Neuerscheinungen des CLIO Verlags 2017

 

Georg Pichler / Heimo Halbrainer (Hg.): Camaradas. Österreicherinnen und Österreicher im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939. 348 S. u. zahlr. Farbfotos und Dokumenten

ISBN 978-3-902542-56-4

Euro 25,00

 

80 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs unternimmt das Buch den Versuch, eine Leerstelle im sozialen Gedächtnis Österreichs zu füllen und aus einer interdisziplinären Perspektive über die Teilnahme der rund 1.400 Österreicher und Österreicherinnen nachzudenken. Neue Erkenntnisse in der internationalen Aufarbeitung des Themenbereichs, die Öffnung russischer Archive und die jüngsten Forschungsergebnisse zur österreichischen Geschichte der dreißiger und vierziger Jahre erlauben es, einen neuen Blick auf das Thema zu werfen. Im Rahmen der gedächtnispolitischen Debatte um den Stellenwert des Bürgerkriegs in der spanischen und europäischen Geschichte werden Themenkomplexe wie die künstlerische und literarische Verarbeitung, der Beitrag der Frauen, Übersetzen und Dolmetschen, ideologische Aspekte innerhalb der Internationalen Brigaden oder die Teilnahme von Österreichern auf Seiten der aufständischen Generäle behandelt.

Mit Beiträgen von Werner Abel, Benito Bermejo, Günter Eisenhut, Linda Erker, Irene Filip, Joachim Gatterer, André Getreuer-Kostrouch, Erich Hackl, Heimo Halbrainer, Ernest Kostrouch, Christoph Kugler, Jakob Matscheko, Barry McLoughlin, Reinhard Müller, Georg Pichler, Karl Wimmler, Michaela Wolf.

 

 


Frank Stern: Filmische Visionen. Deutsch-österreichisch-jüdische Metamorphosen im israelischen Kino (=Vorlesungen des Centrums für Jüdische Studien. 11), Geb., 96 Seiten

ISBN 978-3-902542-60-1, CLIO: Graz 2017

Euro 12,00

 

Eine der ungeschriebenen Geschichten der zionistischen Migration und der Flucht aus dem Machtbereich der NS-Herrschaft ist die Entwicklung des jüdischen und israelischen Films seit den 1920er Jahren. Gab es seit dem Ersten Weltkrieg zahlreiche dokumentarische Versuche, den Aufbaus des Jishuvs, der jüdischen Ansiedlung in Palästina mit filmischen Mitteln festzuhalten und für ein jüdisches und nichtjüdisches Publikum in Europa und in Nordamerika sichtbar zu machen, so wurden erst seit den 1930er Jahren Spielfilme produziert.

Lange vor der Gründung des Staates Israel gab es einen jüdischen, einen israelischen Film, der sich mit den Erfahrungen der Pioniere, den Problemen im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, mit dem Verhältnis von Mensch und Natur, mit ethischen Fragen und den Erinnerungen der aus Europa Geflohenen befasste.

In diesen Filmproduktionen spielten hinter und vor der Kamera die Einwanderer aus Mitteleuropa, aus Deutschland und aus Österreich eine besondere Rolle. In der formativen Periode des israelischen Films waren es vor allem die filmischen Erfahrungen, insbesondere der vertriebenen FilmkünstlerInnen, die dazu führten, dass der Begriff Jeckenoa entstand – eine Verbindung von Jekkes, deutschsprachigen Juden, und Kolnoa – hebräisch für Kino.

 


 

Karl Wimmler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karl Wimmler: Mein Graz. Ein Jahrhundert in Bruchstücken. Geb. 256 Seiten,

ISBN 978-3-902542-58-8
CLIO: Graz 2017
Euro 22,00

Karl Wimmler umkreist, was sein Graz ausmacht. Ausgehend von Fund- und Bruchstücken zwischen 1913 und 2017 erzählt er von einem so noch nicht beschriebenen Graz – von Schriftstellern, Künstlerinnen, Verbrechern, Kriegern, Opfern; von Geehrten und Vergessenen, von ersten Autos und den ersten Politessen, von Einwanderinnen und Flüchtlingen, Medizin und Kultur, Widerstand und Anpassung.

 


 


Kurt Schubert: Erlebte Geschichte. Mit Beiträgen von Bernhard Dolna und Eva Schubert. Geb. 200 Seiten mit zahlreichen Abb.,

ISBN: 978-3-902542-36-6

Graz: CLIO 2017

Euro 19,90

Im Jahr 2000 brachte Kurt Schubert seine Erinnerungen zu Papier. Sie erstrecken sich über sein gesamtes Leben, von der Kindheit bis zu seinen Aktivitäten zum Zeitpunkt der Niederschrift; Schwerpunkte der Erzählung sind Schuberts Studienzeit während des Zweiten Weltkrieges, die Wiedereröffnung der Universitäten Wien im Jahr 1945, Graz und Leoben in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die Etablierung der Judaistik als selbständige Wissenschaft in Österreich und der jüdisch-christliche Dialog, den Schubert Zeit seines Lebens aktiv förderte und forderte.

Die Erinnerungen dieses bedeutenden österreichischen Judaisten, der „das Fach in Forschung und Lehre in einer umfassenden Breite vertreten hat, die heute nicht mehr erreichbar ist“, sind nicht nur für die Zeitgeschichte von großer Bedeutung, sondern auch für Judaistik und Theologie.

 


 

Gerda Eisler: „Alles, woran ich glaube, ist der Zufall.“ Eine Jugend in Graz und Tel Aviv. Hg. von Inga Fischer und mit einem Beitrag von Heimo Halbrainer. Geb. 156 Seiten

ISBN 978-3-902542-51-9

CLIO: Graz 2017

Euro 18,00

Gerda Eislers Erinnerungen spannen den Bogen von ihrer ersten Auswanderung nach Palästina 1933 bis in die jüngste Vergangenheit. So erlebt man aus der Perspektive der sechsjährigen Gerda, wie sie 1933 mit ihren Eltern und ihrem Bruder von Graz nach Tel Aviv zieht und die Familie versucht, in der Fremde Fuß zu fassen. Als 1936 der arabische Aufstand beginnt und Gerdas Schule angegriffen wird, entschließt sich die Familie, wieder nach Graz zurückzukehren. Hier erlebt Gerda die Machtübernahme der Nazis. Von den Nationalsozialisten zur Ausreise gezwungen, flieht Gerda mit ihren Eltern und ihrem Bruder 1939 erneut nach Palästina. Andere Teile der Familie können in die USA, nach Schweden oder Großbritannien fliehen. Einige Familienmitglieder wollen oder können Graz nicht verlassen und werden schließlich in die Vernichtungslager deportiert.

In Palästina heiratet Gerda einen Grazer, dient im Unabhängigkeitskrieg und beginnt ein neues Leben, ehe sie mit ihrem Mann 1969 nach Deutschland zieht. Immer wieder kehrt sie in den folgenden Jahren nach Graz und Tel Aviv zurück, zwei Orte, die ganz wesentlich ihr Leben bestimmten.

Neben der autobiografischen Geschichte von Gerda Eisler werden auch die Geschichten der jüdischen Familien Engel, Silber und Eisler in Graz vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Verfolgung, „Arisierung“, Vertreibung und Ermordung einzelner Familienangehöriger nachgezeichnet.


 

Richard Zach: Den anderen Weg gegangen. Ausgewählte Gedichte. Hg. und mit einem Nachwort von Karl Wimmler. Geb. ca. 200 Seiten

ISBN 978-3-902542-52-6).

CLIO: Graz 2017

Euro 19,00

In einem aus der Haft geschmuggelten Kassiber schrieb der Grazer Lehrer und Autor Richard Zach im Jänner 1942: Ich bin den anderen Weg gegangen. / Verzeiht – es tut mir gar nicht leid, /obwohl es elend steht zur Zeit. – / Wird keiner um sein Leben bangen, // der weiß, wozu er es verwendet, / bedachte, was sein Glaube wiegt. / Er hat am Ende doch gesiegt, / und wenn er auf der Richtstatt endet! Der 1919 in Graz geborene Richard Zach besuchte zwischen 1934 und 1938 die Bundeslehrerbildungsanstalt am Hasnerplatz. In diese Jahre fielen auch seine ersten literarischen Texte und Widerstandsaktivitäten. Ab Herbst 1940 gab die Widerstandsgruppe um ihn die Flugschrift „Der Rote Stoßtrupp“ heraus. Am 31. Oktober 1941 wurde er gemeinsam mit anderen „wegen Verdachts, kommunistische Parolen angeschmiert zu haben“ festgenommen und am 17. August 1942 im Alter von nur 23 Jahren vom Reichskriegsgericht in Berlin zum Tode verurteilt. In Haft verfasste Zach Hunderte Gedichte, die teilweise auf abenteuerliche Weise aus der Zelle geschmuggelt wurden. 75 Jahre nach der Verurteilung zum Tode bringen wir ihn mit einer Auswahl an Gedichten wieder in Erinnerung.

"Richard Zachs Gedichte sind unerlässlich, weil sich in ihnen die Umrisse eines anderen Österreich abzeichnen, eines tapferen, großherzigen, das um Zusammenschluss bemüht ist, nicht um Vereinzelung, wo auch Platz ist für Verzweiflung, die sich nicht mit dem Gefühl von Vergeblichkeit paart. Das ist auch der Grund, warum wir Richard Zachs Gedichte lesen sollen: uns zu stärken, nicht aufzugeben." Erich Hackl


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heimo Halbrainer: Das kurze Leben des Karl Drews zwischen Kunst, Literatur und Politik. Geb., ca. 280 Seiten

ISBN 978-3-902542-12-0

CLIO: Graz 2017

Euro 25,00

Das Buch erscheint Ende des Jahres 2017.

 


Neuerscheinungen des CLIO Verlags 2016 und 2015

Bitte bestellen Sie per Mail oder Fax (0316/72 00 51).


Ali Özbas, Joachim Hainzl, Handan Özbas (Hg.): 50 Jahre jugoslawische Gastarbeit in Österreich. CLIO: Graz 2016, 240 Seiten.

ISBN 978-3-902542-50-2

EURO 18,00

Mit dem Anwerbeabkommen 1966 wurde damit begonnen, gezielt Arbeitskräfte aus Jugoslawien anzuwerben. Das Buch dokumentiert diese Geschichte und bettet sie ein in historische Analysen. Dabei werden Hintergründe und Diskurse, Strukturen, Akteurinnen/Akteure und deren Motive ebenso behandelt wie noch heute wirksame Zuschreibungen und Reduktionen etwa im Balkanismus in der Popularmusik oder in Ausstellungskonzepten. Zudem gewährt das Buch Einblicke in die Arbeits- und Lebensbedingungen der jugoslawischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten, wobei speziell die Migration von Frauen und die Schwierigkeiten bei der Betreuung und Bildung der Kinder behandelt wird. Indem dieses Buch einiges davon erzählt, was war, ist es ein Beitrag zur Anerkennung der Realitäten ehemaliger „Gastarbeiter“ und „Gastarbeiterinnen“ als integrativer Teil der österreichischen Nachkriegsgeschichte.

 

 


 


Alice Penkala: Schokolade für das Afrika-Corps. Kommentiert und mit einer Einleitung von Nadine Dobler und einem biografischen Essay von Heimo Halbrainer. Hrsg.: Heimo Halbrainer, Ursula Seeber, Veronika Zwerger. 272 S. geb., CLIO: Graz 2016.

ISBN 978-3-902542-46-5

EURO 20,00

Tanger: Internationale Zone. Seit 1923 war die marokkanische Hafenstadt neutrales Territorium, berühmt-berüchtigt für den freizügigen Umgang mit Geld, Sex und Drogen.
Anfang der 1940er Jahre setzt die Romanhandlung ein. Vordergründig handelt es sich um eine Schiebergeschichte, die Beschaffung eines riesigen Postens Schokolade für das Deutsche Afrika-Corps, das an den benachbarten Kriegsschauplätzen im Einsatz war.
Die Personen, die an dem Coup „mitnaschen“ wollen, sind satirisch überzeichnete Prototypen der damaligen Gesellschaft Tangers: der jüdisch-marokkanische Händler; der stumpfsinnnige deutsche Generalkonsul, der pädophile preußische Beamte; die britische Konsulatssekretärin, die sich von einem polnischen Emigranten aushalten läßt; dessen nervige Mutter; der Geheimdienstoffizier, der selbst ein Geheimnis hat; der drogensüchtige spanische Informant; der französische Doppelagent; die schwedische Aussteigerin mit den zerplatzten Lebensträumen. Mitten in diesem Netzwerk aus Gier und Intrige steht ein Flüchtlingspaar aus Wien.
Die Geschichte entwickelt sich in 32 Momentaufnahmen, schwungvoll und ironisch erzählt, sie bleibt bis zum Schluß spannend. Alice Penkala gelingt ein psychologisch scharf gearbeitetes Gesellschaftsporträt ihres Zufluchtslandes Marokko. Erstmals erscheint jetzt dieses Exilwerk als Buch.

 


 

 

Ernst Fischer: Neue Kunst und neue Menschen. Literarische und essayistische Texte aus seinen Grazer Jahren (1918–1927). Hrsg. und mit einem Nachwort von Jürgen Egyptien. 400 S., geb., CLIO: Graz 2016

ISBN 978-3-902542-47-2

Euro 25,00

Der Band bietet eine Auswahl aus dem frühen Schaffen des österreichischen Politikers, Schriftstellers, Kultur- und Kunsttheoretikers Ernst Fischer (1899-1972) und stellt ihn als vielseitigen Autor vor, der sich in seinen Anfängen sowohl als Erzähler, Dramatiker und Lyriker wie auch als Kunstkritiker, Kulturtheoretiker und politischer Publizist zu profilieren versuchte. Die Textbeispiele dokumentieren den Prozess von einem antibürgerlichen, anarchischen Aufbegehren gegen die geistige Enge der Provinz, das noch ganz im Zeichen einer nietzscheanisch inspirierten Revolte steht, bis hin zur Entwicklung einer bewussten politischen Parteinahme für die Arbeiterklasse auf der Basis eines emphatisch interpretierten Marxismus. Die literarischen Texte bilden zugleich ein interessantes Beispiel für die spezifische Spielart eines österreichischen Expressionismus beziehungsweise der Kombination expressionistischer Schreibverfahren mit anderen (nationalliterarischen) Traditionslinien.

Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Edition von umfangreichen Passagen aus Fischers ungedrucktem Drama Das Schwert des Attila und seinem von ihm selbst für verschollen erklärten Roman So kann man nicht leben zu. Gerade letzterer besitzt einen erheblichen zeitgeschichtlichen Wert, da er in hohem Maße als Schlüsselroman über das Graz der ersten Hälfte der 1920er Jahre gelesen werden kann. Er liefert zum einen die Diagnose der politisch-moralischen Krise der Nachkriegszeit und unterzieht zum anderen die eigene antibürgerliche Attitüde und das Milieu eines realitätsfernen Künstlertums einer scharfen Selbstkritik.

 

 


 


Heinz P. Wassermann (Hg.): Urnengänge. Analysen der steirischen Gemeinde- und Landtagswahlen 2015. (Studien zu Medien und Gesellschaft 3). 372 Seiten, CLIO: Graz 2016

ISBN: 978-3-902542-49-6

Euro 29,00

„Viel Steirisches“, so der Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“, „war nicht in dieser Wahl“, womit er sich auf das „politische Erdbeben“ (Hermann Schützenhöfer) bei den steirischen Landtagswahlen vom 31. Mai 2015 bezog. Die Parallelen zwischen den steirischen Gemeinderats- und Landtagswahlen 2015 sowie den Wahlgängen im Burgenland, in Oberösterreich und Wien bestehen darin, dass die jeweiligen Regierungsparteien in Summe verloren haben und die FPÖ bemerkenswerte Zuwächse verbuchen konnte. Das spezifisch Steirische dieses Wahljahres bestand unter anderem darin, dass die „Reformpartner“ überdurchschnittlich hohe Verluste hinnehmen mussten, die sich nicht allein mit einem allgemeinen Trend in Richtung FPÖ oder der Unzufriedenheit mit der Bundesregierung schlüssig erklären lassen. Der vorliegende Sammelband analysiert auf qualitativer und quantitativer Basis das „Steirische“ in den Wahlergebnissen.

 

www.urnengang.fh-joanneum.at

Rezension in FALTER 6/17: https://shop.falter.at/detail/9783902542489

 


 

Hilmteichstrasse 24

 

Heimo Halbrainer/Eva Klein/Antje Senarclens de Grancy: Hilmteichstraße 24. Haus Albrecher-Leskoschek von Herbert Eichholzer. Geb., 160 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO:Graz 2016

ISBN:978-3-902542-25-0

Euro 24,00

Als modernes Gesamtkunstwerk und Ort eines „befreiten Wohnens“ wurde das Haus Hilmteichstraße 24 in Graz 1937 von Herbert Eichholzer entworfen und mit Stahlrohrmöbeln und Stoffen von Josef Frank eingerichtet. Im Wohnraum schuf Axl Leskoschek ein großformatiges Wandgemälde mit verschlüsselten Inhalten und Bezügen zur politischen Situation der Zeit. Das Haus war unter anderem auch ein Treffpunkt eines Kreises von Kulturschaffenden und Intellektuellen, die in Opposition zum Nationalsozialismus ihre Freiheit aufs Spiel setzten und – im Fall von Eichholzer – dafür mit ihrem Leben bezahlten.

Nach Umbauten und Renovierungen ist die ursprüngliche architektonische und künstlerische Gestalt des Hauses heute nicht mehr erkennbar. Vor dem bevorstehenden Abriss legt dieses Buch dessen architektur-, kunst- und zeithistorische Bedeutung frei.

Bericht in derPresse.Spectrum (Christian Kühn, 03. Juni 2016)

Rezension in moderneREGIONAL, Online-Magazin für Kulturlandschaften der Nachkriegsmoderne

Rezension auf Architektur Steiermark - www.gat.st (Emil Gruber, 25. Juni 2016)


 

Arbeiter der Feder

 

Maria Bianca Fanta: Arbeiter der Feder. Die Journalistinnen und Journalisten des KPÖ-Zentralorgans „Österreichische Volksstimme“ 1945–1956. 216 S., CLIO: Graz 2016

ISBN: 978-3-902542-48-9

Euro 19,00

Wer waren die Redakteurinnen und Redakteure der „Österreichischen Volksstimme“? – Die Lebensgeschichten jener österreichischen Journalistinnen und Journalisten, die die nationalsozialistische Herrschaft im Exil, im Widerstand oder in Gefangenschaft überlebt hatten und zurückkehrten um beim Aufbau der kommunistischen Presse mitzuarbeiten, sind bisher wenig bekannt. Die vorliegende Publikation erfasst und analysiert erstmals die vielfältigen Biographien jener Redaktionsmitglieder, die in der Phase zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der ersten Phase des Kalten Krieges beim Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs tätig gewesen sind. Die gruppenbiographische Studie untersucht sowohl qualitativ als auch quantitativ, welche Wendepunkte und Zäsuren das Leben der Redaktionsmitglieder beeinflussten und leistet damit einen zentralen Beitrag zur österreichischen Mediengeschichte.

 

http://volksstimme.fh-joanneum.at/

http://science.orf.at/stories/2828284/

 

 


 

Kriegsende in der Steiermark

 

Heimo Halbrainer/Victoria Kumar (Hg.): Kriegsende in der Steiermark 1945. Terror, Kapitulation, Besatzung, Neubeginn. 288 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2015

ISBN: 978-3-902542-45-8

Euro 22,00 (erscheint am 12. November 2015)

Im Frühjahr 1945 war die Steiermark für die letzten Wochen Kriegsschauplatz sowie ein Ort zahlreicher sogenannter „Endphaseverbrechen“ im Hinterland. Unmittelbar vor dem Ende der NS-Herrschaft wurden Hunderte politische GegnerInnen, KZ-Häftlinge, Fremdarbeiter, Flieger und Jüdinnen und Juden ermordet. Neben all dem Terror gab es in diesen letzten Wochen aber auch Widerstand gegen diese Verbrechen, wobei Steirerinnen und Steirer nicht nur Zivilcourage zeigten und gefährdete Menschen aufnahmen und versteckten, sondern auch die Zerstörungspläne der Nationalsozialisten verhinderten und Sprengladungen an Industrieanlagen und Brücken entfernten. Der Sammelband dokumentiert diese Endphase in der Steiermark und zeigt darüber hinaus Aspekte der Befreiung, der Aufarbeitung und des Neubeginns.

 


 

Ein Leben. Zwei Welten

 

Fred Ohenhen: Ein Leben. Zwei Welten. Gebunden 272 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2015

ISBN: 978-3-902542-44-1

Euro 23,90 (erscheint am 12. November 2015)

 

Das Buch ist eine Geschichte der Flucht, des Ankommens und der Integration in Österreich. Dabei nimmt es uns mit auf eine Reise, die von der ersten Heimat in Nigeria erzählt, von der Familie und all den Menschen, die für das Leben von Fred Ohenhen wichtig waren und sind. Die Geschichte vom Verlassen des afrikanischen Kontinents und einer langen und oft schwierigen Reise nach Europa mündet in den Prozess des Ankommens in Österreich. Von bürokratischen Hürden, von Vorurteilen und Rassismen wird erzählt, insbesondere aber auch davon, sich nicht entmutigen zu lassen.

 


 

India

 

Margit Franz: Gateway India. Deutschsprachiges Exil in Indien zwischen britischer Kolonialherrschaft, Maharadschas und Gandhi. 468 Seiten, 136 Abbildungen, CLIO: Graz 2015.

ISBN: 978-3-902542-31-1

Euro 35,00


„Welch ein genialer Einfall war’s von Dir, nach Indien zu gehen!! Ich bin glücklich, Dich in Indien und damit in relativer Sicherheit zu wissen“, schrieb im Jänner 1941 Franz Werfel aus Hollywood an den Schriftsteller Willi Haas in Bombay.
Indien war zwischen 1933 und 1947 zum Exil für mehrere tausend Flüchtlinge vor dem Nationalsozialismus geworden. Das Buch Gateway India zeichnet Exilrouten und Fluchtnetzwerke sowie politische, soziale und wirtschaftliche Bedingungen für die Exilierten nach, öffnet einige wirkungsgeschichtliche Betrachtungsfelder und widmet sich der Erinnerungskultur dieses Exils.
Gateway India ist eine historische Entdeckungsreise in ein bisher unerforschtes Kapitel der Geschichte des Exils und öffnet gleichzeitig eine neue Perspektive auf den indischen Subkontinent.

Inhaltsverzeichnis

Rezension derStandard (Doris Griesser, 11.November 2015)

 


 

Wagna

 

Heimo Halbrainer: Lager Wagna 1914 – 1963. Die zeitweise drittgrößte Stadt der Steiermark. 160 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2015
ISBN: 978-3-902542-29-8

Euro 9,90

Im Jahr 1916 schrieb Peter Rosegger in seinem Heimgarten: „Die drittgrößte Stadt in der Steiermark ist kaum über ein Jahr alt. Aber sie hat an Einwohnerzahl Leoben, Bruck, Cilli bereits überflügelt. Sie steht nächst Leibnitz an der Sulm, in einer schönen, fruchtbaren Gegend. Sie wurde erbaut für fremde Kriegsflüchtlinge.“ Diese Lagerstadt war Wagna, wo zunächst rund 15.000 Flüchtlinge aus Galizien und ab Sommer 1915 über 20.000 Flüchtlinge aus Friaul und Istrien lebten. Mit dem Ende der Monarchie 1918 kamen neue Flüchtlinge nach Wagna – deutschsprachige Arbeiter, Angestellte und Beamte aus der Untersteiermark, das nun zu Jugoslawien gehörte.
Nachdem viele von ihnen in Wagna ein neues Zuhause gefunden hatten, musste 1940 erneut innerhalb kürzester Zeit auf dem ehemaligen Gelände der Lagerstadt ein Barackenlager aufgebaut werden, in das zunächst Umsiedler aus der Südbukowina und danach Kriegsgefangene kamen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und neuen Vertreibungen fanden sich hier wieder Flüchtlinge: Diesmal waren es jüdische Displaced Persons, jugoslawische Flüchtlinge und Volksdeutsche, die aus Jugoslawien vertrieben worden waren und die vielfach nach einem mühsamen Weg in Wagna und Umgebung integriert wurden.
Der wechselhaften Geschichte dieser Lagerstadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner geht das Buch „Lager Wagna 1914 – 1963. Die zeitweise drittgrößte Stadt der Steiermark“ nach.

Rezension in derStandard (Doris Griesser, 01. April 2015)



 

Spielmann


Helmut Spielmann: Shanghai – Eine Jugend im Exil. Hg. v. Gerald Lamprecht und Ingeborg Radimsky. Geb. 240 Seiten, CLIO: Graz 2015
ISBN 978-3-902542-41-0

Euro 18,00

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland beginnen auch für die Grazer jüdische Familie Spielmann Jahre der Furcht, Verfolgung, Beraubung und Vertreibung. Nach dem Ausschluss aus der Gesellschaft und einer Inhaftierung in Dachau im November und Dezember 1938 wird im Frühjahr 1939 Shanghai zur letzten Zufluchtsstätte. Rudolf, Paula und der achtjährige Helmut treten im Februar 1939 von Genua aus die Schiffsreise ins „exotische“ Exil an.
Shanghai, eine internationale Millionenmetropole, stellt die Grazer Familie vor viele Herausforderungen: Die fremde Kultur schafft Unsicherheiten und die unwirtlichen und extremen Lebensbedingungen mit schlechter Versorgung und vielen Krankheiten stellen ebenso eine Bedrohung dar wie die sich verschärfende japanische Besatzungspolitik. Diese mündet 1943 in die Gründung eines Ghettos, in dem die jüdischen Flüchtlinge auf engstem Raum zusammengepfercht werden.
Helmut Spielmann, der all das als Kind erlebt hat und für den Shanghai lebensbestimmend wurde, schrieb 1988 seine Kindheits- und Jugenderinnerungen nieder. In diesem Buch sind sie nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und geben Einblick in das berührende Schicksal eines jüdischen Flüchtlingskindes in der asiatischen Metropole Shanghai.

 


 

wassermann

 

Heinz P. Wassermann (Hg.), Schnittflächen und Trennlinien. Politik und Medien am Beispiel Steiermark. 494 Seiten, CLIO: Graz 2015.

ISBN 978-3-902542-43-4


Euro 29,00

„Schnittflächen und Trennlinien – Politik und Medien am Beispiel Steiermark“ analysiert erstmals für ein österreichisches Bundesland systematisch Selbst- und Fremdwahrnehmungen, Befindlichkeiten und Einschätzungen der zentralen politischen und medialen Akteure auf quantitativer und qualitativer Basis. Drei, zwischen Mai 2012 und Juli 2013 unter Landtagsabgeordneten, Politikjournalisten und Pressesprechern in Parteien, Klubs und Regierungsbüros durchgeführte und ausgewertete Online-Umfragen werden durch 27 Interviews mit derzeit aktiven (u. a. Claudia Klimt-Weithaler, Claudia Gigler und Josefa Umundum) sowie nicht mehr aktiven (u. a. Walter Kröpfl, Josef Riedler und Herwig Hösele) prominenten und profilierten Protagonisten aus Landespolitik, Politikjournalismus und Politik-PR ergänzt. Die in den Interviews behandelten Themen decken den Zeitraum seit Mitte der 1960er Jahre ab und leisten einen wesentlichen Beitrag für die steirische Zeitgeschichte aus einer Perspektive, die in einschlägigen Publikationen – wenn überhaupt – nur am Rande thematisiert wird.

 

http://politikundmedien.fh-joanneum.at/


 

 

NS Justiz


Heimo Halbrainer, „Sei nicht böse, dass ich im Kerker sterben muss.“ Die Opfer der NS-Justiz in Graz 1938 bis 1945. Ein Gedenkbuch. Geb. 384 Seiten mit rund 200 Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-14-4

Euro 25,00

Das Rechtsverständnis während der Zeit des Nationalsozialismus lautete „Recht ist, was dem Volke nützt“. Daher wurde jede Form der politischen Abweichung und Auflehnung, ja selbst die Solidarität mit den Familien von politisch Verfolgten von Sondergerichten geahndet. Weit mehr als 1.000 Urteile ergingen deshalb in Graz, über 200 davon waren Todesurteile. Allein zwischen August 1943 und März 1945 wurden im Landesgericht Graz 106 Männer und Frauen hingerichtet, da sie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv waren, nicht mehr an den „Endsieg“ geglaubt hatten oder desertiert waren, wie etwa der aus Maribor / Marburg stammende Franc Pen, für den derzeit ein Seligsprechungsverfahren läuft. Neben den in Graz Hingerichteten wurden noch weitere 70 Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt, von denen bis August 1943 61 in Wien exekutiert wurden.
Das Buch bietet nicht nur einen Überblick über die NS-Justiz in der Steiermark, es skizziert auch den Widerstand von jenen Männern und Frauen, die wegen ihres Kampfes gegen das Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. In über 170 Lebensgeschichten wird ein papierenes Denkmal für jene geschaffen, die aus politischen Gründen vom Regime ermordet wurden. Neben Fotos und Dokumenten finden sich auch zahlreiche Briefe, welche die Verurteilten wenige Minuten vor der Hinrichtung an ihre Angehörigen geschrieben haben. Das Buch schildert aber auch, wie nach der Befreiung mit den Opfern dieser NS-Justiz umgegangen wurde und es zeigt, wie an diese Opfer erinnert wird.

Bericht derStandard.at (Colette Schmid, 28. November 2014)

Rezension Die Presse (Erich Hackl, 13. Juni 2015)

 

 


 

 

Herta Reich

 

Herta Reich: Zwei Tage Zeit. Flucht, Vertreibung und die Spuren jüdischen Lebens in Mürzzuschlag. Hg. v. Heimo Gruber und Heimo Halbrainer. Geb. 212 Seiten mit zahlr. Abb., CLIO: Graz 2014
ISBN 978-3-902542-37-3


Euro 15,00

Herta Reich kam 1917 als Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Mürzzuschlag zur Welt. Bald nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde sie von der Gestapo gezwungen, Mürzzuschlag zu verlassen. Nach einem ersten Fluchtversuch nach Belgien verließ sie im Herbst 1939 mit etwa 1000 weiteren österreichischen Jüdinnen und Juden auf Donauschiffen Wien, um sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen. Das Ziel ihrer Flucht war Palästina. Doch der Transport erreichte im Dezember 1939 nur den kleinen serbischen Donauhafen Kladovo. Erst fast ein Jahr nach dem Beginn der Flucht konnte die Reise fortgesetzt werden. Doch die Fahrt ging wieder stromaufwärts nach Šabac, wo die Flüchtlinge nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Jugoslawien im April 1941 in die Hände der Nationalsozialisten fielen. Herta und ihr Mann Romek Reich gehörten zu den wenigen, die den Nationalsozialisten entkommen konnten, während alle Männer als Geisel für getötete Soldaten erschossen und die Frauen und Kinder in der Nähe von Belgrad vergast wurden. Nach einer abenteuerlichen Flucht über Italien gelangte sie sechs Jahre nach der Abreise in Wien nach Palästina. In „Zwei Tage Zeit“ schildert sie diese Flucht.
Daneben handelt dieses Buch aber auch vom bescheidenen jüdischen Leben in Mürzzuschlag im 19. und 20. Jahrhundert, vom Antisemitismus, den „Arisierungen“ und der Verfolgung der Mürzzuschlager Jüdinnen und Juden.


 

Fritz Kolb

 

Fritz Kolb, Leben in der Retorte. Als österreichischer Alpinist in indischen Internierungslagern. Hg. v. Karl Wimmler und Margit Franz. Mit einem Geleitwort von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer. Geb. 280 Seiten mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-902542-42-7


Euro 18,00

Fritz Kolb (1902–1983) war ein engagierter Reformpädagoge, Psychologe, Lehrer und Erzieher des Roten Wien. Im Sommer 1939 brechen der Naturfreunde-Alpinist Kolb und sein Wiener Kollege Ludwig Krenek zusammen mit britischen Freunden zu einer Himalaya-Expedition auf. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, vor 75 Jahren, werden sie von den Briten als „feindliche Ausländer“ in vier verschiedenen Internierungslagern festgehalten. In „Leben in der Retorte“ schildert der überzeugte Antifaschist Kolb diese viereinhalb Jahre im Kreise seiner meist nationalsozialistisch gesinnten Mitinternierten.
Mit diesen Erinnerungen liefert Fritz Kolb ein historisch, politikwissenschaftliches wie psychologisch einzigartiges Dokument, das die seelischen Auswirkungen jahrelanger Internierung bei ungewissem Kriegsverlauf unverblümt offenbart und dabei tiefst menschlich berührt.

 


 

Unrecht

 

Werner Anzenberger / Heimo Halbrainer (Hg.), „Unrecht im Sinne des Rechtsstaates“ – Die Steiermark im Austrofaschismus. 304 Seiten, CLIO: Graz 2014 (ISBN 978-3-902542-14-1),

Euro 15,00

Die österreichische Diktatur 1933 bis 1938 ist in den letzten Jahren wieder vermehrt in den Blickpunkt der zeitgeschichtlichen Forschung gerückt. Anlässlich des 80. Jahrestages der Februarkämpfe 1934 fand in Graz und Bruck an der Mur eine Tagung statt, bei der neueste Arbeiten zu unterschiedlichen Aspekten des austrofaschistischen Regimes diskutiert wurden. Neben allgemeinen Fragen, finden sich in diesem Sammelband vor allem regionalgeschichtliche Aspekt zum Austrofaschismus in der Steiermark und dem Umgang damit nach 1945.

 


 

Exil Asien Afrika

 

Margit Franz / Heimo Halbrainer (Hg.), Going East - Going South. Österreichisches Exil in Asien und Afrika, 704 Seiten mit zahlr. Abb. ISBN: 978-3-902542-34-2, CLIO: Graz 2014

Euro 39,00

 

Wenn wir heute die Worte Flucht, Vertreibung, Asien und Afrika hören, haben wir zumeist ein sehr klares Bild vor Augen. Menschen aus diesen beiden Kontinenten müssen auf Grund von Bürgerkriegen, Vertreibungen und menschenunwürdigen Lebensbedingungen fliehen und versuchen nach Europa zu gelangen. Vor über 75 Jahren war die Fluchtrichtung noch eine andere: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 waren zehntausende Österreicherinnen und Österreicher gezwungen, das Land zu verlassen. Dabei scheiterten viele an den Ausreisebedingungen des Deutschen Reiches sowie an den Visa- und Einreisebestimmungen vieler westlicher Staaten. So wurden vielfach Destinationen in Afrika und Asien zu den letztmöglichen Zufluchtsorten für die Verfolgten aus dem Deutschen Reich.
Das Buch zeichnet eine neue Landkarte des Exils. Über kontinentale und ideologische Grenzen hinweg wird das Exil in Afrika und Asien von unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: wissenschaftliche Analysen, Biografien, Erfahrungsberichte, autobiografische Erinnerungen, Karten, ein flüchtlingspolitischer Überblick über die Aufnahmegesellschaften, historische Fotos, Dokumente und zeitgenössische Einschätzungen.

 


 

Euthanasie

 

Heimo Halbrainer, Ursula Vennemann (Hg.), Es war nicht immer so. Leben mit Behinderung in der Steiermark zwischen Vernichtung und Selbstbestimmung 1938 bis heute, ISBN: 978-3-902542-40-3 CLIO: Graz 2014

Euro 15,00

Über 2.000 Steirerinnen und Steirer wurden während der NS-Zeit ermordet, weil sie psychisch krank oder behindert waren, als aufsässig, erblich belastet oder einfach verrückt galten. Sie wurden von der Grazer Anstalt „Am Feldhof“ und seinen Zweigstellen sowie den Siechenanstalten in Knittelfeld oder Kindberg ins oberösterreichische Schloss Hartheim transportiert und dort ermordet. Nach dem Ende der NS-Herrschaft wurden diese Verbrechen rasch vergessen, verdrängt und tabuisiert. Die ideologischen Grundlagen für diese Morde, die ihren Ursprung bereits im 19. Jahrhundert hatten, die Rassenhygiene und die Höherzüchtungsphantasien, sind aber mit dem Untergang des Regimes nicht einfach verschwunden.
Der Umgang mit Menschen mit Behinderung unterlag in der Zweiten Republik einem Wandel, der von der „Verwahrung“ in oft abseits gelegenen Anstalten sich hin zu einem selbstbestimmten Leben entwickelt hat und zur heute angestrebten gesellschaftlichen Teilhabe führen soll.