Herbstprogramm 2018

Frühjahrsprogramm 2019

 

 

 

Programm zum Download hier (pdf)

 

 

Widerstand in der Steiermark

Buchvorstellung

Das vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) herausgegebene Buch – der insgesamt 14. Band der Bundesländer-Edition – umfasst zwei große Teilbereiche des antifaschistischen Widerstands in der Steiermark: zum einen den Widerstand der organisierten ArbeiterInnenbewegung, also jenen von sozialistischen und kommunistischen Widerstandsgruppen, zum anderen den bewaffneten Widerstand, also jenen von PartisanInnengruppen. Im Mittelpunkt stehen hier die bewaffneten Gruppen der „Österreichischen Freiheitsfront“, dann die österreichischen Freiheitsbataillone, die 1944/45 im Rahmen der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee im Einsatz waren und denen zahlreiche steirische Kämpfer angehörten, sowie die Kampfeinsätze im Rahmen der alliierten Armeen. Ein Sonderfall des antifaschistischen Widerstands und Exils ist die Rolle von Steirerinnen und Steirern im Spanischen Bürgerkrieg. Ein dritter, kleinerer Teilbereich hat überparteiliche Widerstandsgruppen zum Gegenstand, die sich unter Einschluss von VertreterInnen der ArbeiterInnenbewegung formierten und im lokalen Rahmen agierten.

 

Begrüßung: Dr.in Bettina Vollath (Präsidentin Landtag Steiermark)

Grußworte: Dr. Gerhard Baumgartner (Wissenschaftlicher Leiter, DÖW)

Buchpräsentation: Dr. Heimo Halbrainer (Historiker)

 

Mittwoch, 3. April 2019, 17.00 Uhr

Landhaus, Herrengasse 16, 8010 Graz

 

Anmeldung bis 27. März bitte unter  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder 0316 / 877-2297

 

Eine Veranstaltung des Landtags Steiermark mit dem DÖW und CLIO


 

 

„Die Revolution darf nicht vor den Toren der Steiermark Halt machen.“

Die ungarische Räterepublik und die Auswirkungen auf Graz

Vortrag

 

Als am 21. März 1919 in Ungarn die Räterepublik ausgerufen wurde, wandte sich diese an das Proletariat anderer Länder und forderte insbesondere die Arbeiter Österreichs auf, „dem Beispiel der ungarischen Arbeiter zu folgen“. Diese unblutige Revolution im Nachbarland, die sich damals (das Burgenland gehörte zu Ungarn) bis an die Tore Fürstenfelds bzw. Wiener Neustadts und Wiens schob, hatte auch Auswirkungen in Graz. Während die österreichische Regierung alles unternahm, um ein Übergreifen der Revolution auf Österreich zu verhindern, versuchte die eben erst gegründete Kommunistische Partei Österreichs in Wien und in Graz, dem Beispiel Ungarns zu folgen. In den nun folgenden Wochen – vor allem auch, als in Bayern am 6. April ebenfalls eine Räteregierung ausgerufen wurde – nahm der Einfluss der Kommunisten bei den Soldaten, Arbeitslosen und Arbeitern in Graz zu. In einem der Aufrufe hieß es: „Ein tüchtiger Sturm, ein energischer Anlauf, und über Nacht haben wir die ‚Polizeidemokraten’ gestürzt und herrlich wie das Morgenrot im Osten wird der neue gesunde Arbeiterstaat entstehen!“

 

Dr. Heimo Halbrainer (Historiker)

Mittwoch, 10. April 2019, 18.00 Uhr

GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz

 


 

 

„... um alle nazistische Tätigkeit und Propaganda in Österreich zu verhindern“.

Die österreichische Justiz und die NS-Wiederbetätigung

Buchpräsentation und Vortrag

 

Die Bekämpfung des Nationalsozialismus ist seit dem 8. Mai 1945 Gesetz. Bereits am 30. April 1945, als in der Steiermark noch WiderstandskämpferInnen ermordet wurden, hat die Provisorische Regierung in Wien über gesetzliche Maßnahmen gegen Nationalsozialisten und gegen die nationalsozialistische Wiederbetätigung diskutiert. Das damals beschlossene Verbotsgesetz ist noch heute gültig und regelt im Paragraf 3 die Wiederbetätigung, wobei seit der Novelle 1992 auch die Leugnung, Verharmlosung, Gutheißung und Rechtfertigung des nationalsozialistischen Völkermordes oder anderer nationalsozialistischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit verboten ist, wenn dies in einem Druckwerk, im Rundfunk oder in einem anderen Medium oder sonst öffentlich auf eine Weise geschieht, dass dies vielen Menschen zugänglich wird.

Während regelmäßig von Vertretern der FPÖ und anderen die Abschaffung des Verbotsgesetzes gefordert wird, nimmt die Zahl der wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz Verurteilten in den letzten Jahren immer mehr zu. Lag die Zahl der Anzeigen in den 2000er-Jahren immer unter 300, so waren es seit 2015 immer mehr als 1.000. Auch die Zahl der Verurteilungen ist stark gestiegen: von 51 im Jahr 2014 auf 82 im Jahr 2016 und schließlich auf 119 im Jahr 2017.

Ähnlich ist auch der Anstieg bei Verhetzung, der Beschimpfung und Verächtlichmachung von Minderheiten, wo sich zwischen 2015 und 2017 die Zahl der Verurteilungen von 49 auf 107 mehr als verdoppelten.

 

Mag. Mathias Lichtenwagner (Politikwissenschaftler, Wien)

Mittwoch, 8. Mai 2019, 18.00 Uhr

GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz

 


 

 

Wie geht Widerstand?

Widerständisches Verhalten im 20. und 21. Jahrhundert


Ausstellungseröffnung

 

Im Ausstellungsprojekt „Wie geht Widerstand? Widerständisches Verhalten im 20. und 21. Jahrhundert“ setzen sich sechs Schulgruppen mit Fragen, was Widerstand sein kann, welche Handlungsspielräume der/die Einzelne in diktatorischen Systemen hat oder wie der Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Bezirk ausgesehen hat und welche Formen des Widerstands es heute gibt, auseinander.

Das Projekt gründet auf einer Initiative von Frau Landtagspräsidentin Dr.in Bettina Vollath, die anlässlich des „Gedenktags gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ zur Präsentation der von Schülerinnen und Schülern aus Judenburg, Kapfenberg, Hartberg und Graz gestalteten Ausstellung einlädt.

 

Der genaue Ablauf der Veranstaltung mit Projektvorstellung, Lesung und Musik ist auf der Website von CLIO bzw. dem Landtag Steiermark abrufbar.

 

Montag, 13. Mai 2019, 17.00 Uhr

Landhaus, Herrengasse 16, 8010 Graz

 

Eine Gedenkprojekt des Landtages Steiermark, CLIO und erinnern.at

 


 

 

Der „schwierige“ Umgang mit dem Nationalsozialismus.

Die steirischen Universitäten im österreichischen Vergleich.

Symposion

Die Analyse der Quellen über die Entnazifizierung der Hochschulen in der Steiermark macht die Ambivalenz des Mai 1945 zwischen Neubeginn und Kontinuität evident. Zwar bemühten sich die österreichischen Universitäten nach dem Ende der NS-Herrschaft eine „Stunde null“ zu proklamieren, die sich jedoch auf Grund von verschiedensten Interessen einzelner Akteure sowie der Notwendigkeit den Forschungs- und Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten alsbald als illusorisch erweisen sollte. Unter der Prämisse, dass die Universitäten einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen, avancierten Fragen nach personellen wie auch inhaltlichen Neuorientierungen – früher oder später – zum vieldiskutierten Politikum. Der ambivalente und inkonsistente Prozess des demokratischen Neubeginns und der Entnazifizierung sollte letztlich die Hochschulen über Jahrzehnte bis in die Gegenwart prägen.

 

Donnerstag, 16. Mai 2019, 13.00 – 19.15 Uhr

Freitag, 17. Mai 2019, 9.30 – 16.30 Uhr

Universität Graz, Meerscheinschlössl, Mozartgasse 3, 8010 Graz

Ein Kooperationsprojekt des Centrums für Jüdische Studien, des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Gesellschafts- und Kulturgeschichte, CLIO und der Zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz

 


 

 

„Wenn einmal die Saat aufgegangen, …“

Letzte Briefe steirischer Widerstandskämpfer/innen aus Todeszelle und KZ


Buchvorstellung und Lesung

 

Zwischen 1938 und 1945 wurden in der Steiermark über 20.000 Menschen aus politischen Gründen von der Gestapo verhaftet. Tausende kamen in Konzentrationslager oder wurden vor ein nationalsozialistisches Gericht gestellt und hingerichtet. Bevor sie hingerichtet wurden, durften sie noch einen letzten Brief schreiben. So beendete etwa am 6. Dezember 1942 der Graz Architekt Herbert Eichholzer seinen Abschiedsbrief an den ehemaligen Sekretär der Sezession Graz, Gustav Scheiger, mit den Worten: „Wenn einmal die Saat aufgegangen, wenn unser damaliges Wollen sichtbare Früchte tragen wird, wenn das Verständnis für unsere Art auch da bei uns unten einmal anklingt, dann Gustav und Ihr anderen, denkt an Euren Herbert!“ Eichholzers Brief ist einer von über 70 Briefen und Kassibern, in denen die zum Tode verurteilten WiderstandskämpferInnen Abschied von Familie und Freunden nehmen und ihnen nicht selten bis zuletzt Trost zusprechen.

 

Begrüßung: Mag. Caroline List (Präsidentin des Landesgerichtes für Strafsachen Graz)

Buchpräsentation: Dr. Heimo Halbrainer (Historiker)

Lesung: August Schmölzer (Schauspieler)

Montag, 20. Mai 2019, 11.00 Uhr

Landesgericht für Strafsachen Graz (Schwurgerichtssaal), Conrad von Hötzendorfstraße 41, 8010 Graz

 


 

 

Künstlerischer Aufbruch 1919: Der Werkbund Freiland

Vortrag

 

Ganz im Zeichen des Aufbruchs standen auch in der Steiermark 1919 die Versuche, eine Erneuerung der steirischen Kunst und Kultur zu erreichen. Federführend war dabei die im Februar 1919 gegründete Vereinigung „Freiland. Bund werktätiger Künstler und Kunstfreunde“. Diese war als Vereinigung sämtlicher Kunstsparten gedacht und umfasste neben der bildenden und angewandten Kunst auch die Sparten Dichtkunst/Journalistik und Theater/Musik/Tanz. Als vierte Gruppe gab es jene, in der sich Vertreter von Museen usw. befanden bzw. die sich mit Fragen der Kunst beschäftigten. Dabei setzte der kurzlebige „Bund Freiland“ mit seinen Veranstaltungen wesentliche Impulse im steirischen Kunstleben, indem er u.a. das Grazer Publikum erstmals mit neuen Kunstauffassungen wie etwa dem Expressionismus konfrontierte.

 

Dr. Margit Fritz-Schafschetzy (Galeristin)

Mittwoch, 12. Juni 2019, 18.00 Uhr

GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz