CLIO bereitet derzeit das Programm für 2017 mit vielen Neuerscheinungen, Vorträgen, Exkursion, ... vor. Mehr dazu hier ab Jänner 2017.


Wir wünschen Ihnen auf diesem Weg eine erholsame Weihnachtszeit und alles Gute für das Jahr 2017.

 

 


Herbstprogramm 2016

 

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Tagung im Oktober

 

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Aktuelle Neuerscheinungen des CLIO Verlags

Bitte bestellen Sie per Mail oder Fax (0316/72 00 51).

 

Ali Özbas, Joachim Hainzl, Handan Özbas (Hg.): 50 Jahre jugoslawische Gastarbeit in Österreich. CLIO: Graz 2016, 240 Seiten.

ISBN 978-3-902542-50-2

EURO 18,00

Mit dem Anwerbeabkommen 1966 wurde damit begonnen, gezielt Arbeitskräfte aus Jugoslawien anzuwerben. Das Buch dokumentiert diese Geschichte und bettet sie ein in historische Analysen. Dabei werden Hintergründe und Diskurse, Strukturen, Akteurinnen/Akteure und deren Motive ebenso behandelt wie noch heute wirksame Zuschreibungen und Reduktionen etwa im Balkanismus in der Popularmusik oder in Ausstellungskonzepten. Zudem gewährt das Buch Einblicke in die Arbeits- und Lebensbedingungen der jugoslawischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten, wobei speziell die Migration von Frauen und die Schwierigkeiten bei der Betreuung und Bildung der Kinder behandelt wird. Indem dieses Buch einiges davon erzählt, was war, ist es ein Beitrag zur Anerkennung der Realitäten ehemaliger „Gastarbeiter“ und „Gastarbeiterinnen“ als integrativer Teil der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

 

 


 

 

Alice Penkala: Schokolade für das Afrika-Corps. Kommentiert und mit einer Einleitung von Nadine Dobler und einem biografischen Essay von Heimo Halbrainer. Hrsg.: Heimo Halbrainer, Ursula Seeber, Veronika Zwerger. 272 S. geb., CLIO: Graz 2016.

ISBN 978-3-902542-46-5

EURO 20,00

Tanger: Internationale Zone. Seit 1923 war die marokkanische Hafenstadt neutrales Territorium, berühmt-berüchtigt für den freizügigen Umgang mit Geld, Sex und Drogen. 
Anfang der 1940er Jahre setzt die Romanhandlung ein. Vordergründig handelt es sich um eine Schiebergeschichte, die Beschaffung eines riesigen Postens Schokolade für das Deutsche Afrika-Corps, das an den benachbarten Kriegsschauplätzen im Einsatz war.  
Die Personen, die an dem Coup „mitnaschen“ wollen, sind satirisch überzeichnete Prototypen der damaligen Gesellschaft Tangers: der jüdisch-marokkanische Händler; der stumpfsinnnige deutsche Generalkonsul, der pädophile preußische Beamte; die britische Konsulatssekretärin, die sich von einem polnischen Emigranten aushalten läßt; dessen nervige Mutter; der Geheimdienstoffizier, der selbst ein Geheimnis hat; der drogensüchtige spanische Informant; der französische Doppelagent; die schwedische Aussteigerin mit den zerplatzten Lebensträumen. Mitten in diesem Netzwerk aus Gier und Intrige steht ein Flüchtlingspaar aus Wien.
Die Geschichte entwickelt sich in 32 Momentaufnahmen, schwungvoll und ironisch erzählt, sie bleibt bis zum Schluß spannend. Alice Penkala gelingt ein psychologisch scharf gearbeitetes Gesellschaftsporträt ihres Zufluchtslandes Marokko. Erstmals erscheint jetzt dieses Exilwerk als Buch.

Rezension: http://www.literaturhaus.at/index.php?id=11255

 


 

 

Ernst Fischer: Neue Kunst und neue Menschen. Literarische und essayistische Texte aus seinen Grazer Jahren (1918–1927). Hrsg. und mit einem Nachwort von Jürgen Egyptien. 400 S., geb., CLIO: Graz 2016

ISBN 978-3-902542-47-2

Euro 25,00

Der Band bietet eine Auswahl aus dem frühen Schaffen des österreichischen Politikers, Schriftstellers, Kultur- und Kunsttheoretikers Ernst Fischer (1899-1972) und stellt ihn als vielseitigen Autor vor, der sich in seinen Anfängen sowohl als Erzähler, Dramatiker und Lyriker wie auch als Kunstkritiker, Kulturtheoretiker und politischer Publizist zu profilieren versuchte. Die Textbeispiele dokumentieren den Prozess von einem antibürgerlichen, anarchischen Aufbegehren gegen die geistige Enge der Provinz, das noch ganz im Zeichen einer nietzscheanisch inspirierten Revolte steht, bis hin zur Entwicklung einer bewussten politischen Parteinahme für die Arbeiterklasse auf der Basis eines emphatisch interpretierten Marxismus. Die literarischen Texte bilden zugleich ein interessantes Beispiel für die spezifische Spielart eines österreichischen Expressionismus beziehungsweise der Kombination expressionistischer Schreibverfahren mit anderen (nationalliterarischen) Traditionslinien.

Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Edition von umfangreichen Passagen aus Fischers ungedrucktem Drama Das Schwert des Attila und seinem von ihm selbst für verschollen erklärten Roman So kann man nicht leben zu. Gerade letzterer besitzt einen erheblichen zeitgeschichtlichen Wert, da er in hohem Maße als Schlüsselroman über das Graz der ersten Hälfte der 1920er Jahre gelesen werden kann. Er liefert zum einen die Diagnose der politisch-moralischen Krise der Nachkriegszeit und unterzieht zum anderen die eigene antibürgerliche Attitüde und das Milieu eines realitätsfernen Künstlertums einer scharfen Selbstkritik.