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CLIO Herbst-Programm 2026

Aktuelles Programm zum Download hier (pdf)
CLIO Programm September bis Jänner 2027
Nachdem wir uns in den letzten Jahren immer wieder in Veranstaltungsreihen, Symposien, Ausstellungen und Publikationen mit verschiedenen Gedenkjahren der jüngeren Zeit beschäftigt haben, wollen wir uns im Herbst mit einem kaum bekannten Aspekt unserer Kultur- und Zeitgeschichte beschäftigen – mit dem Kulturtransfer zwischen Graz und Indien.
Indien ist heute das Land mit den meisten EinwohnerInnen und somit eine wirtschaftliche und auch politische Großmacht. In den verstärkten Blick der Europäer geriet es erst, nachdem durch die Eröffnung des Suez-Kanales 1869 der Seeweg zwischen Indien und Europa um rund 7.000 Kilometer verkürzt wurde. Dadurch kam es in der Folge zwischen Indien und Zentraleuropa zu einem vermehrten wirtschaftlichen Austausch aber auch zu einem Kultur-, Wissens- und Technologiertransfer. Dabei entstanden auch viele weitreichende persönliche und kulturelle Beziehungen – auch zur Steiermark. Drei Personen aus Graz, die im 20. Jahrhundert nach Indien gingen, stehen im Mittelpunkt unseres Herbstprogramms: der Maler Walter Langhammer (1905–1977), die Schriftstellerin Franziska Standenath (1883–1971) und die Familie des Tischlermeisters Alfred Wachsler (1905–1973). Zu diesen Personen und den Beziehungen zu Indien gibt es im Herbst eine Ausstellung, Bücher, Lesungen und Vorträge.
Erinnern wollen wir uns im Herbst aber auch an andere Ereignisse. So geben wir das Gedenkbuch über alle im Jahr 1938 als Jüdinnen und Juden verfolgten Lehrenden und Studierenden der Universität Graz heraus. Zudem gibt es wie immer auch Rundgänge, Vorträge und Lesungen.
Walter Langhammer: Graz – Indien
Ausstellung
Geboren und aufgewachsen in Graz, politisch sozialisiert im Roten Wien studierte Walter Langhammer (1905–1977) an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei sowie Kunsterziehung und konnte kleine Erfolge mit farbintensiven Porträts, Landschaftsgemälden, Stillleben und Karikaturen feiern.
Im September 1938 floh er mit seiner jüdischen Frau Käthe Urbach nach Indien, wo er als Art Director der Times of India arbeitete und einer der angesehensten Maler Bombays wurde. Hier war er auch an der Errichtung der Jehangir Art Gallery beteiligt und unterhielt mit seiner Frau und Freunden einen wichtigen Kunstzirkel, der junge, mittellose, experimentierfreudige, avantgardistische indische Künstler förderte. Die bekanntesten unter ihnen bildeten die Progressives Artists ´ Group mit den mittlerweile weltberühmten Malern Souza, Hussain und Raza.
Die Ausstellung zeigt u.a. eine bisher unbekannte Seite von Walter Langhammer – den Fotografen. Zusammen mit seiner Frau Käthe bereiste er zwischen 1946 und 1956 ganz Indien und dokumentierte das Kaleidoskop des neuen, jungen Indiens.
Kuratorin: Margit Franz
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Laufzeit der Ausstellung:
2. Oktober 2026 – 6. Jänner 2027
Mittwoch bis Sonntag, 10–18 Uhr
Kuratorinführungen:
Freitag, 9. Oktober 2026, 16.00 Uhr
Freitag, 6. November 2026, 16.00 Uhr
Freitag, 4. Dezember 2026, 16.00 Uhr
OKTOBER
NS-Institutionen und Orte des Widerstands im Bezirk Geidorf
Rundgang
Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 wurden in Graz all jene Institutionen des NS-Regimes geschaffen, die in Deutschland seit 1933 die gesamte Gesellschaft durchdrangen und für die Verfolgung der politischen GegnerInnen und der jüdischen Bevölkerung verantwortlich zeichneten. Viele dieser NS-Ämter und Behörden hatten prominente Adressen in der Grazer Innenstadt, viele aber auch im dritten Gemeindebezirk, in Geidorf. Sichtbare Spuren dazu gibt es heute keine mehr, die ehemalige NS-Präsenz ist heute unsichtbar. Seit einigen Jahren erinnert man sich jedoch an einzelne Menschen aus dem Bezirk, die dem Regime Widerstand leisteten bzw. vom NS-Regime ermordet wurden, mit Stolpersteinen.
Die wenigen sichtbaren, vielfach aber unsichtbaren Orte wollen wir mit unserem Rundgang in Erinnerung rufen.
Heimo Halbrainer (Historiker) und Claudia Beiser (Grätzelinitiative Margaretenbad)
Freitag, 16. Oktober 2026, 16.00 Uhr
Treffpunkt: Landessportzentrum Steiermark, Jahngasse 3, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und Grätzelinitiative Margaretenbad
Auf den Spuren von Grazer NS-Opfern
Rundgang
Das Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz und CLIO haben mit MEMOR ein digitales Denkmal aller Grazer Opfer der NS-Unrechtsherrschaft geschaffen. Auf www.ns-opfer-graz.at sind alle NS-Opfer in einer digitalen Stadtkarte an ihrem letzten freiwilligen Wohnort verortet. Deren Biografien werden dort mit weiterführenden Dokumenten erzählt.
Der Rundgang besucht letzte freiwillige Wohnorte von Grazer NS-Opfern in der Innenstadt und stellt ihre Biographien vor.
Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht (Historiker)
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 17:00 Uhr
Treffpunkt: Schloßbergplatz, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO, dem Centrum für Jüdische Studien und ERINNERN:AT
Franziska Standenath – Gandhis Botschafterin aus Graz
Vortrag
“I am glad that the interest in India is deepening and that you are helpful in promoting a clear understanding of the movement for which I stand. Therefore, there is no doubt that you are in your proper place there”, schrieb Mahatma Gandhi am 24. August 1937 an Franziska Standenath (1883–1971). Sie hatte 1925 als Anhängerin Gandhis begonnen, ihm Briefe zu schreiben. Gandhi nahm die Korrespondenz auf und vertiefte die Beziehung, indem er indische Weggefährten nach Graz schickte. Er lud Franziska Standenath und ihren Mann schließlich 1928 ein, auf seine Kosten ein paar Monate mit ihm im Sabarmati-Ashram in Ahmedabad (Indien) zu verbringen. Nach ihrer Rückkehr nach Graz begann sie Vorträge zu Indien und Gandhi zu halten, schrieb Zeitungsartikel und publizierte 1931 das Buch: Indiens Freiheitskampf 1930. Vier Monate Gast Mahatma Gandhis. Gefängnisbriefe des Mahatma aus der Zeit vom 31. Juli bis 6. November 1930. Durch ihre Kommunikationsarbeit bildete sich ein kleiner Gandhi Zirkel in Graz. Vor allem aber übersetzte sie Gandhische Ideen und Vorstellungen für ein breites deutschsprachiges Publikum, auch lange über seinen Tod hinaus.
Margit Franz (Historikerin)
Donnerstag, 22. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und dem Museum für Geschichte
NOVEMBER
Melitta Urbancic – Schwarzwälder Tagebuch und andere Texte
Lesung und Buchpräsentation
Die Dichterin, Philosophin, Bildhauerin, Schauspielerin, Übersetzerin und Imkerin Melitta Urbancic wurde 1902 als Melitta Grünbaum geboren. Sie studierte Anglistik, Germanistik und Philosophie in Wien sowie in Heidelberg, außerdem Schauspiel bei Max Reinhardt. 1930 heiratete sie den Komponisten und Dirigenten Victor Urbantschitsch (später Urbancic). 1933 musste die Familie von Mainz nach Österreich flüchten, da Melitta Urbancic jüdischer Herkunft war und sich für die Friedensbewegung engagiert hatte. Sie lebten mit ihren vier Kindern in Graz, wo Victor Urbancic am Konservatorium eine führende Position innehatte. Von Graz aus emigrierte die Familie 1938 weiter nach Reykjavík (Island). Zu Lebzeiten veröffentlichte Melitta Urbancic nur einzelne Gedichte und Artikel. Im Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft erschienen mehrere Bände. Ihr Nachlass wird im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrt.
Sibyl Urbancic (Tochter Melitta Urbancics) und Astrid Nischkauer (Herausgeberin) lesen aus dem Werk von Melitta Urbancic
Donnerstag, 5. November 2026, 19.00 Uhr
Steiermärkische Landesbibliothek, Kalchberggasse 2, 8010 Graz
Eine Kooperationsveranstaltung von Kulturvermittlung Steiermark, Steiermärkische Landesbibliothek, CLIO und Theodor Kramer Gesellschaft
Walter Langhammer: Graz – Indien
Kuratorinführung mit Margit Franz (Historikerin)
Der in Graz geborene und hier aufgewachsene Maler Walter Langhammer (1905–1977) musste im Herbst 1938 mit seiner jüdischen Frau Käthe Urbach fliehen und ging nach Indien, wo er als Art Director der Times of India arbeitete und einer der angesehensten Maler Bombays wurde. Hier war er auch an der Errichtung der Jehangir Art Gallery beteiligt und unterhielt mit seiner Frau und Freunden einen wichtigen Kunstzirkel, der junge, mittellose, experimentierfreudige, avantgardistische indische Künstler förderte. Die bekanntesten unter ihnen bildeten die Progressives Artists ´ Group mit den mittlerweile weltberühmten Malern Souza, Hussain und Raza.
Die Ausstellung zeigt eine bisher unbekannte Seite von Walter Langhammer – den Fotografen. Zusammen mit seiner Frau Käthe bereiste er zwischen 1946 und 1956 ganz Indien und dokumentierte das Kaleidoskop des neuen, jungen Indiens.
Freitag, 6. November 2026, 16.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und dem Museum für Geschichte
Österreichische Juden und ihr indischer Fluchthelfer
Buchvorstellung
„Lass mich dir ein Geheimnis verraten. Dein Großvater hat vielen jüdischen Familien geholfen, vor den Nazis zu fliehen.” Dieser Satz sowie vergilbte Fotos in Familienalben, die das Familienoberhaupt Kundanlal und seine Familie umringt von westlichen Menschen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zeigen, waren der Ausgangspunkt für Vinay Gupta, sich auf die historische Spurensuche nach seinem Großvater zu machen.
Er verwebt in seinem Buch die Erinnerungen an seinen Großvater mit den Fluchtgeschichten von Grazer und Wiener Juden und Jüdinnen und bringt damit die bislang unbekannten Fluchtgeschichten der Familien Alfred Wachsler, Alfred Schafranek, Siegfried Schafranek, Dr. Fritz Weiss, Hans Losch und Dr. Siegmund Thomas Retter zu Tage. Ergänzt wird seine Familienrecherche mit weiterführenden biografischen Skizzen der genannten Personen durch Margit Franz.
Vinay Gupta (Autor) und Margit Franz (Historikerin)
Montag, 9. November 2026, 18.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und dem Museum für Geschichte
Österreichische Juden und ihr indischer Fluchthelfer
Buchvorstellung
„Lass mich dir ein Geheimnis verraten. Dein Großvater hat vielen jüdischen Familien geholfen, vor den Nazis zu fliehen.” Dieser Satz sowie vergilbte Fotos in Familienalben, die das Familienoberhaupt Kundanlal und seine Familie umringt von westlichen Menschen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zeigen, waren der Ausgangspunkt für Vinay Gupta, sich auf die historische Spurensuche nach seinem Großvater zu machen.
Er verwebt in seinem Buch die Erinnerungen an seinen Großvater mit den Fluchtgeschichten von Grazer und Wiener Juden und Jüdinnen und bringt damit die bislang unbekannten Fluchtgeschichten der Familien Alfred Wachsler, Alfred Schafranek, Siegfried Schafranek, Dr. Fritz Weiss, Hans Losch und Dr. Siegmund Thomas Retter zu Tage. Ergänzt wird seine Familienrecherche mit weiterführenden biografischen Skizzen der genannten Personen durch Margit Franz.
Vinay Gupta (Autor) und Margit Franz (Historikerin)
Dienstag, 10. November 2026, 18.30 Uhr
Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien
Eine Veranstaltung des Jüdischen Museum Wien mit CLIO und der Österreichisch-Indischen Gesellschaft
Ein biografisches Gedenkbuch der 1938 verfolgten Jüdinnen und Juden der Universität Graz
Buchpräsentation
Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurden die jüdischen Lehrenden und Studierenden der Karl-Franzens-Universität Graz entlassen, verfolgt, vom Hochschulbesuch ausgeschlossen und vertrieben. Das Gedenkbuch erinnert an jene 49 Studierenden und vier Lehrenden, die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden vertrieben wurden und es erzählt ihre Geschichten von Ausgrenzung und Verfolgung, von NS-Terror und Krieg, von Flucht und schwierigem Neubeginn, aber auch von Widerstand gegen das NS-Regime und von oft bemerkenswerten Karrieren ehemaliger Studierender.
Begrüßung: Rektor Dr. Peter Riedler
Marco Jandl und Gerald Lamprecht (Historiker)
Mittwoch, 11. November 2026, 18.00 Uhr
Meerscheinschlössl der Universität Graz, Mozartgasse 3, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO, dem Centrum für Jüdische Studien und ERINNERN:AT
Widerstand, Verfolgung und Erinnerung in der Oststeiermark
Buchpräsentationen
Die Oststeiermark wurde in den letzten Wochen vor der Befreiung vom NS-Regime 1945 zum Schauplatz von Kämpfen zwischen der Wehrmacht und der anrückenden Roten Armee. Im „Schatten des Krieges“ kam es in dieser Zeit zu zahlreichen sogenannten Endphaseverbrechen in der Region, denen jüdisch-ungarische Zwangsarbeiter, Deserteure, politischen GegnerInnen und widerständige Personen zum Opfern fielen.
Im Buch NS-Herrschaft, Verfolgung und Widerstand in der Oststeiermark 1938–1945 werden diese Ereignisse, aber auch der Widerstand und die Verfolgung in den sieben Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft in der Oststeiermark erstmals gesammelt dargestellt und vergessene Orte des NS-Terrors ins Bewusstsein gerufen.
Buchpräsentation und Diskussion mit den Herausgebern Heimo Halbrainer, Marco Jandl und Thomas Stoppacher sowie den Autoren der einzelnen Beiträge
Freitag, 13. November 2026, 19.30 Uhr
Pfarrzentrum Gleisdorf, Franz Bloder Gasse 3, 8200 Gleisdorf
Eine Veranstaltung von Zukunft braucht Erinnerung Gleisdorf und CLIO
Zulm – Ein Indien-Roman
Lesung und Gespräch
Zulm ist ein opulenter und an Phantasie überbordender Indien-Roman, der den Ich-Erzähler von Wien ausgehend kreuz und quer durch den Subkontinent führt. Die Suche nach Bildern eines österreichischen Malers, der ein Zeitgenosse Kokoschkas war und 1938 mit seiner jüdischen Frau von Wien nach Delhi fliehen musste, entpuppt sich als ein dubioser Auftrag: Er treibt den Erzähler, zwischen Europa und Indien hin- und herjagend, immer tiefer in die eigene Biographie und in die Geschichte Indiens. Der Roman vermischt in verzweigten Erzählebenen und spannenden Handlungssträngen Fiktion mit historischen Ereignissen und verlässt dabei mit überraschenden Wendungen die erwartbaren Pfade. Starke Bilder und Dialoge treiben die Handlung voran. Virtuos verknüpft er Reise- und Abenteuerroman mit einer Krimihandlung, die mehr Rätsel aufgibt als löst, mit den Abenteuern im Kopf.
Wilhelm Hengstler (Autor) im Gespräch mit Margit Franz (Historikerin)
Donnerstag, 19. November 2026, 18.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und dem Museum für Geschichte
Weltkulturerbe Graz – Geschichte. Arbeiten. Leben in historischen Innenhöfen
Buchvorstellung
Die Innenhöfe der Grazer Altstadt mit ihren historischen Gebäuden sind wesentliche Bausteine der seit 1999 zum Weltkulturerbe ernannten Grazer Altstadt. Sie sind daher auch vielfach Inhalt von Stadtführungen und touristischer Vermarktung. In dem Buch werden nun ausgewählte und zumeist zugängliche Innenhöfe baukünstlerisch erforscht und fotografisch dokumentiert sowie die sozial-wirtschaftlichen Biotope dieser Innenhöfe mit ihren BewohnerInnen und NutzerInnen der letzten 200 Jahre vorgestellt. Gerade die vielfältigen Nutzungsgeschichten der Höfe und umgebenden Gebäude, die straßenseitigen Geschäfte, die HandwerkerInnen in den Hinterhöfen und Obergeschossen machten und machen die Geschichte und Entwicklung der Innenstadt aus. Sie sind Zeugnis der früheren wirtschaftlichen und sozialen Intensität und Kraft der Innenstadt.
Richard Resch (Raumplaner)
Dienstag, 24. November 2026, 18.00 Uhr
Graz Museum, Sackstraße 18, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und Graz Museum
Vertrieben, vergessen, wiederentdeckt – der nach Indien emigrierte Architekt Hans Glas
Buchvorstellung und Gespräch
Der jüdische Architekt Hans Glas (1892–1969) setzte in der Zwischenkriegszeit einige Bauten in Wien um, ehe er 1938 nach Indien fliehen musste. Glas hatte Kontakte mit dem ehemaligen Bürgermeister von Kalkutta, der in den frühen 1930er Jahren die Gemeindebauten des Roten Wien besucht hatte. In Westbengalen plante Glas das Hindusthan Building und das Chittaranjan Cancer Hospital im Zentrum Kalkuttas sowie Wohnhaussiedlungen im Vorort Alipore.
Die Historikerin Margit Franz hat Hans Glas und sein Wirken in Indien im Zuge ihrer Arbeiten über das deutschsprachige Exil in Britisch-Indien wiederentdeckt. Der Architekt Maximilian Eisenköck hat Glas‘ Hauptwerk, die Villa Rezek (Wilbrandtgasse 37, 1180 Wien) – 1933/34 von Glas für das jüdische Ärzteehepaar Anna und Philipp Rezek errichtet – von 2020 bis 2024 unter Wahrung größtmöglicher Originalsubstanz restauriert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Eine zweisprachige Publikation erzählt die Geschichte des Hauses, ihrer Auftraggeber und des Architekten Hans Glas.
Maximilian Eisenköck (Architekt) und Margit Franz (Historikerin) im Gespräch mit Antje Senarclens de Grancy (Architekturhistorikerin)
Donnerstag, 26. November 2026, 18.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO, Museum für Geschichte, Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften der TU Graz, Haus der Architektur Graz
DEZEMBER
Widerstand, Verfolgung und Erinnerung in der Oststeiermark
Buchpräsentationen
Die Oststeiermark wurde in den letzten Wochen vor der Befreiung vom NS-Regime 1945 zum Schauplatz von Kämpfen zwischen der Wehrmacht und der anrückenden Roten Armee. Im „Schatten des Krieges“ kam es in dieser Zeit zu zahlreichen sogenannten Endphaseverbrechen in der Region, denen jüdisch-ungarische Zwangsarbeiter, Deserteure, politischen GegnerInnen und widerständige Personen zum Opfern fielen.
Im Buch NS-Herrschaft, Verfolgung und Widerstand in der Oststeiermark 1938–1945 werden diese Ereignisse, aber auch der Widerstand und die Verfolgung in den sieben Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft in der Oststeiermark erstmals gesammelt dargestellt und vergessene Orte des NS-Terrors ins Bewusstsein gerufen.
Buchpräsentation und Diskussion mit den Herausgebern Heimo Halbrainer, Marco Jandl und Thomas Stoppacher sowie den Autoren der einzelnen Beiträge
Donnerstag, 3. Dezember 2026, 18.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und Museum für Geschichte
Walter Langhammer: Graz – Indien
Kuratorinführung mit Margit Franz (Historikerin)
Der in Graz geborene und hier aufgewachsene Maler Walter Langhammer (1905–1977) musste im Herbst 1938 mit seiner jüdischen Frau Käthe Urbach fliehen und ging nach Indien, wo er als Art Director der Times of India arbeitete und einer der angesehensten Maler Bombays wurde. Hier war er auch an der Errichtung der Jehangir Art Gallery beteiligt und unterhielt mit seiner Frau und Freunden einen wichtigen Kunstzirkel, der junge, mittellose, experimentierfreudige, avantgardistische indische Künstler förderte. Die bekanntesten unter ihnen bildeten die Progressives Artists ´ Group mit den mittlerweile weltberühmten Malern Souza, Hussain und Raza.
Die Ausstellung zeigt eine bisher unbekannte Seite von Walter Langhammer – den Fotografen. Zusammen mit seiner Frau Käthe bereiste er zwischen 1946 und 1956 ganz Indien und dokumentierte das Kaleidoskop des neuen, jungen Indiens.
Freitag, 4. Dezember 2026, 16.00 Uhr
Museum für Geschichte, Sackstraße 16, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von CLIO und dem Museum für Geschichte
JÄNNER 2027
Von welchen Helden reden wir?
Buchvorstellung und Diskussion
Anlässlich der 80. Wiederkehr des 1945 zu Ende gegangenen Zweiten Weltkriegs machten sich Maryam Mohammadi und Joachim Hainzl auf zu 48 Orten in der ganzen Steiermark, 11 Grazer Bezirken und sogar ins slowenische Gornja Radgona. Sie suchten Kriegerdenkmäler, Gedenkstätten, Mahnmale und Siegeszeichen auf, errichtet im Gedenken an einstige Bewohner, welche im Ersten und Zweiten Weltkrieg getötet oder vermisst wurden. Manchmal gedenken sie auch Opfern des Nationalsozialismus. Durch künstlerische Interventionen setzten Mohammadi und Hainzl diese Gedenkorte in Beziehung mit persönlichen Zitaten aus Feldpostbriefen von im Zweiten Weltkrieg gefallenen österreichischen Wehrmachtssoldaten, aus deren Briefen keinerlei Wunsch nach Heldentum spricht, sondern vielmehr jener nach Frieden und einem glücklichen Alltagsleben. Das Buch stellt zudem Fragen, die zum Nachdenken anregen und betroffen machen: wie betreffen uns diese Kriegsereignisse, was haben diese Denkmäler mit unseren Idealen zu tun und wofür lohnt es sich heute zu kämpfen?
Joachim Hainzl (Sozialhistoriker) und Maryam Mohammadi (Künstlerin) im Gespräch mit Heimo Halbrainer (Historiker)
Mittwoch, 20. Jänner 2027, 18.00 Uhr
Graz Museum, Sackstraße 18, 8010 Graz
Eine Veranstaltung von Xenos in Kooperation mit CLIO und dem Graz Museum
Neue CLIO Bücher 2025/26

Verlagsprogramm zum Download hier (pdf)
Bitte bestellen Sie per Email oder Fax (0316/72 00 51).
Margit Franz
Walter Langhammer: Graz – Indien
92 Seiten mit zahlreichen Abb. (ISBN: 978-3-903425-38-5) CLIO: Graz 2026
Euro 15,00 (erscheint Ende September)

Walter Langhammer wurde am 19. April 1905 in Graz geboren. Nach der Schulzeit übersiedelte er 1923 zum Studium an die Akademie der bildenden Künste nach Wien. Dort etablierte er sich im Roten Wien als Grafiker, insbesondere nach der Heirat mit der Tochter des sozialdemokratischen und jüdischen Bezirksvorstehers des ersten Wiener Gemeindebezirkes Otto Urbach. Daneben verfolgte er die Malerei und seine „kleine Leidenschaft“, die Karikatur. Ab 1927 im Brotberuf als Gymnasiallehrer tätig, betrieb er nach der Ausschaltung der Demokratie 1933/34 mit seiner Frau Käthe und seinem Schwiegervater illegale Zirkel zu Kunst und Sozialismus. 1938 gelang ihm zusammen mit seiner jüdischen Frau die Flucht nach Bombay, damals Britisch-Indien, wo er später Art Director der Times of India, der größten englischsprachigen Zeitung des Subkontinents, wurde. In dieser privilegierten Position versuchte er junge indische, avantgardistische Künstler, die sich teilweise als Plakatmaler oder Autowäscher verdingten, durch seine Netzwerke zu fördern und ihnen Räume zur Reflexion und Präsentation zu schaffen. Er selbst wurde mit Porträts der High Society Bombays berühmt und mit post-impressionistischen Landschafts- und Kulturstudien wegweisend für viele junge KünstlerInnen. Der indische Kunsthistoriker Ratan Parimoo bezeichnete ihn als „the man who brought Kokoschka to India“.
Vinay Gupta
Mein Großvater Kundanlal. Österreichische Juden und ihr indischer Fluchthelfer. Mit einem Nachwort von Margit Franz
Geb. 390 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-35-4) CLIO: Graz 2027
Euro 29,00 (erscheint im November)

„Lass mich dir ein Geheimnis verraten. Dein Großvater hat vielen jüdischen Familien geholfen, vor den Nazis zu fliehen.” Dieser Satz sowie vergilbte Fotos in Familienalben, die das Familienoberhaupt Kundanlal und seine Familie umringt von westlichen Menschen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zeigen, waren der Ausgangspunkt für Vinay Gupta, sich auf die historische Spurensuche nach seinem Großvater zu machen.
Er verwebt in seinem Buch die Erinnerungen an seinen Großvater mit den Fluchtgeschichten von Grazer und Wiener Juden und Jüdinnen und bringt damit die bislang unbekannten Fluchtgeschichten der Familien Alfred Wachsler, Alfred Schafranek, Siegfried Schafranek, Dr. Fritz Weiss, Hans Losch und Dr. Siegmund Thomas Retter zu Tage. Ergänzt wird seine Familienrecherche mit weiterführenden biografischen Skizzen der genannten Personen durch Margit Franz.
Marco Jandl
Ausschluss, Flucht und Neuanfang. Die im Jahr 1938 als Jüdinnen und Juden verfolgten Lehrenden und Studierenden der Universität Graz. Ein biografisches Gedenkbuch
Geb. 320 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-23-1) CLIO: Graz 2027
Euro 29,00 (erscheint im November)

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 wurden die jüdischen Lehrenden und Studierenden der Karl-Franzens-Universität Graz entlassen, verfolgt, vom Hochschulbesuch ausgeschlossen und vertrieben. Das Gedenkbuch erinnert an jene 49 Studierenden und vier Lehrenden, die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden vertrieben wurden und es erzählt ihre Geschichten von Ausgrenzung und Verfolgung, von NS-Terror und Krieg, von Flucht und schwierigem Neubeginn, aber auch von Widerstand gegen das NS-Regime und von oft bemerkenswerten Karrieren ehemaliger Studierender.
Richard Resch
Weltkulturerbe Graz – Geschichte. Arbeiten. Leben in historischen Innenhöfen.
Geb. 182 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-41-5) CLIO: Graz 2027
Euro 25,00 (erscheint im November)

Die Innenhöfe der Grazer Altstadt mit ihren historischen Gebäuden sind wesentliche Bausteine der seit 1999 zum Weltkulturerbe ernannten Grazer Altstadt. Sie sind daher auch vielfach Inhalt von Stadtführungen und touristischer Vermarktung. In dem Buch werden nun ausgewählte und zumeist zugängliche Innenhöfe baukünstlerisch erforscht und fotografisch dokumentiert sowie die sozial-wirtschaftlichen Biotope dieser Innenhöfe mit ihren BewohnerInnen und NutzerInnen der letzten 200 Jahre vorgestellt. Gerade die vielfältigen Nutzungsgeschichten der Höfe und umgebenden Gebäude, die straßenseitigen Geschäfte, die HandwerkerInnen in den Hinterhöfen und Obergeschossen machten und machen die Geschichte und Entwicklung der Innenstadt aus. Sie sind Zeugnis der früheren wirtschaftlichen und sozialen Intensität und Kraft der Innenstadt.
Unsere Geschichte(n) – Grazer Jugendliche beforschen ihre Familiengeschichten
Ausstellungskatalog
Brosch., 112 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-40-8), CLIO: Graz 2026
Euro 12,00

Migration hat unsere Gesellschaft vielfältiger gemacht - das zeigt sich auch in den Klassenzimmern. Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen Prägungen und familiären Erfahrungen lernen mit- und voneinander. Dennoch wird diese Vielfalt in öffentlichen Debatten häufig als bildungspolitische Herausforderung oder Integrationsproblem anstatt als Chance für die Zukunft verhandelt. „Unsere Geschichte(n). Grazer Jugendliche beforschen ihre Familiengeschichten“ ist die Begleitpublikation zur gleichnamigen Wanderausstellung, die aus dem Projekt „Das Gedächtnis des Klassenzimmers. Multidirektionales Erinnern in Grazer Schulen“ (MEiK) hervorgegangen ist. Im Projekt und der Ausstellung wird danach gefragt, welche vielfältigen Geschichte(n) Jugendliche in sechs Grazer Schulen und ihre Familien mitbringen und wie diese im schulischen Geschichtsunterricht aufgegriffen werden. Anhand von Interviewausschnitten und persönlichen Statements werden Einblicke in die Geschichte(n) Grazer Jugendlicher und ihrer Familien gegeben.
Axl Leskoschek
Zwei Märchen. Die Orange Amarante. Der verirrte Donnerhund. Aus dem Portugiesischen von Michaela Wolf. Hg. u. mit einem Nachwort von Heimo Halbrainer.
Geb. 80 Seiten (ISBN 978-3-903425-36-1). CLIO: Graz 2026
Euro 20,00

Axl Leskoschek, der Mitbegründern der „Sezession“ Graz, illustrierte in den 1920er-Jahren zahlreiche Romane und Erzählungen, vor allem aber Kinderbücher. Daneben verfasste er Bilderbücher, die damals jedoch nicht veröffentlicht wurden und die er später in sein Exil nach Brasilien mitnahm und überarbeitete. Leskoschek betätigte sich in der Zwischenkriegszeit aber auch politisch innerhalb der Sozialdemokratischen bzw. Kommunistischen Partei, was ihm nach der Ausschaltung der Demokratie 1934 Zuchthaus und Anhaltelager einbrachte. Nach der Machtübernahme der Nazis floh er zunächst in die Schweiz und später weiter nach Brasilien, wo er für seine Illustrationen berühmt wurde und eine Professur erhielt. 1948 kehrte er nach Österreich zurück. Die beiden auch in Brasilien nicht publizierten Märchen hat er mitgenommen, sie blieben aber auch in Österreich unveröffentlicht.
Anlässlich seines 50. Todestages geben wir nun seine Bilderbücher von der Orange Amarante und dem verirrten Donnerhund heraus.
Joachim Hainzl
Stifting, Ries und Ragnitz einst und jetzt.
Geb. 256 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-37-8). CLIO: Graz 2026
Euro 29,00

Die einst ländlichen Gebiete des Stifting- und des Ragnitztals mit der Ries gehörten bis 1938 zu den Grazer Umlandgemeinden Kainbach, Hart bei St. Peter und Waltendorf-Ruckerlberg. Jene Teile dieser Gemeinden, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 nach Graz eingemeindet wurden, kamen zum neu geschaffenen Bezirk Graz Ost. Seit der neuen Bezirkseinteilung 1946 liegen die beiden Täler im Bezirk Ries und alles jenseits des Ragnitzbachs im Bezirk Waltendorf.
Das Buch „Stifting, Ries und Ragnitz einst und jetzt“ geht der wechselhaften Geschichte dieser beiden Täler nach, erzählt von den Landpartien zu den vielen Ausfluggasthäuern genauso wie von den sportlichen Aktivitäten, wie den Ries-Rennen und der Geschichte des Ragnitzbades oder den Kunstfeuerwerkern. Das Buch geht aber auch auf die Verkehrsentwicklung und Siedlungstätigkeit ein.
Björn Siegel
Die trunkene Diana zwischen Triest und Palästina. Neue Blicke auf die jüdische Migrationsgeschichte, ihre Prozesse und Erfahrungen, 1918–1938. Mit einem Nachdruck von Herbert Friedenthals ‚Geschichte einer Überfahrt‘
(Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien der Universität Graz, Band 17)
Geb. 184 Seiten (ISBN: 978-3-903425-30-9), CLIO: Graz 2026
Euro 18,00

Die vorliegende Studie rückt anhand von einzelnen Tagebüchern, Memoiren, Zeitungen und Werbebroschüren, aber auch Fotografien und literarischen Zeugnissen das Schiff als besonderen Ort in der jüdischen Migrationsgeschichte nach Palästina von 1918 bis 1938 in den Mittelpunkt. Die Novelle von Herbert Friedenthal „Die trunkene Diana“ – die hier auch abgedruckt ist – ist dabei der Ausgangspunkt für die Überlegungen der Studie und steht stellvertretend für die vielfältigen Quellen, die den maritimen Raum und die spezifischen Rahmenbedingungen, die unterschiedlichen Prozesse wie Erfahrungen der Zeit sichtbar werden lassen.
Im Zusammenspiel eröffnen diese Quellen Einblicke in die wirtschaftlichen, politischen wie auch emotionalen Topographien der Migrationsgeschichte, die so bisher kaum beachtet worden sind.
Joachim Hainzl / Maryam Mohammadi
Von welchen Helden reden wir? Eine Reise zu Erinnerungsorten der Weltkriege in der Steiermark
Geb. 196 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-39-2). CLIO: Graz 2026
Euro 25,00
Anlässlich der 80. Wiederkehr des 1945 zu Ende gegangenen Zweiten Weltkriegs machten sich Maryam Mohammadi und Joachim Hainzl auf zu 48 Orten in der ganzen Steiermark, 11 Grazer Bezirken und sogar ins slowenische Gornja Radgona. Sie suchten Kriegerdenkmäler, Gedenkstätten, Mahnmale und Siegeszeichen auf, errichtet im Gedenken an einstige Bewohner, welche im Ersten und Zweiten Weltkrieg getötet oder vermisst wurden. Manchmal gedenken sie auch Opfern des Nationalsozialismus oder sind Erinnerungszeichen für Soldaten (wie Kriegsgefangene, Hingerichtete, Alliierte). Durch künstlerische Interventionen setzten Mohammadi und Hainzl diese Gedenkorte in Beziehung mit persönlichen Zitaten aus Feldpostbriefen von drei im Zweiten Weltkrieg gefallenen österreichischen Wehrmachtssoldaten, aus deren Briefen keinerlei Wunsch nach Heldentum spricht, sondern vielmehr jener nach Frieden und einem glücklichen Alltagsleben. Ergänzend dazu wurden mit 10 Vertreter:innen der örtlichen Zivilgesellschaft (wie Lokalpolitiker:innen, Vertreter:innen des ÖKB, Künstler:innen und Initiator:innen von Gedenkinitiativen) Gespräche geführt, die zum Nachdenken anregen und betroffen machen: wie betreffen uns diese Kriegsereignisse, was haben diese Denkmäler mit unseren Idealen zu tun und wofür lohnt es sich heute zu kämpfen?
Fred Ohenhen:
No Place like home. Der Preis der Migration.
Geb. 160 Seiten (ISBN: 978-3-903425-32-3). CLIO: Graz 2026
Euro 19,80

Wenn man sein Geburtsland verlässt, trägt man einen Rucksack mit sich. In vielen Fällen ist es unklar, wo man landen wird, denn es hängt davon ab, ob man freiwillig auswandert oder Flüchtling ist, also unfreiwillig migriert. Man lässt seine Heimat hinter sich und vieles ist ungewiss: Wohin man gehen soll oder wo man landen wird. Was erwartet einen im Ausland, wird man Arbeit, Freunde und Anschluss in der neuen Gesellschaft finden?
Irgendwann kommt dann im Ausland die Frage, ob es die richtige Entscheidung war, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Ob es sich gelohnt hat, ob es tatsächlich notwendig und alternativlos gewesen war wegzugehen. Wäre es vielleicht doch besser gewesen, trotz aller Schwierigkeiten im Geburtsland zu bleiben?
Fragen über Fragen, die sich die fünf Menschen stellen, von denen dieses Buch erzählt.
August Pirker
St`Ármata! Als Österreicher bei den griechischen ELAS-Partisanen
Hg. u. mit einem Nachwort von Heimo Halbrainer.
Geb. 140 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-25-5) CLIO: Graz 2025
Euro 20,00

Anfang des Jahres 1939 schlug die Gestapo zu und verhaftete in Graz sowie in der Ost- und Weststeiermark die von August Pirker nach dem „Anschluss“ 1938 neu aufgebauten Widerstandszellen der KPÖ. Pirker wurde in der Folge vom Volksgerichtshof zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, die er aber nicht zur Gänze verbüßen musste, denn 1943 wurde er in das Straf- und Bewährungsbataillon 999 eingezogen und nach Griechenland in Marsch gesetzt. Dort unterstützte er zunächst den griechischen Widerstand, ehe er im Jahr 1944 zu den griechischen Partisanen überlief und in ihren Reihen mitkämpfte. Über seine Zeit bei den griechischen Partisanen der ELAS hat August Pirker ein Manuskript verfasst, das nun als Buch mit weiteren Informationen über seinen Widerstand in Österreich und den Widerstand der 999er in Griechenland vorliegt und damit ein Stück Widerstandsgeschichte aus dem Vergessen holt.
Heimo Halbrainer
Frieda, Sepp, Lisl, Franz und all die anderen. Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Geb. 368 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-27-9) CLIO: Graz 2026
Euro 25,00

Wenn in Österreich in den Medien über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus geschrieben wird, werden immer wieder die gleichen Namen genannt: die Geschwister Scholl aus München oder der deutsche Offizier Graf Stauffenberg. Gelegentlich wird noch Schwester Restituta genannt. Dass es aber auch in der Steiermark bedeutende Widerstandsaktivitäten gegen den Nationalsozialismus gegeben hat und dass hier zahlreiche Männer und Frauen ihr Leben riskiert und vielfach auch verloren haben, ist den Wenigsten bekannt.
Im heurigen Gedenkjahr erscheint nun ein Band mit Biografien von über 20 steirischen WiderstandskämpferInnen, von denen man heute nichts bzw. kaum etwas weiß, die aber – entsprechend der Aufforderung der Alliierten anlässlich der Moskauer Konferenz Anfang November 1943 – jenen Widerstand geleistet haben, der von den ÖsterreicherInnen zur Erlangung der Unabhängigkeit gefordert wurde.
Joachim Hainzl / Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht
Annenstraße 1938 – Raub und Vertreibung
Geb. 272 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-14-9) CLIO: Graz 2026
Euro 28,00

Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz wurde Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Pracht- und Einkaufsstraße vom Zentrum von Graz zum Bahnhof geschaffen – die Annenstraße. Hier ließen sich der Folge auch zahlreiche jüdische Kaufleute nieder, die innerhalb kürzester Zeit mit heftigstem Antisemitismus konfrontiert waren. Zum Zeitpunkt der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 gab es noch über 30 von Jüdinnen und Juden betriebene Geschäfte und Gewerbebetriebe entlang der Annenstraße, die in der Folge „arisiert“ oder liquidiert wurden. Die BesitzerInnen wurden verfolgt, beraubt und zur Ausreise gezwungen. Während einige den Nationalsozialisten entkommen konnten und in den Exilländern eine neue Existenz aufzubauen versuchten, wurden wiederum andere in Ghettos und Vernichtungslager deportiert und 40 von ihnen ermordet. Nach 1945 kam es zu mühevollen Verfahren der Rückstellung des geraubten Besitzes und einem jahrzehntelangen Schweigen über diese Verbrechen.
Das Buch dokumentiert sowohl die Geschichte und Gegenwart dieser Straße als auch die Geschichte der jüdischen Geschäftsleute, deren Verfolgung und Beraubung sowie das lange Schweigen darüber.
Heimo Halbrainer/Marco Jandl/Thomas Stoppacher (Hg.)
NS-Herrschaft, Verfolgung und Widerstand in der Oststeiermark 1938–1945.
Geb. 386 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-26-2) CLIO: Graz 2026
Euro 29.00

2025 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 zum 80. Mal. Die Oststeiermark wurde in den letzten Wochen vor der Befreiung zum Schauplatz von Kämpfen zwischen Wehrmacht und der anrückenden Roten Armee. Im „Schatten des Krieges“ kam es in dieser Zeit zu schweren Endphaseverbrechen in der Region, denen jüdisch-ungarische Zwangsarbeiter, Deserteure, politischen GegnerInnen und widerständige Personen zum Opfern fielen.
In einem neuen Buch werden diese Ereignisse, aber auch der Widerstand und die Verfolgung in den sieben Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft in der Oststeiermark erstmals gesammelt dargestellt und vergessene Orte des NS-Terrors ins Bewusstsein gerufen.
Asher D. Biemann
Die verlorene Einheit des Menschengeschlechts. Zu einer Figur (deutsch) jüdischen Denkens um 1945. (Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien der Universität Graz, Band 16)
Geb. 184 Seiten (ISBN: 978-3-903425-30-9), CLIO: Graz 2025
Euro 18,00

Das Jahr 1945 wurde oft als Epochenscheide, als „Stunde Null“ betrachtet. Aus den Trümmern des Krieges entstand ein neues Menschenbild, das sich manchmal, etwa bei Karl Jaspers oder Marie Luise Kaschnitz, im gemeinsamen Ursprung „in Adam“ begründete. Humanismus und Menscheneinheit wurden, wie Victor Klemperer bemerkte, bald zur Phrase. Doch zum Schicksal der europäischen Jüdinnen und Juden schwiegen oft die neuen Humanisten.
Wie verstanden jüdische Intellektuelle – ob Emigranten, Überlebende, Rückkehrende – die „Einheit des Menschengeschlechts“ in einer Zeit tiefster Krise, Enttäuschung und Weltverlassenheit? Dieser Essay vereinigt eine oft dissonante Vielfalt von Stimmen von Adorno zu Günther Anders und Hannah Arendt, von Leo Baeck zu Hermann Broch, Max Brod und Martin Buber, von Ernst Cassirer zu Hermann Levin Goldschmidt, Hans Jonas und Masha Kaléko, von Arthur Liebert zu Karl Löwith und Margarete Susman. Was diese Stimmen vereint, ist das Postulat und zugleich die Fraglichkeit einer Menscheneinheit, worin sich die aufklärerische Idee der „Brüderlichkeit“ kritisch widerspiegelte. So schufen diese Denker und Denkerinnen schwache Kontinuitäten mit einem deutsch jüdischen Erbe, das die Menschheit nicht als gegeben, sondern als aufgegeben verstand: Eine Aufgabe zwischen dem „Unzerstörbaren“ im Menschen und dessen absoluter Zerstörbarkeit.
Heribert Macher-Kroisenbrunner
„Ihr Zeichen war der Davidstern“. Selbstjustiz, Fluchthilfe, Neubeginn 1945
Geb. 248 Seiten mit zahlr. Abb., (ISBN: 978-3-903425-28-6) CLIO: Graz 2025
Euro 25,00

Unmittelbar nach der Befreiung vom NS-Regime im Mai 1945 setzte ein Flüchtlingsstrom von Jüdinnen und Juden, die die NS-Zeit in den Konzentrationslagern, in Ghettos oder auch im Untergrund überlebt hatten, durch die britische Besatzungszone (Steiermark und Kärnten) nach Italien und weiter nach Palästina ein. Ein zentraler Ort auf dieser Route war Graz, wo die jüdische Fluchthilfeorganisation Brichah ihren Sitz hatte und mit der im italienisch-österreichischen Grenzgebiet stationierten Jewish Brigade in enger Verbindung stand. Von dort aus operierte auch die Nakam, eine jüdische Rache-Organisation innerhalb der Jewish Brigade, die sich der Verfolgung der Nationalsozialisten widmete.
Das Buch dokumentiert diese weithin unbekannte Geschichte genauso, wie es der Frage nachgeht, wie der Neubeginn des jüdischen Lebens in der Steiermark 1945 verlief.
Claudia Beiser / Gertraud Prügger (Hg.)
Vorgärten. Innenhöfe. Graz. Von der Gründerzeit zur Stadtökologie der Zukunft
Geb. 160 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN 978-3-903425-17-0) CLIO: Graz 2025
Euro 25,00

Graz hat mit etwa 800 gründerzeitlichen Vorgärten vermutlich die höchste Dichte an Vorgärten in ganz Europa. Innenhöfe blieben in Graz großteils unbebaut, während diese in anderen Städten aufgrund von Überbauung und Verdichtung mehrheitlich nicht erhalten sind.
Expert:innen aus den verschiedensten Fachgebieten beleuchten historische, ökologische, soziale, klimatische und städtebauliche Aspekte und zeigen die Bedeutung der Vorgärten und Innenhöfe als Teil unseres kulturellen Erbes wie auch als Potential für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Die unterschiedlichen Beiträge sensibilisieren für deren Relevanz im Kontext aktueller gesellschaftlicher, kultureller und ökologischer Herausforderungen und bringen innovative Lösungsansätze, wie auf den zunehmenden Druck auf städtische Flächen reagiert werden muss.
Eine Vielzahl von Gestaltungstipps und praktischen Hinweisen für Vorgarten- und Innenhofnutzer:innen ergänzen die fachlichen Beiträge von Claudia Beiser, Catalin Betz, Helwig Brunner, Melitta Fuchs, Oliver Gebhardt, Andrea Hönel, Martin Jury, Immanuel Karner, Oliver Konrad, Petra Kubin, Elisabeth Mitterfellner, Sanela Pansinger, Gertraud Prügger, Astrid M. Wentner.

Daniel Gönitzer / Katharina Pressl (Hg.)
Nullpunkte der Gewalt. Antisemitismus, Nationalsozialismus und Hexenverfolgung im Lavanttal.
Geb. 264 Seiten mit zahlr. Abb. (978-3-903425-09-5): CLIO: Graz 2025
Euro 25,00
In diesem Sammelband werden das Lavanttal in Kärnten/Koroška und seine Gewaltgeschichte anhand von Schlaglichtern auf Antisemitismus, Nationalsozialismus und Hexenverfolgung als Nullpunkte der Gewalt beleuchtet. Die Beiträge zur vergessenen, verschwiegenen und verdrängten Gewaltgeschichte sind ihrem „Gegenteil“ gewidmet: einem solidarischen und offenen Tal.
Mit Beiträgen von Adina Camhy, Daniel Gönitzer, Heimo Halbrainer, Valentin Hauser, Christian Klösch, Wilhelm Kuehs, Andrea M. Lauritsch, Elena Messner, Katharina Pressl, Marlene Radl, Alexandra Schmidt, Manuel Swatek, Viktoria Tatschl, Johannes Thonhauser, Alexander Verdnik

Werner Anzenberger, Heimo Halbrainer, Hans-Peter Weingand (Hg.)
Österreich 1933/34 – Eine politische Zäsur im europäischen Kontext
Geb. 164 Seiten (ISBN Nr. 978-3-903425-34-7) CLIO: Graz 2025
Euro 20,00
Über 90 Jahre ist es her, dass die autoritäre Revolution – die systematische Aushöhlung von Demokratie und Rechtsstaat durch rechtsextreme politische Kräfte – in der Errichtung der austrofaschistischen Diktatur 1933/34 einen ersten Höhepunkt fand. Der Aufstand von Teilen der Arbeiterschaft gegen diesen Putsch auf Raten im Februar 1934 scheiterte bereits nach wenigen Tagen.
Im Februar 2024 fand dazu in Graz ein wissenschaftliches Symposium statt, bei dem neue Perspektiven auf diese, kontrovers diskutierten Entwicklungen und Ereignisse von Werner Anzenberger, Dieter A. Binder, Heimo Halbrainer, Carlo Moos, Ilse Reiter-Zatloukal, Karin M. Schmidlechner, Ute Sonnleitner, Hans-Peter Weingand und Florian Wenninger präsentiert wurden.

Karl Wimmler
Nach Odessa. Die Formierte Gesellschaft reloaded.
180 S. geb., (ISBN: 978-3-903425-19-4)
Euro 20,00
Ausgehend von mehreren Reisen in die Ukraine seit 2003 nähert sich der Autor den Themen Faschismus, Demokratie, Werte und Propaganda, auch Ökonomie. Er diagnostiziert eine oberflächliche und mangelhafte Analyse des Faschismus in Vergangenheit und Gegenwart. Und er erinnert an das in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte, heute vergessene Programm einer „Formierten Gesellschaft“. Dessen Grundprinzipien, so seine Diagnose, werden heute weitgehend durchgesetzt.

Ernst Fischer
So kann man nicht leben!
Hrsg. und mit einem Nachwort von Jürgen Egyptien.
246 S. geb., (ISBN: 978-3-903425-15-6)
Euro 25,00
Ende der 1920er-Jahre schrieb Ernst Fischer mit „So kann man nicht leben!“ einen Schlüsselroman zu Graz in den Zwanzigern, der damals nicht erscheinen konnte. In seinen Erinnerungen meinte Fischer: „Dann kam Hitler dem Roman zuvor. Das Manuskript ist in der Emigration verlorengegangen.“ Dem ist nicht so. Anlässlich seines 125. Geburtstag erscheint das Buch mit fast hundertjähriger Verspätung doch noch.

Heimo Halbrainer
Todesurteile. Vergessene Verbrechen der NS-Justiz in der Steiermark.
280 S. geb (ISBN 978-3-902542-97-7) CLIO: Graz 2025
Euro 29,00
In der Steiermark tagten während der Zeit des Nationalsozialismus verschiedenste Sondergerichte. Sie dienten den Nationalsozialisten aber nicht nur zur Bekämpfung der politischen Gegner:innen, sondern auch zur Durchsetzung ihrer ordnungspolitischen Vorstellungen und zur „Ausrottung“ rückfällig gewordener Straftäter und sonstiger Täter, die gegen „das gesunde Volksempfinden“ verstießen und daher aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschieden wurden sollten. Über 280 Todesurteile waren die Folge, über die nach 1945 genauso der Mantel des Schweigens gebreitet wurde, wie über die NS-Richter und Staatsanwälte.

Hans-Joachim Hahn
Masken, Codes und Projektionsfiguren. Populärkulturelle Verhandlungen des ‚Jüdischen‘
172 S. geb. (ISBN: 978-3-903425-03-3)
Euro 18,00
Die Studie analysiert exemplarische populärkulturelle Darstellungen des ‚Jüdischen‘ im europäischen Raum und den Vereinigten Staaten aus der Zeit etwa von 1920–1950 im Lichte zeitgenössischer theoretischer Reflexionen u. a. von Hannah Arendt, Helmuth Plessner sowie Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Während die theoretische Reflexion dieser historischen Auseinandersetzungen mit massen- oder populärkulturellen Produkten in unterschiedlichem Maße um die drei im Titel genannten Begriffe Maske, Codes und Projektionsfiguren kreist, eignet allen drei Begriffen neben der historisch-diskursiven auch eine analytische Dimension, die im Zusammenspiel mit weiteren theoretischen Ansätzen zur Analyse des konkreten Materials genutzt wird.

Karl Reder
Tod an der Schwelle zur Freiheit. Das Zuchthaus Stein an der Donau während der Zeit des Nationalsozialismus und die Ermordung von Häftlingen im April 1945
544 S. geb., (ISBN: 978-3-903425-20-0)
Euro 35,00
Das Buch liefert einen ersten Einblick in das größte Zuchthaus während der Zeit des Nationalsozialismus im ehemaligen Österreich und geht dem „Massaker im Zuchthaus Stein“ und der Ermordung von Justizhäftlingen im Raum Krems an der Donau im April 1945 nach. Bis zu 500 Insassen verloren dabei an der Schwelle zur Freiheit ihr Leben. Die Frage, wie mit diesen Verbrechen in der Zweiten Republik seitens der Justiz aber auch der Gesellschaft umgegangen wurde, ergänzt diese Studie über ein lang verdrängtes Kapitel jüngerer Zeitgeschichte.

Herbert Eichholzer
Blaupause. Hrsg.: Heimo Halbrainer, Gerhild Illmaier, Alexandra Riewe
200 S., geb. (ISBN: 978-3-903425-21-7) CLIO: Graz 2025
Euro 31,00
Eine Ausstellung von eisenerZ*ART im ehemaligen Frisiersalon in dem von Herbert Eichholzer 1936 geplanten Haus Brutmann in Eisenerz in den Jahren 2022/23 widmete sich neben der Geschichte des Hauses Brutmann vor allem dem Leben und Werk des Grazer Architekten. Im Rahmen dieser neuerlichen Auseinandersetzung mit Eichholzer entstand das Buch „Herbert Eichholzer: BLAUPAUSE“, dessen Titel nicht nur auf das Werkzeug des Architekten rekurriert, sondern auch als Metapher für die vielfältigen thematischen Überblendungen persönlicher Biografien und kollektiver Ereignisse und natürlich nicht zuletzt als Bezeichnung für ein Vorbild steht.
Im Buch finden sich neben historischen Beiträgen von Herbert Eichholzer und Herbert Feuerlöscher Texte zum Leben und Werk Eichholzers von Günter Eichberger, Günter Eisenhut, Heimo Halbrainer, Gerhild Illmaier, Alexandra Riewe, Antje Senarclens de Grancy, Christian Teissl, Erika Thümmel und Karin Tschavgova.

Sabine Christian, Joachim Hainzl, Heimo Halbrainer
100 Jahre Stadt Kapfenberg
196 S. geb., (ISBN: 978-3-903425-24-8)
Euro 20,00
Im Jahr 2024 wird die Stadt Kapfenberg 100 Jahre alt – oder jung. Ein Rückblick auf die Vergangenheit der drittgrößten Stadt der Steiermark, die – mit Ausnahme der beiden diktatorischen Regime in der Zeit von 1934 bis 1945 – immer von der Sozialdemokratie regiert wurde. Nicht in klassischer Form einer Chronik, sondern anhand der Themenschwerpunkte STADTWACHSTUM, POLITIK, WIDERSTAND, INDUSTRIE, FRAUEN, WOHNEN, BILDUNG, KULTUR, SPORT und SOZIALES skizziert das Buch, wie sich diese Stadt nachhaltig entwickelt hat und was sie heute prägt.

Heinz Schubert / Ernst-Christian Gerhold (Hg.)
Evangelisch in Graz. 200 Jahre Heilandskirche
Geb. 472 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-22-4)
Euro 29,00
1821 wurde, 200 Jahre nach der Gegenreformation, die erste evangelische Pfarrgemeinde in Graz gegründet. Drei Jahre später, am 10. Oktober 1824, wurde die heutige Heilandskirche nach den Bestimmungen des Toleranzpatents als schlichtes Bethaus ohne Kirchenfenster, Turm und Glocken eingeweiht. Eine „richtige Kirche“ wurde das Gebäude erst in den Jahren 1853/54.
Zum Jubiläumsjahr 2024 erscheint eine reich bebilderte Festschrift, die die Leserinnen und Leser auf eine spannende Reise durch die Geschichte einlädt von der Vorgeschichte im 16. Jahrhundert über die Toleranz- und Gründungszeit im frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Beiträge lieferten dafür u.a. die Herausgeber Heinz Schubert und Ernst-Christian Gerhold, die Kunsthistorikerin Wiltraud Resch, Historiker wie Karl Schwarz und Karl-Reinhart Trauner, Heimo Halbrainer, Leopold Toifl, Gottfried Allmer sowie eine Reihe von ZeitzeugInnen.

Dieter J. Hecht / Eleonore Lappin-Eppel (Hg.)
Jüdische Reaktionen auf die nationalsozialistische Verfolgung: Quellenedition zur Verfolgung, Vertreibung und Selbstbehauptung der jüdischen Bevölkerung Österreichs 1938–1941
Geb., 400 S., mit zahlr. Fotos (ISBN: 978-3-903425-16-3)
Euro 35,00
Das Buch zeigt die Reaktionen der jüdischen Bevölkerung auf die Verfolgungsmaßnahmen der Nationalsozialisten vom „Anschluss“ im März 1938 bis zum Beginn der großen Deportationen im Oktober 1941. Dabei werden die Jüdinnen und Juden nicht als passive Opfer, sondern als um ihr Überleben kämpfende Bevölkerungsgruppe vorgestellt. Neben dem individuellen Überlebenskampf befasst sich das Buch auch mit den Aktivitäten der jüdischen Gemeinden. Gerade die Funktionäre der kleinen Provinzgemeinden machten die Befreiung der Gemeindemitglieder aus Gestapo- oder KZ-Haft sowie die Suche nach Auswanderungsmöglichkeiten zu ihrem persönlichen Anliegen. Nach der Zerstörung der 32 jüdischen Gemeinden in der Provinz gab es jüdisches Leben nur mehr in Wien, sieht man von vereinzelten Jüdinnen und Juden ab, die mit nichtjüdischen Partner:innen verheiratet waren und daher nicht vertrieben wurden.

Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht (Hg.)
Jüdischer Lend. Eine Spurensuche
Geb. 248 Seiten mit zahlr. Fotos (ISBN: 978-3-903425-18-7)
Euro 25,00
Die ersten Spuren jüdischen Lebens in Graz Mitte des 19. Jahrhunderts finden sich fast ausschließlich in der Murvorstadt, in Lend und Gries. So wurden in Gasthäusern in Lend im 19. Jahrhundert erste Gottesdienste gefeiert und eine jüdische Volksschule etabliert. Zudem entstanden hier jüdische Vereine. Hier und im angrenzenden Bezirk Gries ließ sich in der Frühphase der jüdischen Gemeinde die Hälfte aller Jüdinnen und Juden von Graz nieder, von wo aus sie ihrem Gewerbe nachgingen und in den nächsten Jahrzehnten Betriebe ansiedelten. In den Jahren 1938/39 wurde auch aus Lend die gesamte jüdische Bevölkerung vertrieben, nachdem sie zuvor im Zuge der „Arisierung“ beraubt worden war. Nur wenige kehrten nach 1945 hierher zurück und beteiligten sich am Wiederaufbau der Stadt und der jüdischen Gemeinde. Nach Jahrzehnten des Schweigens dauerte es bis Ende des 20. Jahrhunderts, ehe jüdisches Leben von der Öffentlichkeit wahrgenommen und Erinnerungszeichen – in Form von Stolpersteinen – im Bezirk gesetzt wurden.

Heimo Halbrainer (Hg.)
Die Prenninger. Ein Beitrag zur steirischen Kultur- und Widerstandsgeschichte
Geb. 152 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-11-8)
Euro 28,00
So klein die Ortschaft Prenning im Übelbachtal auch ist, in der steirischen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts wie auch in der Geschichte des Widerstands spielt sie eine große Rolle. Im Landhaus der Papier- und Pappendeckelfabrik Feuerlöscher, das etwas abseits von der Fabrik in einer wunderschönen Landschaft lag, trafen sich Anna, Herbert und Lily Feuerlöscher in den 1930er-Jahren mit Vertretern der Grazer Sezession, Journalisten und Schriftstellern wie Herbert Eichholzer, Axl Leskoschek, Walter Ritter, Kurt Neumann, Anna-Lülja Simidoff u.a. Überzeugt von ihren demokratischen und sozialkritischen Einstellungen kämpften sie – zum Teil gemeinsam – politisch gegen die reaktionäre Entwicklung Österreichs und verfolgten gleichzeitig als Künstlerinnen und Künstler ihr Projekt der Moderne. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten mussten einige ins Ausland fliehen, andere blieben hier und wirkten teils führend im Widerstand. Das Buch erzählt die Geschichte dieser Menschen.

Heinz Trenczak
ZEITENBLICKE. Texte und Bilder
Hg. v. Gerhard Fuchs.
Geb., 238 S., mit zahlr. Fotos (ISBN: 978-3-903425-13-2)
Euro 25,00
Heinz Trenczak ist ein Stetiger, ein stetiger Schreiber, stetiger Filmemacher, stetiger Sammler, Beobachter und Betrachter, ein Deadline-Penibler und Ermöglicher, der Mann, der den Leuchtkugelschreiber lieben lernte. Er ist „heinzig“ in der österreichischen und vor allem der Grazer Filmlandschaft. Es ist das Dreieck aus Musik, Film und Fernsehen, das den Rahmen abgibt, in dem er seine Ideen findet, schöpft und speist: ein Cellist, WDR-Fernsehredakteur und filmischer Feldforscher, der sich zu einem Heinz Trenczak vereinigt. (Peter Zach)

Marco Jandl
Erinnerungskultur an der Universität Graz nach 1945. Entwicklungen – Umbrüche – Kontroversen
Geb. 312 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-903425-12-5)
Euro 29,00
Universitäten sind Institutionen, deren Identität und Anerkennung sich vielfach aus ihrer „traditionsreichen Vergangenheit“ speisen. An der Universität Graz wurde dabei nach 1945 sehr spät damit begonnen, sich den weniger „ruhmreichen“ Aspekten der eigenen Geschichte zu stellen. Die Erinnerungspolitik der Nachkriegszeit war geprägt von Marginalisierungen der NS-Zeit, der Pflege des akademischen „Opfermythos“ und einem geistigen „Rückbruch“. ?Im vorgestellten Buch werden die Transformationen des historischen Bewusstseins an der Universität Graz nach 1945 entlang gesellschaftlicher Aufbrüche, denkmalpolitischer Kontroversen, künstlerischer Interventionen und erinnerungspolitischer Zäsuren bis in unsere „digitale“ Gegenwart diskutiert.

Peter Rosegger
Gabriel Mondfels. Ein Jugendleben. Hg. und kommentiert von Hans-Peter Weingand
Geb., 272 Seiten (ISBN: 978-3-903425-10-1)
Euro 24,00
Anlässlich des 180. Geburtstags von Peter Rosegger erscheint mit „Gabriel Mondfels. Ein Jugendleben“ das Erstlingswerk von Peter Rosegger. Dieses hat der steirische Dichter 1867/68 in Graz verfasst.
Kommentiert von Hans-Peter Weingand erscheint sein erstes Buch als sein letztes Buch nun auch im Buchhandel, was sein Verlag zu Roseggers Lebzeiten verboten hat, denn das Waldbauenbub-Image sollte nicht durch brutale Dorfgeschichten und seltsame Liebeskummer-Fantasien beschädigt werden. So erscheint das Buch wie ein Sammelband, in dem Rosegger verschiedene Stile ausprobiert. Der Druck folgt dem handschriftlichen Manuskript aus dem Nachlass. Auch die Covergestaltung dazu ist ein echter Rosegger.

Fred Ohenhen
Ebuwa – Eine Geschichte über Glauben, Aberglauben, Orakel und Traditionen
Geb., 248 Seiten (ISBN 978-3-903425-04-0)
Euro 25,00
Fred Ohenhen erzählt in diesem Buch von einer nigerianischen Frau im vorigen Jahrhundert und verdeutlicht anhand ihrer Lebensgeschichte, wie die traditionelle Gesellschaft in Nigeria – vor allem auf dem Land – funktionierte. Die Erzählung gibt Einblicke in historische Entwicklungen, in die Erziehung von Kindern in Nigeria einst und heute und die Erwartungen der Eltern an sie im Alter. Es geht aber auch um die Rolle der Dorfgemeinschaft und der erweiterten Familie ebenso wie um die Rolle der Ahnen, der Medizin- und Orakelmänner, die sowohl die Gesellschaft als Ganzes als auch individuelle Biografien mitgestalteten und prägten. Man erfährt etwas über alte Traditionen und eine Gedankenwelt, die auch heute noch der eine oder andere mit sich nimmt, wenn er seine Heimat verlässt.

Heimo Halbrainer
Franz Leitner. Kommunist und „Gerechter unter den Völkern“
Geb. 180 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-902542-98-4)
Euro 20,00
„Herr Leitner, wir, beide Unterzeichnende, ehemalige Häftlinge 117.029 und 117.030 im KZ Buchenwald, sind voller Dankbarkeit für Ihre bewundernswerte und erfolgreiche Arbeit im KZ Buchenwald. Wenn jemand es verdient hat von Yad Vashem geehrt zu werden, so sind es Sie, Herr Leitner.“ Das schrieben der damalige Oberrabbiner des Staates, Israel Meir-Lau, und sein Bruder, der ehemalige Botschafter des Staates Israel in den USA, Naphtali Lau-Lavie, 40 Jahre nach der Befreiung in einem Brief an Franz Leitner.
Über die Geschichte der Rettung der Kinder im KZ Buchenwald hinaus wird in dem Buch von Heimo Halbrainer das Leben des 1918 geborenen Franz Leitner von den ersten politischen Aktivitäten in den 1930er-Jahren über den Widerstand gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus bis hin zu seiner Tätigkeit nach 1945 als Vizebürgermeister von Wiener Neustadt und Landtagsabgeordneter in der Steiermark nachgezeichnet.

Franz Stephan Parteder
Liverpool – Donawitz. Gedichte aus einem halben Jahrhundert.
Mit einem Nachwort von Karl Wimmler. Geb. ca. 88 Seiten (ISBN: 978-3-903425-08-8)
Euro 12,00
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war Franz Stephan Parteder ein bekannter Name in der Pop-Musik-Szene. Lange bevor die späteren Größen des Austropop ihre meist in Wiener Mundart vorgetragenen Hits landeten, entstanden seine Nachdichtungen von Songs der Beatles, Kinks und anderer in steirischer Mundart, die unter anderem in der Kleinen Zeitung oder der Arbeiter-Zeitung abgedruckt wurden. Anlässlich seines 75. Geburtstags wird dieser Schatz als ein Stück vergessener steirischer Literaturgeschichte erstmals in Buchform vorgestellt. Ein zweiter Teil umfasst neue auf Hochdeutsch verfasste Gedichte, die eine andere lyrische Saite des Dichters zum Klingen bringen.

Gerald Lamprecht
Muni Weinberg. Das erste Opfer des Münchner Olympia-Attentates 1972. Eine biographische Annäherung / Muni Weinberg. The First Victim of the Munich Olympics Massacre 1972. A Biographical Approach.
Brosch. 64 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN 978-3-903425-02-6)
Euro 9,00
Der Terroranschlag während der Olympischen Spiele 1972 in München jährt sich 2022 zum 50. Mal: In Erinnerung an die zwölf Getöteten, widmen sich Institutionen aus München, Graz und Fürstenfeldbruck jeden Monat einem Opfer, seinem Leben und seinem Schicksal.
Das Graz Museum, das Jüdisches Museum München, das NS-Dokumentationszentrum München, das Centrum für Jüdische Studien Graz, und das Jüdische Museum Wien erinnern im Dezember an Moshe (Muni) Weinberg, den Trainer des israelischen Ringerteams während der Olympischen Spiele 1972. Gerald Lamprecht macht sich auf Spurensuchen in Graz und Frohnleiten, wo die Eltern von Moshe Weinberg lebten. Sie mussten nach der NS-Machtübernahme im März 1938 aus Graz fliehen und fanden in Palästina Zuflucht.

Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht (Hg.):
Jüdischer Gries. Eine Spurensuche.
Geb. 300 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-902542-94-6)
Euro 25,00
Das Zentrum jüdischen Lebens in Graz befindet sich seit Mitte des 19. Jahrhundert bis heute im Bezirk Gries. Hier wurde unter anderem 1892 die Synagoge errichtet, daneben das Amtshaus und eine jüdische Volksschule. Im Umfeld der Gemeinde entstanden zahlreiche karitative, religiöse und zionistische sowie gesellschaftliche Vereine. Mit dem „Anschluss“ 1938 endeten all diese Aktivitäten. Die Nationalsozialisten zerstörten die Synagoge, lösten die Israelitische Kultusgemeinde auf und vertrieben die jüdische Bevölkerung, nachdem sie zuvor im Zuge der „Arisierung“ beraubt worden war. Nur wenige kehrten nach 1945 wieder hierher zurück und beteiligten sich am Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde. Nach Jahrzehnten des Schweigens dauerte es bis Ende des 20. Jahrhunderts, ehe jüdisches Leben im Bezirk auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen und Erinnerungszeichen gesetzt wurden.
Mit Beiträgen von Matthäus Berger, Isabella Bodlos, Heimo Halbrainer, Ramona Kratochwill, Gerald Lamprecht, Michaela Lang, Barbara Lorenz, Heribert Macher-Kroisenbrunner, Oliver A. Melcher, Anna Pinz, Isabella Schmidt, Thomas Stoppacher, Maria Theußl

Heimo Halbrainer/Susanne Korbel/Gerald Lamprecht (Hg.)
Der „schwierige“ Umgang mit dem Nationalsozialismus an österreichischen Universitäten. Die Karl-Franzens-Universität Graz im Vergleich.
Geb. 536 Seiten (ISBN: 978-3-902542-74-8)
Euro 29,50
Im Jahr 2020 jährte sich die demokratische Reorganisation der Karl-Franzens-Universität Graz nach den Jahren des Nationalsozialismus, die mit der Vertreibung von oppositionellen und jüdischen WissenschafterInnen ebenso wie der ideologischen Gleichschaltung großer Teile der Professorenschaft einen akademischen und moralischen Niedergang brachten, zum 75. Mal. Doch während in Bezug auf die Republik Österreich und die österreichische Gesellschaft Fragen nach dem Bruch mit dem Nationalsozialismus oder der Kontinuität zum Nationalsozialismus ebenso wie der Bewertung des 8. Mai 1945 als der „Stunde Null“ kontrovers diskutiert werden bzw. wurden, blieb eine diesbezügliche Debatte innerhalb der Universität weitgehend aus. Ein Forschungsprojekt hat diese Lücke nun geschlossen und sich mit der personellen und institutionellen Neubegründung bzw. den Kontinuitäten ebenso wie mit der (Re-)Etablierung demokratischer Strukturen, die sich letztlich auch in den vermittelten Inhalten der Lehre widerspiegeln, beschäftigt. Zudem werden in diesem Band die Maßnahmen der Entnazifizierung und des Neubeginns 1945 an den einzelnen österreichischen Universitäten und Hochschulen vorgestellt.

Was bleibt!? 25 Jahre CLIO
Zusammengestellt und eingeleitet von Heimo Halbrainer
224 Seiten mit zahlr. Abb., (ISBN: 978-3-902542-99-1)
Euro 20,00
CLIO ist ein Vierteljahrhundert alt und hat seit seiner Gründung eine Vielzahl von Aktivitäten im kulturellen und historischen Bereich in der Steiermark, aber auch darüber hinaus, gesetzt. Dabei haben wir vielfach Neuland betreten und auch so manches bleibende Zeichen gesetzt. Das reicht von der Ausstellung über den Grazer Architekten und Widerstandskämpfer Herbert Eichholzer (1998/99), der dadurch seinen Platz im öffentlichen Gedächtnis erlangt hat, oder der Ausstellung über das jüdische Leben in Graz anlässlich der Synagogen-Übergabe (2000), oder der Ausstellung unSICHTBAR im Stadtmuseum über NS-Terror, Widerstand und Verfolgung in der Steiermark (2008/09), über Wanderungen und Rundgänge im öffentlichen Raum, über eine Vielzahl an Vortragsreihen und Tagungen, aus denen zahlreiche Sammelbände entstanden sind, bis hin zu literarischen Arbeiten vergessener und verfolgter aber auch lebender Autoren sowie wissenschaftlichen Arbeiten über verschiedenste Aspekte der Zeitgeschichte. Dies alles ist in über 100 Büchern auch dokumentiert und nachzulesen. Für einige der Bücher wie auch für unsere Verlagstätigkeit haben wir Preise und Auszeichnungen erhalten.
25 Jahre nach der Gründung ist es Zeit, einmal einen Rückblick zu wagen und zudem einen Blick drauf zu werfen „Was bleibt!“. Dies haben wir mit vielen Kooperationspartner*innen – von A bis W, von Agnes Altziebler, Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr, Werner Anzenberger, Uwe Baur, Ekaterina Degot und das Team des steirischen herbst, Sibylle Dienesch und Annette Rainer, Christian Ehetreiber, Günter Eisenhut, Elisabeth Fiedler, G.R.A.M., Tanja Gurke, Erich Hackl, Anita Hofer, Martha Keil, Günter Koberg, Helmut Konrad, Astrid Kury, Ludwig Laher, Gerald Lamprecht, Margarethe Makovec und Anton Lederer, Johannes Mindler-Steiner, Wolfgang Muchitsch, Manfred Mugrauer, Martin Polaschek, August Schmölzer, Andreas Staudinger, Christian Teissl, Erika Thümmel, Peter Uray bis Friedrich Waidacher – getan.

Peter Veran
Rüttelflug. An die fünfzig Gedichte. Mit Illustrationen von Denise Lackner und einem Nachwort von Christian Teissl
Geb. 88 Seiten (ISBN: 978-3-903425-07-1)
Euro 15,00
Von der Fülle des Daseins, von den Dingen des Lebens, den ersten und den letzten, singt Peter Veran in seinen hier versammelten Liedern, und man lauscht ihm erfreut und erstaunt, begeistert und befremdet, immer aber fasziniert und erkennt in seinem Gesang die Stimme eines Menschen, der in der Sprache den Rausch sucht, die große Ekstase und dabei zu überaus nüchternen Einsichten gelangt, der sich dahinschwinden sieht wie Schnee in der Frühlingssonne und doch zugleich ahnt: „Ich war immer/ Schon da.“

Eugen Hauber
Ich bin Photo-Amateur!“ Hg. von Bettina Habsburg-Lothringen u. Heimo Hofgartner
Geb. 120 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN 978-3-902542-32-8)
Euro 20,00
Der 1896 in Graz geborene Eugen Hauber erlernte ursprünglich den Beruf eines Speditionskaufmanns, den er auch mehrere Jahrzehnte ausübte, seine Leidenschaft galt jedoch schon seit den 1920er-Jahren der Fotografie. Seit 1931 Mitglied des „Clubs der Amateurphotographen Graz“ nahm er an zahlreichen Ausstellungen teil. Für seine fotografischen Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übte er als einer der Ersten in der Steiermark das Gewerbe des Pressefotografen aus. Als „Grazer Original“ und zeitweilig „ältester Pressefotograf Österreichs“ erlangte er lokale Bekanntheit. Eugen Hauber verstarb 1987 in Graz.
Das Buch ist der Band 3 der Publikationsreihe der Multimedialen Sammlungen am Universalmuseum Joanneum und skizziert anhand von Fotografien aus sechs Jahrzehnten den fotografischen Werdegang des zu Unrecht in Vergessenheit geratene Fotografen Eugen Hauber.

Karl Wimmler
Leni. Ein Leben aus unserer Nähe
Geb., 88 Seiten (ISBN 978-3-902542-95-3)
Euro 12,00
Wer ist behindert? Wer ist „normal“? Wie wird man behindert? In seinem neuen Buch erzählt Karl Wimmler über den Lebensweg einer Ende der 1950er Jahre in der Steiermark geborenen Frau. Diese auf einem tatsächlichen Leben beruhende Erzählung berührt viele Aspekte eines Frauenlebens, das sich vier Jahrzehnte lang auf den Schattenseiten der Gesellschaft bewegte. Sozial aus bescheidenen Verhältnissen stammend wird Leni als angeblich geistig Behinderte stigmatisiert, abgeschoben, behindert und drangsaliert; in der Schule, im Heim, an Arbeitsstellen, von Behörden. Aber nach langen Jahren der Qualen hatte sie auch Glück. Der Autor klagt nicht nur an, verweist nicht nur auf schlimme gesellschaftliche und politische Umstände, sondern beschreibt auch den letztlich doch mit Müh und Not gefundenen persönlichen Weg aus den Mühlen einer lebensfeindlichen Gesellschaft.

Joachim Hainzl (Hg.)
Gösting einst und jetzt. Zeitzeug*innen erzählen
352 Seiten mit zahrl. Abb., (ISBN 978-3-903425-01-9)
Euro 19,00
Im Rahmen des Kulturjahrs Graz 2020 haben wir uns gemeinsam mit Bewohner*innen von Gösting in ihrem Bezirk umgesehen und gefragt: „Wie sehen sie ihre nähere Umgebung? Was hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten verändert und wohin hat sich die eigene Nachbarschaft entwickelt? Wie sah es früher mit dem Verkehr aus? Welche alten Gebäude und Freiräume sind verschwunden, gerade in einem Randbezirk, der in den letzten Jahrzehnten stark von Veränderungen und Urbanisierung betroffen ist? Welche Infrastruktur und Angebote sind dazu- und welche abhandengekommen? Wie lässt sich hier arbeiten und leben? Wie wohnen? Wie sah und wie sieht das gesellschaftliche Leben im Bezirk aus? Wie wirken sich allgemeine Veränderungen auf den Alltag im Bezirk aus? Wie lassen sich aus Rückblicken Erkenntnisgewinne für das zukünftige Graz gewinnen?
Die hier versammelten Zeitzeug*innenberichte erlauben detailreiche Einblicke in die Alltagsgeschichte und die vielen Veränderungen im Bezirk in den letzten rund 90 Jahren.

Joachim Hainzl (Hg.)
Andritz einst und jetzt. Zeitzeug*innen erzählen
144 Seiten mit zahrl. Abb., (ISBN 978-3-903425-00-2)
VERGRIFFEN
Im Rahmen des Kulturjahrs Graz 2020 haben wir uns gemeinsam mit Bewohner*innen von Andritz in ihrem Bezirk umgesehen und gefragt: „Wie sehen sie ihre nähere Umgebung? Was hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten verändert und wohin hat sich die eigene Nachbarschaft entwickelt? Wie sah es früher mit dem Verkehr aus? Welche alten Gebäude und Freiräume sind verschwunden, gerade in einem Randbezirk, der in den letzten Jahrzehnten stark von Veränderungen und Urbanisierung betroffen ist? Welche Infrastruktur und Angebote sind dazu- und welche abhandengekommen? Wie lässt sich hier arbeiten und leben? Wie wohnen? Wie sah und wie sieht das gesellschaftliche Leben im Bezirk aus? Wie wirken sich allgemeine Veränderungen auf den Alltag im Bezirk aus? Wie lassen sich aus Rückblicken in die Vergangenheit Erkenntnisgewinne für das zukünftige Graz gewinnen? Die hier versammelten Zeitzeug*innenberichte erlauben detailreiche Einblicke in die Alltagsgeschichte und die vielen Veränderungen im Bezirk in den letzten rund 90 Jahren.

Joachim Hainzl / Maryam Mohammadi (Hg.)
Wir schaffen das! Afghanische Frauen in der Steiermark.
96 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN 978-3-903425-05-7)
Euro 11,00
“Wir schaffen das!“ lautet der Titel eines im Herbst 2021 im öffentlichen Raum von Graz gezeigten Fotoprojekts von Maryam Mohammadi und Joachim Hainzl.
Neben den Fotoarbeiten der portraitierten neunzehn afghanischen Steirerinnen finden sich in der Publikation Statements und biographische Berichte der nach Österreich geflüchteten Frauen sowie Beiträge von Elisabeth Fiedler, Katrin Bucher Trantow, Sophie Ederer, Daniela Grabovac und Masomah Regl.
NEUE BÜCHER HERBST 2021
Heimo Halbrainer
Terror und Erinnerung. NS-Institutionen und Orte des Widerstands im Bezirk Geidorf. Ein Rundgangsführer

Brosch. 48 Seiten mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-96-0
Euro 5,00
Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 wurden auch in Graz all jene Institutionen des NS-Regimes installiert, die in Deutschland seit 1933 die gesamte Gesellschaft durchdrangen und für die Verfolgung und den Terror verantwortlich zeichneten. Ab 1938 wurden zudem neue Ämter und Behörden geschaffen, die vor allem die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung betrieben. Viele dieser Institutionen hatten prominente Adressen in der Innenstadt, viele interessanterweise aber auch im dritten Gemeindebezirk, in Geidorf. Sichtbare Spuren gibt es heute keine mehr, die ehemalige NS-Präsenz im Bezirk ist heute, 75 Jahre danach, unsichtbar. Seit einigen Jahren erinnert man sich – wenn auch verhalten – an einzelne Menschen aus dem Bezirk, die dem Regime Widerstand leisteten, mit ein paar Stolpersteinen.
Die wenigen sichtbaren, vielfach aber unsichtbaren Orte wollen wir mit unseren Rundgängen und dem Rundgangsführer in Erinnerung rufen.
Claudia Zerkowitz-Beiser:
Meine jüdische Familie. Ihr Leben in Graz und ihre Auslöschung.

Geb., 208 Seiten mit über 300 teils farbigen Abb. ISBN 978-3-902542-91-5
Euro 25,00
Über die Vergangenheit wurde in meiner Familie nicht viel gesprochen und wenn, dann vor allem über den Urgroßvater, den Stadtbaumeister, der das Haus gebaut hat, in dem wir noch heute wohnen. Der den Kastner und die Zeremonienhalle am jüdischen Friedhof geplant hat, die 1938 im Zuge des Novemberpogroms zerstört wurde. Und natürlich über das Margaretenbad, das der Familie gehört hatte.
Gänzlich fehlten in der Familienerzählung jedoch die dunklen Seiten: die Fluchtgeschichten mehrerer Familienmitglieder sowie die Ermordung meines Großvaters im Konzentrationslager, seiner Schwestern irgendwo im Osten und die der Urgroßmutter in Theresienstadt.
Dieses Buch mit vielen Briefen und Fotos meiner Familienangehörigen, ergänzt durch umfassende Recherchen, hält nun neben der Geschichte des Aufbaus auch die Erinnerung an diesen Teil meiner Familie wach und gibt zugleich Zeugnis über ein Stück Zeitgeschichte von Graz.
Ernst Fettner:
„Geh' du voran“ Ein Jahrhundert. Hg. v. Jana Waldhör.

Geb., 184 Seiten mit über 200 teils farbigen Abb. ISBN 978-3-902542-93-9
Euro 25,00
In tagebuchartigen Fotoalben dokumentierte der 1921 geborene Journalist Ernst Fettner das vergangene Jahrhundert: die Jugend im jüdischen Waisenhaus in Baden, seine Erfahrungen als Lehrling in verschiedenen Wiener Betrieben vor dem Hintergrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten und die damit verbundene Flucht nach Großbritannien, wo er schließlich auf einer Farm im Norden Schottlands landete. Dort erreichten ihn verzweifelte Briefe seiner Familie, die er in Wien zurücklassen musste und die großteils im Konzentrationslager ermordet wurde.
Er erzählt auch vom Eintritt in die Streitkräfte der britischen Armee, für die er bis zum Ende des Krieges kämpfte und von den Hoffnungen auf ein neues Österreich. Als mittlerweile junger Kommunist war Ernst Fettner fest entschlossen, nach Kriegsende nach Österreich zurückzukehren und am Wiederaufbau des Landes teilzunehmen – und zwar mit der Feder in der Hand. Er wurde Journalist, schrieb zunächst für den Volkswille in Kärnten, später für die Volksstimme in Wien und wurde später auch Präsidiumsmitglied der Journalistengewerkschaft.
Hans Veigl
Wittgensteins Cambridge. Einübung in Lebensformen.

Geb. 304 Seiten, ISBN: 978-3-902542-92-2.
Euro 25,00
Ludwig Wittgenstein (1889-1951) – das sind Name und Eckdaten einer Existenz, die nach Ansicht vieler die herkömmliche Philosophie grundlegend verändert hat. Man kann in ihm, so schrieb 1994 der Oxford-Professor Sir Anthony Kenny, „durchaus den größten Philosophen dieses Jahrhunderts sehen, und sein Einfluss war stark und breit, vor allem in England und Nordamerika“. Internationale Kolloquien in aller Welt, Filme, Romane, Theaterstücke, musikalische Werke und auch ein Ballett beschäftigen sich mit Leben und Werk. Österreichs höchstdotierter Wissenschaftspreis ist nach ihm benannt und mehrere Ankäufe von Wittgenstein-Manuskripten durch die Österreichische Nationalbibliothek macht diese zur zweitbedeutendsten Schriftensammlung des Philosophen nach Cambridge und noch vor Oxford. Das Buch soll in diesem Zusammenhang an die 70. Wiederkehr seines Todesdatums erinnern sowie an den Entwicklungsweg des Philosophen von seinem in Wien und an der Front des Ersten Weltkrieges verfassten Tractatus, seine Zusammenarbeit mit dem „Wiener Kreis“ wie an sein späteres Wirken in Cambridge, wo seine mittlere wie späte Philosophie entstand, ohne freilich die Bezüge zu Österreich zu verlieren.
Manfred Theisen
Der Koffer der Adele Kurzweil. Roman. Taschenbuch

230 Seiten, ISBN 978-3-902542-86-1
Euro 9,50
Im Jahr 1994 wurden am Dachboden einer Polizeistation in Auvillar, 50 km nördlich von Toulouse, Koffer gefunden, die der Grazer Familie Kurzweil gehört haben, die 1938 als Juden verfolgt aus Graz haben fliehen müssen. Im Zuge der im August 1942 in ganz Frankreich durchgeführten Jagd auf Juden wurde auch die Familie Kurzweil verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert. Der deutsche Jugendbuchautor Manfred Theisen bettet die Geschichte der Adele in eine Rahmenhandlung ein: Die 15-jährige Mara fährt in den Ferien mit ihren Eltern nach Frankreich in das kleine Dorf Auvillar. Dort wollen Maras Eltern ein verfallenes Haus kaufen und herrichten. Mara ist davon nur mäßig begeistert, doch als die Familie das Haus besichtigt, entdeckt Mara in einer Schublade ein altes Tagebuch. Wie sich herausstellt, enthält es die Aufzeichnungen eines Jungen aus dem Jahr 1942, der über seine Liebe zu Adele Kurzweil schreibt.
Heimo Halbrainer
Sepp Filz. Walz, Widerstand, Wiederaufbau
Geb., 334 Seiten (ISBN 978-3-902542-80-9)
Euro 25,00

Am 8. Mai 1945 übernahmen die Widerstandskämpfer rund um Sepp Filz die Macht im Bezirk Leoben. Diese weithin unbekannte Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus steht auch im Mittelpunkt des Buches über Sepp Filz. Daneben gibt das Buch aber auch einen Überblick über die Geschichte von Leoben-Donawitz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: von den sozialen und politischen Kämpfen am Vorabend des Ersten Weltkriegs und 1918/19, dem Hunger und der Not, dem Aufschwung und den Krisen der Zwischenkriegszeit, den politischen Auseinandersetzungen Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre. Es handelt aber auch davon, wie nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 Sepp Filz im Zentrum des Neubeginns im Bezirk stand und vom beginnenden Kalten Krieges.
Franz Fauth
Fotograf, Musiker und Bauer aus Korbin in der Weststeiermark. Herausgegeben von Heimo Hofgartner. (Publikationsreihe der Multimedialen Sammlungen 2)
Geb. 180 Seiten (ISBN: 978-3-902542-87-8)
VERGRIFFEN

Der zweite Band der Publikationsreihe der Multimedialen Sammlungen des Universalmuseum Joanneum ist dem weststeirischen Fotografen Franz Fauth (1870–1947) gewidmet, einem der ersten Lichtbildner des Bezirks Deutschlandsberg.
Das von Franz Fauth hinterlassene fotografische Werk widerspiegelt die großen gesellschaftlichen Veränderungen und radikalen politischen Umbrüche der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seine Lebens- und Wirkungszeit fallen zwei Weltkriege, der Untergang der Monarchie, die Geburt der Ersten Republik, die umkämpfte Zwischenkriegszeit, der „Anschluss“ 1938 und letztlich die Befreiung im Mai 1945. Innerhalb von 30 Jahren verließen die wehrfähigen männlichen Familienmitglieder, Freunde und Bekannten das Sulmtal, um in den Krieg zu ziehen. Viele kehrten nicht mehr, kriegsversehrt oder nach monatelanger Gefangenschaft zurück. Die Militarisierung und Uniformierung der Gesellschaft spiegeln sich in den fotografischen Aufnahmen wider: Gesichter des Stolzes und voller Siegesgewissheit treffen auf jene voller Skepsis, Angst und Ernüchterung. Der Bilderbogen spannt sich von Soldaten der k. k. Armee bis hin zu Hitlerjungen, SA-Angehörigen und letztlich Soldaten der Deutschen Wehrmacht. Die Folgen der Kriege zeigten sich nicht nur in der Abwesenheit der wehrfähigen Männer und den im Laufe der Kriege zunehmenden wirtschaftlichen Folgen. Beide Weltkriege brachten fremde Soldaten in die Heimat. Um 1915/16 waren es russische, um 1941 französische Soldaten, die als Kriegsgefangene in der Region vor allem in der Landwirtschaft Zwangsarbeit leisten mussten. Auch vom Balkan auf dem Rückzug befindliche deutsche Truppenteile machten im Bezirk Halt. 1945 kamen letztlich die Bulgaren und die jugoslawischen Partisanen bzw. Angehörige der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee als Befreier vom Hitler-Regime.
Daniel Hoffmann
Die Welt zerbirst!“ Ein Essay zu Uriel Birnbaums Sonettzyklus „In Gottes Krieg“, (Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien 14)

Geb., 178 Seiten mit zahlr. Abb. (ISBN: 978-3-902542-88-5)
Euro 12,00
Uriel Birnbaum, 1894 in Wien geboren, 1956 in Holland gestorben, Sohn des berühmten jüdischen Gelehrten Nathan Birnbaum, veröffentlichte 1921 den Sonettzyklus „In Gottes Krieg“, in dem er sein literarisches und zeichnerisches Talent in einem ausdrucksvollen Kunstwerk verwirklichte.
„In Gottes Krieg“ ist eine Art Tagebuch, in dem Birnbaum seine Kriegserlebnisse in der klassischen Form des Sonetts verarbeitete. Die zahlreichen Zeichnungen des Autors im Buch erinnern in der surrealen Weise, in der sie Schrecken und Ängste des Menschen im Krieg aufzeigen, an Alfred Kubins Kunst.
Daniel Hoffmanns Studie stellt in kritischer Analyse zum einen die Verbindungen zur jüdischen Tradition und zum zeitgenössischen jüdischen Diskurs über den Weltkrieg her, zum anderen deutet er „In Gottes Krieg“ als religiös-ästhetisches Programm eines eigenwilligen Künstlers.
Trude Philippsohn-Lang
On My Way to Adoption. My Story, Written for Elly. Erinnerungen einer Grazerin im englischen Exil 1939–1942. Hg. v. Dieter A. Binder und Gerald Lamprecht.

Geb. 332 Seiten (ISBN: 978-3-902542-81-6)
Euro 25,00
Im Herbst 1942 schreibt Trude Lang in Horwood House in England ihre Erfahrungen der Flucht vor den Nationalsozialisten aus Graz Anfang 1939 und der ersten Jahre in der Emigration in England nieder. Sie tut dies auf Englisch und der Titel ihres Textes On My Way to Adoption ist wie die Sprachwahl gleichsam programmatisch für ihren Willen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben in einer neuen Heimat zu beginnen.
Trude Lang wurde 1915 in eine großbürgerliche Grazer jüdische Familie hineingeboren. Sie maturierte in Graz und konnte nach dem „Anschluss“ 1938 ihr Geschichtestudium noch mit einer „stillen Promotion“ abschließen. Ihr Text ist ein eindringliches Zeugnis für die äußeren und inneren Schwierigkeiten, mit denen Jüdinnen und Juden auf ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten konfrontiert waren.
Peter Veran
Europäische Lese. Einhundertsechzig Gedichte. Und eines. Und ein letztes. Mit Illustrationen von Denise Lackner

Geb., 274 S. (ISBN 978-3-902542-89-2)
Euro 28,00
Nach seiner vielbeachteten Groteske um Engelbert Dollfuß, Plädoyer eines Märtyrers, legt der steirische Autor Peter Veran nun sein zweites Buch vor. Hier präsentiert er sich von einer völlig anderen, überraschenden Seite: als Lyriker jenseits aller lyrischen Moden und als passionierter Leser im mehrfachen Sinne des Wortes. Veran wandert durch die Haupt- und Seitentrakte einer imaginären Bibliothek, die den Geist Europas, seiner Rebellen und Außenseiter, aufbewahrt und lebendig erhält. Zugleich blättert er im Buch seines Lebens. Den Blick stets auf andere gerichtet – Zeitgenossen und Persönlichkeiten ferner Epochen, Berühmte und Verkannte, unruhige, schöpferische Geister allesamt –, schärft er sein eigenes Profil und zeichnet, in vielen Variationen, sein eigenes Bild: einmal überschwänglich, einmal melancholisch, einmal zornig, einmal zart, einmal polemisch und dann wieder leise und verhalten, einmal selbstbewusst und dann wieder voller Zweifel an sich selbst, immer aber von einer tiefen, ungebrochenen Freude am Dasein erfüllt.
Peter Veran ist das literarische Pseudonym des Juristen und Historikers Werner Anzenberger.
Franz Mikusch:
Für die Freiheit Österreichs! Bei den slowenischen Partisanen und im Ersten Österreichischen Bataillon. Herausgegeben und mit einer Einleitung sowie einem Nachwort versehen von Heimo Halbrainer und Alex Mikusch.

Geb., 184 Seiten mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-76-2
Euro 18,00
Als im Frühjahr 1944 Widerstandskämpfer in Kapfenberg verhaftet wurden, mussten in Graz Franz und Aurelia Mikusch untertauchen. Sie flohen zu den slowenischen Partisanen, in deren Reihen sie kämpften, ehe Aurelia Mikusch als Krankenschwester ins Spital der 31. Partisanen-Division überstellt und Franz Mikusch in die Propagandaabteilung eingegliedert wurde, wo er u.a. Flugblätter schrieb, die sich an deutsche Soldaten richteten. 1945 kamen beide in das Erste Österreichische Bataillon, in dessen Reihen sie an der Einnahme von Kocevje (Gottschee) am 3. Mai und dem Einmarsch in Ljubljana am 9. Mai 1945 beteiligt waren. Franz Mikusch führte in dieser Zeit Tagebuch und schrieb nach seiner Rückkehr mehrere Texte über seine Tätigkeit im Widerstand. Diese Beiträge, wie auch die Texte, die er in der Zeitung der Partisanen geschrieben hat, werden mit dem Tagebuch veröffentlicht und mit einer Einleitung und weiteren historischen Informationen, Bildmaterial und Dokumenten über ein beinahe vergessenes Kapitel über Österreicher, die aktiv für die Befreiung vor 75 Jahren gekämpft haben, ergänzt.
Was bewegt die Jugend? Kann die Jugend was bewegen? Jugendbewegungen in Diktatur und Demokratie. Hg. v. CLIO und erinnern.at Steiermark

70 Seiten (ISBN 978-3-902542-90-8)
Euro 5,00
Im Projekt „Was bewegt die Jugend? Kann die Jugend was bewegen?“ setzten sich steirische Schülerinnen und Schüler in einem offenen Dialog mit WissenschafterInnen, ExpertInnen und LehrerInnen mit Fragen auseinander, was die Jugend in diesem Jahrhundert bewegt hat bzw. was Jugendliche bewegen konnten und kann. Die Themenpalette reicht von Fragen, welche Formen des Widerstands Jugendliche während der Zeit des Nationalsozialismus ausübten, über Fragen, welche Rolle sie bei den Protesten gegen Umweltzerstörung oder in verschiedenen Demokratiebewegungen in den letzten Jahrzehnten spielten, bis hin zur Frage, welche Bedeutung unterschiedliche Musikrichtungen für Jugendbewegungen hatte und hat.

Hans-Peter Weingand:
Die KPÖ und der Februar 1934. Mit den internen Berichten der KP-Bezirksgruppen und Karten des Bundesheeres.
Geb. 256 Seiten mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-83-0,
Euro 24,00
Über 85 Jahre nach den Kämpfen im Februar 1934 und dem Übertritt von zigtausenden SozialdemokratInnen zur KPÖ dokumentiert dieses Buch diesen Wandel und präsentiert darüber hinaus einen bisher praktisch unbekannten Quellenbestand. Diese erlauben Einblicke in die illegale KPÖ, liefern weiterführende Informationen zu lokalen Ereignissen oder zu sozialgeschichtlich interessanten Fragen.

Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht / Michaela Wolf (Hg.):
„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Bücherverbrennungen in der Vergangenheit, Gegenwart und in der Erinnerung.
Geb. 190 Seiten, ISBN: 978-3-902542-72-4
Euro 24,00
Im Mai 1933 initiierten nationalsozialistische Studierende die „Aktion wider den undeutschen Geist“. Massen folgten dem Aufruf und verbrannten über 20.000 Bücher. Nach dem „Anschluss“ fanden auch in Salzburg und einigen anderen Orten Bücherverbrennungen statt. Allerorts wurde zudem zur „Säuberung der Bibliotheken“ aufgerufen; nur Universitätsbibliotheken sollten das „Gift“ aufbewahren, um die Kenntnis um dieses nicht zu verlieren. Doch „Bücher, das wissen wir, kann man nicht verbrennen“, lautete das Fazit einer Gedenkrede von Erich Kästner, der 1933 Zeuge der Bücherverbrennung in Berlin war, im Jahr 1947.
Der vorliegende Band setzt sich mit dem nationalsozialistischen Büchermord und den Säuberungen von Bibliotheken in Österreich auseinander und bettet diese sowohl in eine Vor- als auch Nachgeschichte ein.

Jüdisches Geidorf? Eine historische Spurensuche.
Hg. v. Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht. Brosch., 92 Seiten ISBN: 978-3-902542-85-4
Euro 7,50
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts konnten sich vermehrt auch Jüdinnen und Juden in Graz niederlassen und ab 1863/69 eine eigene Gemeinde gründen. Viele kamen aus den umliegenden Regionen der Habsburgermonarchie, vor allem aus Westungarn, und ließen sich zunächst in den traditionellen Zuwandererbezirken der Murvorstadt, in Lend und Gries nieder. Mit der Verankerung in Graz und dem sozialen Aufstieg setzte über die Jahre eine innerstädtische Migration von den ärmlicheren Bezirken in die bürgerlichen Bezirke Geidorf und St. Leonhard ein.
Das Buch - von Studierenden der Karl-Franzens-Universität gemeinsam mit Heimo Halbrainer und Gerald Lamprecht erarbeitet – geht der Geschichte der jüdischen BewohnerInnen von Geidorf nach und erzählt anhand einzelner Schicksale ihre Geschichte.

Uto Laur: Amateurfotografien zwischen 1930 und 1970.
Herausgegeben von Bettina Habsburg-Lothringen und Heimo Hofgartner. Geb. 120 Seiten ISBN: 978-3-902542-82-3
Euro 20,00
Das Buch widmet sich Uto Laur, einem in Vergessenheit geratenen Grazer Amateurfotografen und -filmer. 1904 in einem Vorort von Kursk geboren, übersiedelte Uto Laurs Familie 1907 zu den Großeltern mütterlicherseits nach Graz. Der sonntägliche Besuch des 1906 gegründeten ersten Grazer Kinos gemeinsam mit seiner Mutter hat Laurs Lebensweg entscheidend beeinflusst.
Nach einer beruflichen Odyssee als Praktikant bei der Großdeutschen Partei, in einer Bank und schließlich im Filmgeschäft begann er 1931, mit 27 Jahren, als Operateur im Ton-Kino zu arbeiten. Diesen Beruf übte er bis zu seiner Pensionierung aus. Laur beschäftigte sich darüber hinaus auch selbst mit dem Medium Film und war zudem als Amateurfotograf aktiv. Einige seiner Fotografien fanden sich ab Mitte der 1930er-Jahre auch in verschiedenen Tageszeitungen abgebildet.

Louise an Egon Zweig. Briefe einer jüdischen Frau im Ersten Weltkrieg.
Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Dieter J. Hecht
Geb. 324 Seiten (ISBN: 978-3-902542-67-0) CLIO: Graz 2019
Euro 25,00
Die Briefe von Louise Zweig an ihren Ehemann Egon geben Einblicke in das Leben einer Wiener jüdischen Familie während des Ersten Weltkrieges. Eine Rarität, denn Briefe von Frauen aus dem Ersten Weltkrieg blieben im Gegensatz zu jenen von Männern selten erhalten; die meisten gingen bereits während des Kriegs verloren. Louises Briefe thematisieren die Erziehung der Kinder, die Lebensmittelversorgung und Politik sowie das Verhältnis zwischen Frau und Mann. Eine zentrale Funktion der Briefe war die Aufrechterhaltung der Kommunikation zwischen Heimat und Front. Mittels Feldpostbriefe und Postkarten ließ Louise ihren Mann am Familienalltag teilhaben. Sie teilte mit ihm die Sorgen über kranke Kinder und die Glücksmomente beim Zwetschkenknödelessen genauso wie ihre Meinungen zur Russischen Revolution und zum Zionismus.
CLIO Bücher 2019

Karl Wimmler: Menschen, Bücher, Katastrophen. Erzählungen, Anmerkungen, Einsprüche.
Geb., 194 Seiten (ISBN 978-3-902542-78-6) CLIO: Graz 2019
Euro 18,00
Wie schon bei seinem 2017 bei CLIO erschienenen Band „Mein Graz“ interessieren Karl Wimmler auch in seinem neuen Buch die Zusammenhänge von Geschichte, Kunst, Kultur, Politik – allerdings nicht in theoretischen Abhandlungen. Die zwei Duzend „Erzählungen, Anmerkungen, Einsprüche“, so der Untertitel, verbinden Persönliches mit Allgemeinem, Lokales mit Globalem, Historisches mit Aktuellem. Unterschiedliche Ausgangspunkte führen den Autor beispielsweise von seinem Kindheitsort nach Auschwitz oder zu einem Oberlandesgerichtsrat nach Graz, von aufständischen k.&k.-Matrosen zu einem aktuellen steirischen Landesrat oder über Stalingrad bis zu einem rebellischen Jugendsommer im Wien des Jahres 1976.

Nicole Pruckermayr (Hg.)
Demokratie und Frieden auf der Straße: Comrade Conrade. Ein Kunst-, Forschungs- und Friedensprojekt in Graz 2016–2019.
Geb., 256 Seiten (ISBN 978-3-902542-79-3) CLIO: Graz 2019
Euro 21,00
Die Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist eine der großen Boulevards von Graz. Die Straße ist einerseits durch die hohe Dichte sowohl an demokratiepolitisch wichtigen Institutionen als auch an populären Landmarken relevant. Andererseits ist sie auch durch ihre Benennung nach dem umstrittenen k.u.k. Feldmarschall Franz Conrad von Hötzendorf immer wieder im Fokus. Der von Nicole Pruckermayr herausgegebene Sammelband ist die fünfte und abschließende Diskursplattform des interdisziplinären Kunst-, Forschungs- und Friedensprojektes „COMRADE CONRADE. Demokratie und Frieden auf der Straße“. In Texten von 34 Autor_innen beleuchtet er die Straße aus unterschiedlichsten theoretischen Perspektiven wie Erinnerungskultur, Intersektionalität, Stadtanthropologie und zeitgenössischer Kunst.

Georg Monogioudis: Der Vorrat. Das Wirtschaften der Menschen von der Steinzeit bis heute und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Brosch. 366 Seiten (ISBN: 978-3-902542-77-9), CLIO: Graz 2019,
Euro 22,00
Am Anfang war der Vorrat. Er war die Folge einer günstigen Konstellation im natürlichen Umfeld des Menschen und schickte die Menschheit auf eine Reise, die noch andauert. Der Vorrat änderte die Art der menschlichen Gesellschaft und bekam in ihrer Existenz und ihrer Entwicklung eine zentrale Stellung, aus der er bisher nicht wegzudenken wäre. Er trat gemeinsam mit der Menschheit in die Geschichte ein und nahm maßgeblich Einfluss auf die gesellschaftlichen Strukturen. Die Wandlungen des Vorrats betrafen seine Art, seinen Träger, die gesellschaftlichen Schichten, die über ihn verfügten – was das „Gesicht“ der jeweiligen Gesellschaft gestaltete –, und vor allem sein Ausmaß, seine Größenordnung in der Relation mit den sonstigen Daten einer Gesellschaft. Letztere, seine Größenordnung, überschritt zu unserer Zeit alle Grenzen. Eine Gesetzmäßigkeit der Natur sorgte als Folge dieser Überschreitung dafür, dass der Vorrat seine Art verlor. Seine Vorratsfunktion wuchs ins Absurde. So endete der gesellschaftliche Vorrat als pervertiertes Ergebnis einer allumfassenden Ritualisierung und steht einer dringend notwendigen weiteren Entfaltung der menschlichen Gesellschaft im Wege.
Widerstand und Verfolgung in der Steiermark. ArbeiterInnenbewegung und PartisanInnen 1938–1945.

Hg. vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Mit einer Einführung von Heimo Halbrainer. Bearbeitet von Elisabeth Holzinger, Manfred Mugrauer und Wolfgang Neugebauer.
Geb. 760 S., mit 150 Abb., ISBN: 978-3-902542-61-8
Euro 25,00
Das vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) herausgegebene Buch – der insgesamt 14. Band der Bundesländer-Edition – umfasst zwei große Teilbereiche des antifaschistischen Widerstands in der Steiermark: zum einen den Widerstand der organisierten ArbeiterInnenbewegung, also jenen von sozialistischen und kommunistischen Widerstandsgruppen, zum anderen den bewaffneten Widerstand, also jenen von PartisanInnengruppen. Im Mittelpunkt stehen hier die bewaffneten Gruppen der „Österreichischen Freiheitsfront“, dann die österreichischen Freiheitsbataillone, die 1944/45 im Rahmen der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee im Einsatz waren und denen zahlreiche steirische Kämpfer angehörten, sowie die Kampfeinsätze im Rahmen der alliierten Armeen. Ein Sonderfall des antifaschistischen Widerstands und Exils ist die Rolle von Steirerinnen und Steirern im Spanischen Bürgerkrieg. Ein dritter, kleinerer Teilbereich hat überparteiliche Widerstandsgruppen zum Gegenstand, die sich unter Einschluss von VertreterInnen der ArbeiterInnenbewegung formierten und im lokalen Rahmen agierten.
Heimo Halbrainer: „Wenn einmal die Saat aufgegangen, …“ Letzte Briefe steirischer Widerstandskämpferinnen und -kämpfer aus Todeszelle und Konzentrationslager

Geb. 360 S., mit zahl. Abb., ISBN: 978-3-902542-75-5
Euro 20,00
Zwischen 1938 und 1945 wurden in der Steiermark über 20.000 Menschen aus politischen Gründen von der Gestapo verhaftet. Tausende kamen in Konzentrationslager oder wurden vor ein nationalsozialistisches Gericht gestellt und hingerichtet. Bevor sie hingerichtet wurden, durften sie noch einen letzten Brief schreiben. So beendete etwa am 6. Dezember 1942 der Graz Architekt Herbert Eichholzer seinen Abschiedsbrief an den ehemaligen Sekretär der Sezession Graz, Gustav Scheiger, mit den Worten: „Wenn einmal die Saat aufgegangen, wenn unser damaliges Wollen sichtbare Früchte tragen wird, wenn das Verständnis für unsere Art auch da bei uns unten einmal anklingt, dann Gustav und Ihr anderen, denkt an Euren Herbert!“ Eichholzers Brief ist einer von über 70 Briefen und Kassibern, in denen die zum Tode verurteilten WiderstandskämpferInnen Abschied von Familie und Freunden nehmen und ihnen nicht selten bis zuletzt Trost zusprechen.
Ágnes Havas: Mit meiner Zwillingsschwester in Auschwitz. Aus dem Ungarischen von Lukas Markl. Mit einem Nachwort von Heimo Halbrainer.

Geb., 198 S. mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-62-5
Euro 19,00
Àgnes Havas wurde mit ihrer Schwester Judit 1928 in Budapest als Töchter einer Angestellten und eines Lehrers für Französisch und Ungarisch geboren. Die Zwillinge wuchsen in einem Haushalt auf, in dem sie schon sehr früh mit Büchern und Bildung in Berührung kamen, übersetzte doch ihr Vater fremdsprachige Romane für den Dante Verlag aus dem Französischen, Englischen und Russischen. Ab ihrem vierten Lebensjahr lebte die Familie in einer damals kleinen westlich von Budapest gelegenen Ortschaft, in Rákosszentmihály, die heute zu Budapest gehört und ein Teil des 16. Bezirks ist. Unmittelbar nach dem Einmarsch deutscher Truppen setzte die Verfolgung der ungarischen Juden ein. Auch die Familie Havas wurde nach Auschwitz deportiert, wo die Zwillinge in die Station von Dr. Josef Mengele landeten, während der Vater und die Großmutter zu den Alten kamen und sofort ermordet wurden. Im November 1944 wurden Àgnes und Judit mit einem Transport in ein kleines Lager nach Mährisch Weißwasser überstellt, wo sie gemeinsam mit rund 300 Frauen, v.a. ungarische Jüdinnen, im Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen für Telefunken arbeiten mussten. Da die beiden Zwillingsschwestern Deutsch sprechen und schreiben konnten, wurden sie der Qualitätskontrolle zugeteilt. Anfang Mai 1945 von sowjetischen Truppen befreit, machten sie sich gemeinsam auf den Heimweg nach Budapest, wo sie Ende Mai nach einer mehrwöchigen Odyssee ankamen, noch im Sommer 1945 maturierten und im Herbst mit dem Studium begannen.

Heimo Halbrainer / Gerald Lamprecht / Bettina Ramp (Hg.): Wie geht Widerstand? Widerständisches Verhalten im 20. und 21. Jahrhundert
80 Seiten, ISBN: 978-3-902542-12-0
Euro 6,00
Sechs steirische SchülerInnengruppen haben sich in einem offenen Dialog mit WissenschafterInnen, ExpertInnen und LehrerInnen mit Aspekten widerständischen Verhaltens gegen Unrecht, Gewalt und Diktatur im 20. und 21. Jahrhundert auseinandergesetzt. Dabei wurde den Fragen nachgegangen, was denn Widerstand sein könne, welche Handlungsspielräume der/die Einzelne in diktatorischen ebenso wie demokratischen Systemen hatte/hat, welche Formen von Widerstand es gegeben hat und gibt. Die Themenpalette reicht hierbei vom Widerstand durch Hilfe für Verfolgte des Nationalsozialismus bis hin zu BürgerInnenprotesten gegen gegenwärtige Bauvorhaben und für den Umweltschutz.
CLIO Bücher 2018 (Auswahl)

Heribert Macher-Kroisenbrunner: We hope to go to Palestine. Das jüdische DP-Lager Admont 1946–1949.
Geb., 176 S. mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-63-2
Euro 22,00
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges waren hunderttausende von Menschen zu Flüchtlingen geworden und auf der Suche nach einer neuen Heimat. Darunter auch viele Jüdinnen und Juden, die die nationalsozialistische Vernichtungspolitik überlebt hatten und in ihre ursprüngliche Heimat nicht mehr zurückkehren konnten oder wollten, da ihnen ihre kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen zerstört worden waren. Die Alliierten subsummierten sie alle unter dem Begriff Displaced Persons (DP´s) und kümmerten sich gemeinsam mit unterschiedlichen Hilfsorganisationen um ihre Versorgung. Tausende dieser jüdischen DP´s kamen auch in die Steiermark und wurden hier in mehreren Lagern – das größte in Admont – zwischen 1946 und 1949 betreut, ehe viele von ihnen auf Grund der Veränderungen der weltpolitischen Lage ihre Weiterreise antreten konnten.
Auf Basis von umfangreichen bislang noch nicht ausgewerteten Quellen aus österreichischen, englischen und amerikanischen Archiven konnte nun eine Lücke der steirischen Zeitgeschichtsforschung geschlossen werden. Dieses Buch wirft einen umfassenden und zugleich detaillierten Blick auf die Geschichte des DP-Lagers in Admont, seine Bewohner und Bewohnerinnen sowie auf die Interaktion mit der Umgebungsgesellschaft.

Mathias Lichtenwagner / Ilse Reiter-Zatloukal (Hg.): „... um alle nazistische Tätigkeit und Propaganda in Österreich zu verhindern“. NS-Wiederbetätigung im Spiegel von Verbotsgesetz und Verwaltungsstrafrecht
Geb. 108 S. (ISBN 978-3-902542-68-7)
Euro 18,00
Mit Artikel 9 des Österreichischen Staatsvertrages von 1955, dem auch der Titel des Buches entnommen ist, hat sich Österreich verpflichtet, Gesetze gegen faschistische und nationalsozialistische Betätigung zu erlassen. Zu diesem Zweck ergingen das Verbotsgesetz und zwei, dieses flankierende Verwaltungsgesetze, das Abzeichengesetz und das Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen. Die Anwendung dieser Gesetze wirft in der Praxis aber immer wieder Fragen hinsichtlich von Zuständigkeiten, konkreter Auslegung, Abgrenzung untereinander und Doppelverfolgung auf. Auch politisch stehen diese Gesetze aufgrund der Strafhöhe, Beschränkung auf den Nationalsozialismus und Einschränkung der Meinungsfreiheit in der Öffentlichkeit zur Debatte.
Mit diesen Problemfeldern in Praxis und Theorie beschäftigte sich Anfang 2018 eine interdisziplinäre Tagung an der Wiener Rechtswissenschaftlichen Fakultät, deren Ergebnisse nun in diesem Band zusammengeführt wurden. Damit wird ein Beitrag zum besseren Verständnis jener gesetzlichen Regelungen geleistet, die einer Nachwirkung des Nationalsozialismus in Österreich Einhalt gebieten wollen.

Martin Amschl: Das Rote Graz. 150 Jahre Grazer Sozialdemokratie.
Geb., 328 S. mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-73-1
Euro 22,00
„Das Rote Graz“ von Martin Amschl befasst sich als erstes Buch mit der gesamten Geschichte der Grazer Sozialdemokratie. Von der Gründung des Arbeiterbildungsvereins im Jahr 1868 bis zur Gegenwart wird die sozialdemokratische Bewegung in der steirischen Landeshauptstadt untersucht. Dabei stehen sowohl parteiinterne Entwicklungen, als auch der Einfluss, den die Partei auf die Stadt Graz hatte, im Vordergrund. Die historischen Stationen beinhalten den Kampf der behördlich verfolgten sozialdemokratischen Bewegung im 19. Jahrhundert, den Aufstieg zur dominierenden Partei in der Ersten Republik, die Verfolgung durch Ständestaat und Nationalsozialismus sowie die Geschichte der Grazer SPÖ in der Zweiten Republik. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die führenden Genossinnen und Genossen gelegt. Zu diesem Zweck enthält das Buch eine umfassende Beschreibung der wichtigsten aus Graz stammenden sozialdemokratischen Mandatarinnen und Mandatare. Ergänzend zur sozialdemokratischen Geschichte bietet das Buch auch einen kompakten Überblick zur ereignisreichen Grazer Historie der letzten 150 Jahre.
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