Publikationen
Alles CLIO
CLIO Sehen & Hören
Rückschau
Wer ist online
Wir haben 1 Gast online
unsichtbarAusstellung im Stadtmuseum Graz und im Landhaushof
NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Steiermark
Was konnte die steirische Bevölkerung während der NS-Zeit über die Verbrechen und Herrschaftspraktiken der Nationalsozialisten wissen? Welche Einblicke in das verbrecherische System und welche individuellen Handlungsspielräume waren unter nationalsozialistischer Terrorherrschaft möglich? Welche Kontinuitätslinien sowohl ideologischer als auch individuell-biographischer Natur gab es in die Zeit vor den März 1938 und vor allem auch über den Mai 1945 hinaus? Was wollte und konnte man nach 1945 wissen, woran erinnerte sich die Gesellschaft und was verdrängte sie? Und welche Rolle spielte der Widerstand gegen das System während und nach der NS-Zeit? All diesen Fragestellungen gingen die Ausstellungen von CLIO im Landhaushof und im stadtmuseumgraz nach. Den Ausgangspunkt der Überlegungen bildete dabei ein in der Zweiten Republik weithin bekannter Stehsatz. „Davon haben wir nichts gewusst!“ ist jene Schutz- und Abwehrbehauptung, die zum einen stellvertretend für die individuelle wie auch kollektive Haltung vieler Österreicher und Österreicherinnen gegenüber dem nationalsozialistischen Erbe steht. Zum anderen gab sie jedoch auch über Jahrzehnte die Leitlinien für die Fragen nach der Übernahme von Verantwortung durch den Staat wie auch durch die österreichische Gesellschaft für das vor, was zwischen 1938 und 1945 geschehen ist und Menschen angetan wurde. Die Ausstellungen griffen diesen Kernsatz auf, der in verschiedensten Varianten in der öffentlichen Diskussion präsent ist und war, um ihn auf mehreren Ebenen in Frage zu stellen und auf der Basis neuer Forschungsergebnisse neue Einblicke in die nationalsozialistische Herrschaftspraxis wie auch den Alltag der Menschen in der Steiermark zu geben.
Ausstellung im Stadtmuseum:unsichtbar – NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Steiermark Die Ausstellung im Stadtmuseum Graz mit dem Titel „unsichtbar –NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Steiermark“ behandelte die Vorgeschichte, Geschichte und Nachgeschichte der NS-Herrschaft in der Steiermark. In einem ersten Teil beschäftigte sich die Ausstellung mit der Vorgeschichte des März 1938 sowie der spezifisch steirischen Situation von der so genannten „Volkserhebung“ bis zur Abstimmung vom 10. April 1938. Teil zwei widmete sich der nationalsozialistischen Herrschaft als sozialer Praxis und stellte einerseits die drei Aspekte „Volksgemeinschaft“, Terror (Gestapo, NS-Justiz und KZ in der Steiermark) und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung einander gegenüber und zeigte anderseits die vielfältigen Beziehungen zwischen den drei Bereichen. Der dritte Teil widmet sich ausschließlich dem Widerstand in der Steiermark in seiner gesamten Komplexität. Im vierten Teil wurde der Blick auf die Nachgeschichte gelenkt, wobei der Fokus auf der einen Seite auf der rechtsstaatlichen Aufarbeitung der NS-Zeit liegt und auf der anderen Seite der gesellschafts- und gedächtnispolitische Umgang damit bis in die Gegenwart thematisiert wird.
Ausstellung unsichtbar – NS-Herrschaft: Verfolgung und Widerstand in der Steiermark im stadtmuseumgraz, Sackstraße 18 (16. September 2008 - 13. April 2009)
Bilder der Ausstellung im Stadtmuseum finden Sie >>hier<<
Ausstellung im Landhaushof:unsichtbar – Politikerbiografien: Brüche und Kontinuitäten 1934-1955 In den Arkaden des Landhaushofs zeigte CLIO die Ausstellung Politikerbiografien: Brüche und Kontinuitäten 1934-1955, die Biographien einzelner Persönlichkeiten thematisierte, die im genannten Zeitraum im Landhaus, dem Ort der politischen Repräsentation gewirkt haben. Dabei wurden zum einen die sichtbaren Systembrüche – Monarchie, Erster Republik, autoritärem Ständestaat, Nationalsozialismus und Zweiter Republik – mit dem dazugehörigen Austausch der politischen Eliten und zum anderen die Fragen der sichtbaren / unsichtbaren biographischen Brüche und Kontinuitäten thematisiert. Denn sowohl Verfolgung, Widerstand als auch innere Emigration waren für die hier vorgestellten Repräsentantinnen und Repräsentanten bestimmende Erfahrungen und prägten in nicht geringem Ausmaß ihr politisches Handeln. Ausstellung unsichtbar – Politikerbiografien: Brüche und Kontinuitäten 1934-1955 im Landhaushof Graz, Herrengasse 16 (10. September 2008-30. Mai 2009)
Bilder der Ausstellung im Landhaushof finden Sie >>hier<< Installation im Stadtmuseum:Den Blick hinrichten: Ernst Logar In der Rauminstallation Den Blick hinrichten setzte sich der Kärntner Künstler Ernst Logar mit dem Leidensweg seines Großvaters Josef Logar und den Umständen, die zu seiner Hinrichtung in Graz führten, auseinander. Den Blick hinrichten bedeutete dabei den Akt des Hinblickens, des Sich-vor-Augen-Haltens, aber auch das Zugrunderichten, das Zerstören des menschlichen Blicks. Während die erste Bedeutungsebene das Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus und die gegenwärtigen Auseinandersetzungen mit diesem Thema zum Inhalt hat, bezieht sich die zweite Bedeutungsebene auf den letzten Augenblick des Delinquenten. Gegen diesen letzten Blick, der durch das Verweigern der Augenbinde den Füsilierern im Moment des Todes entgegengerichtet wird, versuchen sich die Täter zu schützen, denn durch dieses Erblickt-Werden des Delinquenten erstarren die Hinrichter zu Tätern. Sie werden von ihm ertappt und in diesem Moment sind sie festgelegt auf das, was sie sind: seine Mörder.
Bilder der Installation im Stadtmuseum finden Sie >>hier<<
Eine Ausstellung von CLIO Graz in Kooperation mit dem stadtmuseumgraz, Sackstraße 18, 8010 Graz (16. September 2008-13. April 2009)
>>top<< |



