche begangen werden? Der Goldschmied und Juwelier Stefan Maria, Vater des Chronisten, landet in Gestapohaft – laut Überlieferung wegen einer jüdischen Großmutter, in Wirklichkeit wegen einer anonymen Anzeige aufgrund homosexueller Neigung. Zu den Verboten der Zeit kommen die Zwänge der adeligen Herkunft. Ein offizielles „Coming out“ kann es erst Jahre später vom Nachkommen Max geben, mutig für sich, aber auch stellvertretend für das Verschwiegene.
Max Kübeck erzählt die Biografie seiner Familie und gleichzeitig von vom Schicksal aufgrund ihrer Homosexualität durch das NS-Regime Verfolgter. Die vergessenen Dokumente, die aus dem Dunkel der familiären Keller und Dachböden auftauchen, fügen sich zu einem gelungenen Gesamtbild einer Familienchronik, die geprägt ist von Verleumdung, Stillschweigen und der Methode des gezielten Vergessens.


Donnerstag, 16. April 2015, 20.00 Uhr
Literaturhaus Graz / Elisabethstraße 30 / 8010 Graz

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz.

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Der Dollfuß-Mythos

Buchpräsentation und Vortrag



„Möge sein Bildnis bleiben heute und immerdar im Herzen Österreichs!“ erhoffte sich Kurt Schuschnigg nach dem gewaltsamen Tod seines Vorgängers Engelbert Dollfuß im Juli 1934. 80 Jahre später nimmt Dollfuß in der Tat weiterhin einen besonderen, wenngleich stets umstrittenen Platz in Österreichs kulturellem Gedächtnis ein. Lucile Dreidemy begibt sich auf eine Spurensuche nach dem mythischen Nachleben jenes Mannes, der 1933/34 schrittweise die österreichische Demokratie beseitigte und seitdem das österreichische Geschichtsbewusstsein spaltet. Gestützt auf Theorien und Methoden der Mythen- und Biographieforschung sowie der Diskursanalyse untersucht die Autorin die Entstehung und Entwicklung des Dollfuß-Mythos im Laufe der letzten 80 Jahre, analysiert dessen verschiedene mediale Ausdrucksformen und fragt nach den Akteuren der Mythenbildung sowie deren politischen Interessen.

Mag.a Dr.in Lucile Dreidemy (Historikerin, Wien)
Moderation: DDr. Werner Anzenberger (Historiker, Graz)

Mittwoch, 22. April 2015, 18.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

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Flucht sichtbar machen! Esskultur und Fluchtgespräche


Vor mehr als 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Schon zuvor haben die Nationalsozialisten Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt, juristisch, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich marginalisiert und letztlich viele zur rettenden Flucht gezwungen. So auch nach Kasachstan. Heute ist die Fluchtrichtung eine andere. Die Großeltern von Raiza Agamirzaeva wurden von Stalin nach Kasachstan deportiert, weil viele Tschetschenen der Kooperation mit den Deutschen beschuldigt wurden. Raiza selbst musste im Zweiten Tschetschenienkrieg fliehen, bei dem sie fast ihre ganze Familie verlor.

Moderation & historische Fluchtbiografien: Dr.in Margit Franz (CLIO)
Raiza Agamirzaeva (Tschechenien)
Küche: Shalva und Bebe Aloeva (Georgien)
Menü: Kaukasische Spezialitäten aus Georgien

Dienstag 5. Mai 2015, 18.00 Uhr
KiG! Kultur in Graz / Lagergasse 98 a / 8020 Graz

Eine Veranstaltung von CLIO in Kooperation mit KiG!/Küche im Volkshaus

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Kriegsende 1945 in der Steiermark:

Terror, Kapitulation, Besatzung, Neubeginn

Tagung


Die Steiermark war in den letzten Wochen der NS-Herrschaft Schauplatz zahlreicher sog. „Endphaseverbrechen“ im Hinterland, in deren Folge Hunderte Menschen (politische GegnerInnen und KZ-Häftlinge anlässlich der Evakuierung der Lager und Gefängnisse, ungarisch-jüdische ZwangsarbeiterInnen, alliierte Flieger usw.) ermordet wurden.
In dieser Phase gab es aber auch zahlreiche Menschen, die sich dem Terror widersetzten und Verfolgten halfen. Dies soll im Rahmen der Tagung ebenso diskutiert werden wie die alliierte Besatzung und der Neubeginn bzw. die Aufarbeitung dieser Verbrechen.


Mittwoch, 20. Mai 2015, 9.00 bis 18.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

Programm


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„Politik und Medien in der Steiermark“

Buchpräsentation



„Schnittflächen und Trennlinien – Politik und Medien am Beispiel Steiermark“ analysiert erstmals für ein österreichisches Bundesland systematisch Selbst- und Fremdwahrnehmungen, Befindlichkeiten und Einschätzungen der zentralen politischen und medialen Akteure auf quantitativer und qualitativer Basis. Drei, zwischen Mai 2012 und Juli 2013 unter Landtagsabgeordneten, Politikjournalisten und Pressesprechern in Parteien, Klubs und Regierungsbüros durchgeführte und ausgewertete Online-Umfragen werden durch 27 Interviews mit derzeit aktiven sowie nicht mehr aktiven prominenten und profilierten Protagonisten aus Landespolitik, Politikjournalismus und Politik-PR ergänzt. Die in den Interviews behandelten Themen decken den Zeitraum seit Mitte der 1960er Jahre ab und leisten einen wesentlichen Beitrag für die steirische Zeitgeschichte aus einer Perspektive, die in einschlägigen Publikationen – wenn überhaupt – nur am Rande thematisiert wird.

Dr. Heinz P. Wassermann (FH JOANNEUM)

Dienstag, 26. Mai 2015, 18.00 Uhr
Café Kaiserfeld / Kaiserfeldgasse 19 / 8010 Graz

Eine Kooperationsveranstaltung der Grünen Akademie Steiermark und CLIO

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Gateway India.

Deutschsprachiges Exil zwischen britischer Kolonialherrschaft, Maharadschas und Gandhi

Buchpräsentation und Vortrag



Rund 5.000 deutschsprachige Flüchtlinge vor dem Nationalsozialismus überlebten in Britisch-Indien. Im Gegensatz zu ostasiatischen Kriegsschauplätzen wie Indonesien oder den Philippinen war Britisch-Indien militärhistorisch trotz der Bedrohung durch japanische Truppen relativ sicher, dennoch wurde das Leben im indischen Exil von vielen klimatischen, hygienischen, gesellschaftlichen und kulturellen Eigenarten erschwert und die Akkulturation in die britische Kolonialgesellschaft ging oft mit vielen Schwierigkeiten einher.
Das Buch zeigt einerseits die Spannungsfelder zwischen britischer Kolonialherrschaft und der politischen indischen Unabhängigkeitsbewegung mit Gandhi als stärkster Symbolfigur im Angesicht der Fluchtbewegungen aus Nazi-Deutschland und später dem besetzten Österreich nach Britisch-Indien. Andererseits konzentriert es sich auf das persönliche Erleben der Exilantinnen und Exilanten, auf ihre Schicksale, die Rahmenbedingungen sowie persönliche wie institutionelle Netzwerke. Es liefert kleine virtuelle Gedenksteine in Form von Kurzbiographien – gegen das Vergessen der vielen, meist vollkommen unbekannten Menschen, die einen beschwerlichen Exilweg ins subtropische Britisch-Indien beschritten hatten.

Dr.in Margit Franz (Historikerin, Graz)
Mittwoch, 27. Mai 2015, 18.00 Uhr
GrazMuseum / Sackstraße 18 / 8010 Graz

 

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BÜCHER aktuell


NS Justiz

 

Heimo Halbrainer, „Sei nicht böse, dass ich im Kerker sterben muss.“ Die Opfer der NS-Justiz in Graz 1938 bis 1945. Ein Gedenkbuch. Geb. 384 Seiten mit rund 200 Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-14-4

Euro 25,00

Das Rechtsverständnis während der Zeit des Nationalsozialismus lautete „Recht ist, was dem Volke nützt“. Daher wurde jede Form der politischen Abweichung und Auflehnung, ja selbst die Solidarität mit den Familien von politisch Verfolgten von Sondergerichten geahndet. Weit mehr als 1.000 Urteile ergingen deshalb in Graz, über 200 davon waren Todesurteile. Allein zwischen August 1943 und März 1945 wurden im Landesgericht Graz 106 Männer und Frauen hingerichtet, da sie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren, nicht mehr an den „Endsieg“ geglaubt hatten oder desertiert waren, wie etwa der aus Maribor / Marburg stammende Franc Pen, für den derzeit ein Seligsprechungsverfahren läuft. Neben den in Graz Hingerichteten wurden noch weitere 70 Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt, von denen bis August 1943 61 in Wien exekutiert wurden.
Das Buch bietet nicht nur einen Überblick über die NS-Justiz in der Steiermark, es skizziert auch den Widerstand von jenen Männern und Frauen, die wegen ihres Kampfes gegen das Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. In über 170 Lebensgeschichten wird ein papierenes Denkmal für jene geschaffen, die aus politischen Gründen vom Regime ermordet wurden. Neben Fotos und Dokumenten finden sich auch zahlreiche Briefe, welche die Verurteilten wenige Minuten vor der Hinrichtung an ihre Angehörigen geschrieben haben. Das Buch schildert aber auch, wie nach der Befreiung mit den Opfern dieser NS-Justiz umgegangen wurde und es zeigt, wie an diese Opfer erinnert wird.

Bericht derStandard.at

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Herta Reich

Herta Reich: Zwei Tage Zeit. Flucht, Vertreibung und die Spuren jüdischen Lebens in Mürzzuschlag. Hg. v. Heimo Gruber und Heimo Halbrainer. Geb. 212 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-37-3


Euro 15,00

Herta Reich kam 1917 als Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Mürzzuschlag zur Welt. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie von der Gestapo gezwungen, Mürzzuschlag zu verlassen. Nach einem ersten Fluchtversuch nach Belgien verließ sie im Herbst 1939 mit etwa 1000 weiteren österreichischen Jüdinnen und Juden auf Donauschiffen Wien, um sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen. Das Ziel ihrer Flucht war Palästina. Doch der Transport erreichte im Dezember 1939 nur den kleinen serbischen Donauhafen Kladovo. Erst fast ein Jahr nach dem Beginn der Flucht konnte die Reise fortgesetzt werden. Doch die Fahrt ging wieder stromaufwärts nach Šabac, wo die Flüchtlinge nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien im April 1941 in die Hände der Nationalsozialisten fielen. Herta und ihr Mann Romek Reich gehörten zu den wenigen, die den Nationalsozialisten entkommen konnten, während alle Männer als Geisel für getötete Soldaten erschossen und die Frauen und Kinder in der Nähe von Belgrad vergast wurden. Nach einer abenteuerlichen Flucht über Italien gelangte sie sechs Jahre nach der Abreise in Wien nach Palästina. In „Zwei Tage Zeit“ schildert sie diese Flucht.
Daneben handelt dieses Buch aber auch vom bescheidenen jüdischen Leben in Mürzzuschlag im 19. und 20. Jahrhundert, vom Antisemitismus, den „Arisierungen“ und der Verfolgung der Mürzzuschlager Jüdinnen und Juden.

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Fritz Kolb

Fritz Kolb, Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern. Hg. v. Karl Wimmler und Margit Franz. Mit einem Geleitwort von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer. Geb. 280 Seiten mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-902542-42-7


Euro 18,00

Fritz Kolb (1902–1983) war ein engagierter Reformpädagoge, Psychologe, Lehrer und Erzieher des Roten Wien. Im Sommer 1939 brechen der Naturfreunde-Alpinist Kolb und sein Wiener Kollege Ludwig Krenek zusammen mit britischen Freunden zu einer Himalaya-Expedition auf. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vor 75 Jahren, werden sie von den Briten als „feindliche Ausländer“ in vier verschiedenen Internierungslagern festgehalten. In „Leben in der Retorte“ schildert der überzeugte Antifaschist Kolb diese viereinhalb Jahre im Kreise seiner meist nationalsozialistisch gesinnten Mitinternierten.
Mit diesen Erinnerungen liefert Fritz Kolb ein historisch, politikwissenschaftliches wie psychologisch einzigartiges Dokument, das die seelischen Auswirkungen jahrelanger Internierung bei ungewissem Kriegsverlauf unverblümt offenbart und dabei tiefst menschlich berührt.


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Erfolge 2014

LH Mag. Franz Voves und LH-Stv.Hermann Schützenhöfer überreichten am 20.11.2014 in der Alten Universität Dr. Heimo Halbrainer das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark für seine herausragenden Leistungen in der Erforschung von Widerstand und Verfolgung zur Zeit des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus.

In seiner Laudatio meinte Landeshauptmann Voves, dass sich Heimo Halbrainer die Kunst der Geschichtsvermittlung, der Geschichtswissenschaft und der Erinnerungsarbeit zur Aufgabe gemacht hat. „Das Sichtbarmachen der Menschen, die sich gegen den Nationalsozialismus gestellt haben, einen anderen Weg gegangen sind, für ihre Überzeugung eingestanden sind, an Österreich geglaubt haben, als es keines mehr gab, Menschen geblieben sind in einer unmenschlichen Zeit, war ihm stets ein Anliegen. Durch zahlreiche Ausstellungen, Symposien, Vortragsreihen und Publikationen zu diesen Themen hat sich Heimo Halbrainer seit fast 20 Jahren ausgezeichnet.“

Zur Presseaussendung des Landes Steiermark

 

Erfolge 2013

  • Das Jahr 2013 war für CLIO in mehrfacher Hinsicht ein sehr erfolgreiches.
  • Zu den Veranstaltungen im Frühjahr und Herbst kamen über 1.500 Personen.
  • Vier neue Bücher sind 2013 neu erschienen.
  • Victoria Kumar erhielt im März den Josef-Krainer-Förderungspreis.
  • Heimo Halbrainer erhielt für seine Arbeit im Dezember 2013 den Erzherzog Johann-Forschungspreis des Landes Steiermarks und den Menschenrechtspreis der Stadt Graz.

Erzherzog Johannpreis

Menschenrechtspreis

 

 


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